Böse Erinnerungen
Corona-Zahlen steigen wieder: Was jetzt wichtig ist
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von Benedict HottnerDie Zahl der Corona-Infektionen steigt in Deutschland aktuell leicht an.
Bild: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
Die Zahl der Corona-Infektionen nimmt in Deutschland erneut zu. Vor allem die Viruslinie "Stratus" dominiert derzeit das Infektionsgeschehen. Expert:innen sehen dennoch keinen Grund zur Panik – ein normaler Infektionsherbst stehe bevor.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden in der 37. Kalenderwoche 2025 insgesamt 2.396 Corona-Infektionen gemeldet. In der Woche zuvor waren es 2.153. Damit setzt sich der Anstieg fort, der bereits Ende August begann. Auch die Aktivität anderer Atemwegserkrankungen hat in allen Altersgruppen deutlich zugenommen.
Schwere Krankheitsverläufe sind bislang aber selten. Während mehr Menschen mit leichten Infekten Hausarztpraxen aufsuchen, bleibt die Zahl der stationären Fälle in Kliniken niedrig. Influenza und RSV spielen aktuell nur eine Nebenrolle. Währenddessen startete im Bundestag die Enquete-Kommission mit der Aufarbeitung der Pandemie.
Virusvariante "Stratus" dominiert das Geschehen
Im Mittelpunkt der Entwicklung steht die Linie XFG mit dem Namen "Stratus". Laut RKI wurde sie zuletzt in 84 Prozent der Proben nachgewiesen. In den Kalenderwochen 32 und 33 lag ihr Anteil noch bei 65 Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation stuft "Stratus" als besonders ansteckend ein. Hinweise auf schwerere Krankheitsverläufe gibt es bisher nicht.
Auch andere Viren wie Rhinoviren und Parainfluenzaviren zirkulieren derzeit verstärkt. Die Lage ähnelt nach Einschätzung des RKI den Infektionswellen am Ende früherer Sommerferien, wenn sich Menschen wegen des kühleren Wetters vermehrt in Innenräumen aufhalten.
Expert:innen erwarten normalen Infektionsherbst
Für den Präventionsmediziner und Medizinjournalisten Christoph Specht kommt die Entwicklung nicht überraschend. "Corona ist gekommen, um zu bleiben. Wir werden immer mit dem Virus zu tun haben", sagte er gegenüber ntv.de. Ein Anstieg im September sei typisch, da viele Menschen das Virus aus dem Urlaub mitbringen.
Specht betont, dass die aktuelle Situation nicht mit den ersten Pandemiejahren vergleichbar sei: "Unsere Immunität ist inzwischen so gut, dass Corona nur noch die üblichen Erkältungssymptome mit sich bringt." Ein Ausnahmezustand sei nicht zu erwarten, vielmehr handele es sich um einen "ganz normalen Infektionsherbst beziehungsweise -winter".
Vorsicht für Risikogruppen sinnvoll
Auch wenn die Kliniken derzeit keinen außergewöhnlichen Andrang verzeichnen, warnen Fachleute vor möglichen Belastungen, falls Grippe, RSV und Corona gleichzeitig stärker auftreten. Besonders Menschen aus Risikogruppen sollten daher vorsichtig sein, etwa durch das Tragen von Masken.
Für die Allgemeinbevölkerung sieht Specht jedoch keinen Grund zur besonderen Sorge: "Corona ist kein Sonderfall mehr. Wer davor Angst hat, müsste konsequenterweise auch vor den vielen anderen Erregern Angst haben, die im Herbst und Winter Infekte auslösen."
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