Gewaltausbruch
Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Mexiko – Hinweise an Urlauber
Veröffentlicht:
von Jacqueline Bittl:newstime
Mexiko-Touristen rennen um ihr Leben
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Nach einem gezielten Schlag gegen ein Drogenkartell eskaliert die Lage in Mexiko, das Auswärtige Amt rät zu besonderer Vorsicht und in mehreren Bundesstaaten sogar dringend von Reisen ab. Was bedeutet das für Urlauber:innen aus Deutschland?
Mexiko geht inzwischen vermehrt gegen Drogenherstellung und Drogenhandel vor, am Sonntag (22. Februar) wurde bei Einsätzen der mexikanischen Sicherheitskräfte im Bundesstaat Jalisco der Kartellführer getötet. In Folge dessen kam es in verschiedenen Landesteilen zu Unruhen, Straßensperren und Brandstiftungen.
Der Betrieb an einigen Flughäfen, insbesondere im Bundesstaat Jalisco im Westen des Landes, in dem der Zugriff auf Kartellchef Nemesio Oseguera Cervantes ("El Mencho") erfolgt war, kann zeitweise beeinträchtigt sein, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Auch am Montag (23. Februar) fielen viele Flüge nach Guadalajara und Puerto Vallarta aus.
Gefahr in Mexiko – das müssen Urlauber:innen wissen
Laut dem Auswärtigen Amt geht größte Gefahr für die innere Sicherheit des Landes derzeit von der Organisierten Kriminalität aus. Die Behörde weist darauf hin, dass, auch wenn Reisende nicht direktes Ziel krimineller Aktivitäten sind, jederzeit Gefahr besteht, Opfer dieser zu werden.
Das Auswärtige Amt empfiehlt derzeit folgende Verhaltensweisen für eine Reise nach oder einen Aufenthalt in Mexiko:
Verfolgen Sie die Entwicklung der Lage in den Medien und befolgen Sie öffentliche Bekanntmachungen.
Wenn Sie sich an einem sicheren Ort aufhalten, beispielsweise in einem Hotel, bleiben Sie bis auf Weiteres dort und verzichten Sie auf nicht unbedingt erforderliche Fahrten.
Meiden Sie Menschenansammlungen und Örtlichkeiten, an denen Polizeieinsätze stattfinden.
Halten Sie Kontakt zu Familienangehörigen und teilen Sie diesen Ihren Standort mit.
Rufen Sie in Notfällen die Notrufnummer 911.
Versuchen Sie bei Straßensperren nicht, sich zu widersetzen oder zu flüchten.
Der Betrieb an einigen Flughäfen, insbesondere im Bundesstaat Jalisco, kann zeitweise beeinträchtigt sein.
Von Reisen in folgende Regionen rät das Auswertige Amt derzeit dringend ab:
Bundesstaat Colima, mit Ausnahme von Manzanillo bei Anreise per Schiff oder Flugzeug
Bundesstaat Guerrero, mit Ausnahme von Ixtapa-Zihuatanejo bei Anreise per Flugzeug und der Stadt Taxco, sofern An- und Abreise bei Tag erfolgt.
Bundesstaat Michoacán, insbesondere die Gebiete westlich der Landeshauptstadt Morelia Bundesstaat Sinaloa, mit Ausnahme von Los Mochis/Bahnstrecke des "El Chepe", bei direkter An- und Abreise per Flugzeug
Bundesstaat Tamaulipas, nördlich von Ciudad Victoria
Bundesstaat Zacatecas Grenzregion zu den USA für über das erforderliche Minimum für Ein- und Ausreise hinausgehende Aufenthalte.
Auf der Website des Auswärtigen Amts findest du noch weitere Regionen und Gebiete, für die Reisewarnungen gelten. Generell mahnt die Behörde "aufgrund der teils unübersichtlichen und sich rasch ändernden Sicherheitslage" zur besonderen Vorsicht im ganzen Land.
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Auch in den News:
Was sind die Auswirkungen für Reisende aus Deutschland?
Laut dem Deutschen Reiseverband haben die besonders von dem Gewaltausbruch betroffenen Regionen im Westen Mexikos rund um die touristische Stadt Puerto Vallarta für deutsche Reiseveranstalter keine Relevanz. Ein Sprecher des Verbandes äußerte sich dazu: "Wir haben keine Kenntnis darüber, dass sich dort deutsche Veranstaltergäste aufhalten."
Auch Flüge von und nach München und Frankfurt würden planmäßig stattfinden – die Lufthansa gab bekannt, es gebe keine Auswirkungen, trotz der Unruhen.
Reiserechtlich gilt: Wer in den letzten Tagen eine Pauschalreise nach Mexiko, speziell in die Westküstenregion geplant hat, kann sie wahrscheinlich ohne Stornierungskosten absagen. Denn das ist immer möglich, sobald am Reiseziel oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die der Durchführung der Reise oder der Beförderung von Personen an den gewünschten Ort im Weg stehen. Meist sagen Reiseanbieter von Pauschalreisen diese in solchen Fällen aber auch von selbst ab.
Pauschalreisende sollen in jedem Fall zu ihrem Reiseveranstalter Kontakt aufnehmen – große Anbieter haben auch eigene Krisenmanagementteams, die für solche Fälle verantwortlich sind. Dagegen müssen Individualreisende, also Urlauber:innen, die Flug und Hotel selbst gebucht haben, das Risiko selbst einschätzen. Falls der Wunsch besteht, die Reise zu verschieben, müssen sie sich mit der Airline und der Unterkunft auseinandersetzen. Auch eine vorzeitige Abreise aus Mexiko müssen sie selbst organisieren.
Verwendete Quellen:
auswaertiges-amt.de: "Mexiko: Reise- und Sicherheitshinweise"
t-online.de: "Mexiko kann für Urlauber zur Todesfalle werden"
Nachrichtenagentur dpa
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