Haarpflege

Haarkuren im Öko-Test: Diese Inhaltsstoffe sorgen für Kritik

Veröffentlicht:

von Nadine von Parseval

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Öko-Test und Stiftung Warentest im Vergleich

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Glanz, Geschmeidigkeit und intensive Pflege: Haarkuren und Haarmasken versprechen viel. Viele der 32 getesteten Produkte überzeugen – doch bei einigen Inhaltsstoffen gibt es Kritik. Dazu gehören ein hormonell wirksamer UV-Filter, ein stark allergieauslösendes Konservierungsmittel und schwer abbaubare Silikone.

Das Wichtigste in Kürze

  • In einem Test wurden 32 Haarkuren und Haarmasken untersucht.

  • Viele der getesteten Pflegeprodukte schneiden mit Bestnote ab.

  • Kritik gibt es unter anderem an Octinoxat, CIT, Galaxolid und Silikonen.

Haarkuren und Haarmasken sollen trockenem oder strapaziertem Haar eine Extraportion Pflege verpassen. Die Auswahl in Drogerien und Supermärkten ist riesig – und die Versprechen auf den Verpackungen sind oft ebenso groß.

Ein Test von 32 Produkten zeigt nun: Viele Haarkuren und -masken können überzeugen. Einige Rezepturen enthalten allerdings Stoffe, die kritisch bewertet werden. Dazu zählen unter anderem ein bestimmter UV-Filter, ein Konservierungsmittel, ein künstlicher Moschusduft sowie Silikone.

Haarkur oder Haarmaske: Wo liegt der Unterschied?

Die Begriffe Haarkur und Haarmaske werden von Herstellern häufig ähnlich verwendet. Grundsätzlich sind Masken jedoch oftmals reichhaltiger und vor allem für stärker geschädigtes Haar gedacht. Eine tägliche Anwendung ist in der Regel nicht nötig. Kuren und Masken sollten höchstens zweimal pro Woche zum Einsatz kommen – und vor allem dann, wenn die Haare tatsächlich zusätzliche Pflege benötigen.

Das kann beispielsweise bei trockenem, rauem oder schwer kämmbarem Haar der Fall sein. Auch sehr feines oder lockiges Haar kann besondere Anforderungen haben. "Ein besonderes Treatment wie eine Kur kann sinnvoll sein, wenn das Haar trocken, rau oder schwer kämmbar ist“, erklärt Haarexpertin Garcia Bartels, Professorin an der Charité Berlin. Empfohlen wird zudem, die Produkte vor allem in die Längen und Spitzen des handtuchtrockenen Haars einzuarbeiten.


32 Haarkuren und Haarmasken unter der Lupe

Für den Test wurden insgesamt 32 Haarkuren und Haarmasken untersucht, darunter acht zertifizierte Naturkosmetik-Produkte. Die Preisspanne ist beträchtlich: Umgerechnet auf 150 Milliliter kosteten die Produkte zwischen 0,98 und 34,70 Euro.

Die gute Nachricht: Zahlreiche Produkte erreichen die Bestnote. Bei einigen Rezepturen fanden sich allerdings Inhaltsstoffe, die aus Sicht der Tester problematisch sind. Einer davon ist Ethylhexylmethoxycinnamat, kurz EHMC. Der Stoff ist auch unter dem Namen Octinoxat bekannt und dürfte in Haarpflegeprodukten vor allem der Stabilisierung der Rezeptur dienen.

Kritik an hormonell wirksamem UV-Filter

EHMC besitzt eine sogenannte endokrine Aktivität. Damit kann der Stoff Einfluss auf die normale Hormonaktivität nehmen. Der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU-Kommission (SCCS) hatte EHMC 2025 neu bewertet. Demnach wurden sowohl in Tierversuchen als auch bei Untersuchungen an menschlichen Zellen hormonelle Wirkungen beobachtet.

Hinzu kommt ein Umweltaspekt: Octinoxat gilt als besonders problematisch für Korallen. In Hawaii ist der UV-Filter deshalb in bestimmten Sonnenschutzmitteln bereits verboten. Auch wenn die Mengen zur Stabilisierung eines Haarpflegeprodukts geringer ausfallen können als beim Einsatz als UV-Filter in Sonnencreme, plädieren die Tester dafür, auf endokrin wirksame Stoffe in Kosmetik zu verzichten.

Konservierungsmittel kann Allergien auslösen

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft Chlormethylisothiazolinon, kurz CIT. Das Konservierungsmittel gehört zu den Isothiazolinonen und darf in der EU nur noch unter strengen Voraussetzungen in abwaschbaren Kosmetikprodukten verwendet werden.

Besonders problematisch ist seine stark hautsensibilisierende Wirkung. CIT kann allergische Reaktionen hervorrufen. Bei Haarmasken und -kuren fällt das besonders ins Gewicht: Manche Produkte sollen bis zu zehn Minuten einwirken und können dadurch vergleichsweise lange mit Haut und Kopfhaut in Kontakt bleiben.


Auch ein Duftstoff steht in der Kritik

Nicht nur Konservierungsstoffe sorgen für Abzüge. In einigen Pflegeprodukten steckt Galaxolid, auch Hexamethylindanopyran genannt. Der künstliche Moschusduft wird wegen seiner süßlichen und sauberen Duftnote eingesetzt. Die Substanz kann sich allerdings im Fettgewebe des Körpers anreichern. Zudem gilt Galaxolid als leberschädigend und zählt inzwischen zu den deklarationspflichtigen allergenen Duftstoffen.

Noch weitreichender könnte eine derzeit laufende Bewertung auf EU-Ebene werden. Die EU-Kommission prüft, Galaxolid als reproduktionstoxischen Stoff der Kategorie 1B und damit als wahrscheinlich fortpflanzungsschädigend einzustufen. Sollte die Substanz künftig als sogenannter CMR-Stoff eingestuft werden, könnte das ein Verbot in Kosmetikprodukten nach sich ziehen.

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Silikone stecken noch in knapp einem Drittel der Produkte

Auch Silikone sind noch nicht vollständig aus Haarkuren und Haarmasken verschwunden. Im Test fanden sie sich in knapp einem Drittel der untersuchten Produkte. Sie legen sich wie eine dünne Schicht um das Haar und können dadurch unmittelbar für eine glattere und glänzendere Optik sorgen. Die eigentliche Haarstruktur wird dadurch jedoch nicht repariert.

Kritisiert werden Silikone vor allem wegen ihrer Auswirkungen auf die Umwelt. Viele dieser Verbindungen sind nur schwer abbaubar. Gleiches gilt für bestimmte weitere Kunststoffverbindungen, die bei der Untersuchung entdeckt wurden. Der Test zeigt damit auch: Wer seinem Haar etwas Gutes tun möchte, muss nicht automatisch zum teuersten Produkt greifen. Viele der untersuchten Haarkuren und -masken kommen ohne die besonders kritisierten Inhaltsstoffe aus.


Verwendete Quellen:

Öko-Test: "Haarmasken & Haarkuren: Diese Stoffe sollten aus den Rezepturen verschwinden"

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