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Erste Hilfe bei Durchfall? Warum Cola und Salzstangen mehr schaden als helfen
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Öko-Test warnt vor Pestiziden in Erdbeermarmelade (28. August 2025)
Videoclip • 01:21 Min • Ab 12
Cola und Salzstangen gelten als Klassiker gegen Durchfall. Warum dieser Mythos alles andere als unterstützend für den Körper ist – und welche Hausmittel wirklich helfen.
Das Wichtigste in Kürze
Bei Durchfallerkrankungen verliert der Körper vor allem Flüssigkeit und wichtige Mineralsalze.
Wichtig ist vor allem: Viel trinken – und die Flüssigkeit möglichst auch in sich behalten.
Der Mediziner Andreas Stallmach erklärt gegenüber Öko-Test, dass die bekannte Kombination aus Salzstangen und Cola sogar eher den gegenteiligen Effekt habe und dem Körper Wasser entziehe.
Wer an Durchfall leidet, der greife am besten zu Cola und Salzstangen: Dieser weit verbreitete Mythos hält sich bis heute. Warum die Kombination sogar das Gegenteil der gewünschten Wirkung erzielt – und was Expert:innen stattdessen raten.
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Cola und Salzstangen: (k)eine gute Idee?
Durchfall bedeutet für den Körper vor allem eins: einen enormen Verlust an Flüssigkeit und damit auch an wichtigen Mineralsalzen (Elektrolyten). Diese kann man mit sogenannten Elektrolytlösungen aus der Apotheke ausgleichen – aber auch mit einfachen Hausmitteln. Cola ist dabei allerdings keine gute Idee, erklärt Professor Andreas Stallmach, Klinikdirektor der Klinik für Innere Medizin IV des Universitätsklinikums Jena, gegenüber Öko-Test.
So sei die Konzentration aus Salz, Zucker und Harnstoff in Cola sehr hoch. Die Folge: Nach dem Trinken ströme zunächst Wasser aus dem Gewebe des Dünndarms aus und Blut ein. Damit verstärkten Cola oder ähnliche Softgetränke sogar den Flüssigkeitsverlust, da der Körper eben kein Wasser aus dem Darm aufnehme.
Bei Salzstangen bleibt Stallmach ebenfalls skeptisch. Denn diese helfen dem Körper genauso wenig, die Flüssigkeitsaufnahme zu erleichtern, so der Experte. Der Grund: Sie bestünden vor allem aus stärkebasierten Kohlenhydraten, die das Wasser im Darm binden. Ebenso verhalte es sich mit Zwieback. Doch welche Lebensmittel helfen wirklich?
Diese Lebensmittel helfen wirklich
Maßnahme Nummer eins lautet wenig überraschend: viel trinken. Neben Wasser gibt es hier zahlreiche wirksame Alternativen wie gesalzene Brühen und kaliumreiche Obstdrinks wie Bananen- oder Aprikosensaft. Öko-Test empfiehlt außerdem Tee, am besten schwarzen. Die darin enthaltenen Gerbstoffe sollen nämlich eine beruhigende Wirkung auf den Magen haben. Als ergänzende Kost rät Andreas Stallmach zu Bananen, Apfelmus oder Reis.
Wer es kreativ mag, kann sich das Anti-Durchfall-Getränk der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zubereiten:
4 Teelöffel Zucker
¾ Teelöffel Kochsalz
250 ml Orangensaft
1 Liter Mineralwasser
Kommen starke Kreislaufprobleme, Blut im Stuhl und hohes Fieber oder Blut im Stuhl hinzu, sollte dringend ärztliche Hilfe aufgesucht werden – ebenso, wenn nach etwa 72 Stunden keine Besserung eintritt.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Öko-Test: "Salzstangen? Zwieback? Welche Mittel gegen Durchfall helfen"
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