Von Tschechien ausgeliefert
Neonazi Marla Svenja Liebich muss ins Männergefängnis – alle Tricks umsonst?
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Neonazi Liebich muss doch in Männergefängnis
Videoclip • 01:21 Min • Ab 12
Seit Mittwoch befindet sich Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich wieder in Deutschland. Nun ist klar: Die Neonazi muss ins Männergefängnis. Das ist die Begründung.
Das Wichtigste in Kürze
Die Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich muss nach ihrer Auslieferung aus Tschechien ins Männergefängnis.
Liebich soll ihre Haftstrafe in der JVA Zeithain im Landkreis Meißen verbüßen.
Dabei wurde vor allem mit der Sicherheit der Insassinnen im Chemnitzer Frauengefängnis argumentiert.
Die Entscheidung fiel schnell und eindeutig: Obwohl Marla Svenja Liebich offiziell als Frau registriert ist, wird die verurteilte Neonazi ihre Haftstrafe in einem Männergefängnis verbüßen. Nach ihrer Auslieferung aus Tschechien nach Deutschland am Mittwoch (15. Juli) war die 55-Jährige zunächst in das Frauengefängnis Chemnitz gebracht worden – doch bereits am selben Tag erfolgte die Verlegung in die Justizvollzugsanstalt Zeithain im Landkreis Meißen.
Sicherheit der Insassinnen im Fokus
Die Anstaltsleitung traf die Entscheidung nach einem Gespräch mit Liebich und einer Untersuchung. Dabei spielte vor allem die Sicherheit der weiblichen Gefangenen in Chemnitz eine zentrale Rolle. Sachsens Justizministerin Constanze Geiert (CDU) begrüßte das rasche Handeln: Die Justizvollzugsanstalt habe schnell Klarheit geschaffen und sich nicht auf Inszenierungen eingelassen.
Die Verlegung war das Ergebnis eines engen Austauschs zwischen allen beteiligten Behörden – auch den tschechischen Stellen, wie Oberstaatsanwalt Dennis Cernota von der Staatsanwaltschaft Halle mitteilte.
Monatelange Flucht und umstrittener Geschlechtswechsel
Liebich war im Juli 2023 – damals noch unter dem Namen Sven – wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Statt die Haft Ende August 2025 anzutreten, floh die Rechtsextremistin und wurde erst im April dieses Jahres in Tschechien gefasst.
In der Zwischenzeit hatte Liebich ihren Geschlechtseintrag von männlich auf weiblich und den Vornamen in Marla Svenja ändern lassen – ein Schritt, den Kritiker:innen als Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes werteten. Vor dem tschechischen Gericht hatte Liebich erklärt, Angst zu haben, in einem deutschen Männergefängnis ums Leben zu kommen.
Auch in den News:
Rechtliche Klärung steht noch aus
Vor dem Amtsgericht Halle steht derzeit noch eine Entscheidung darüber aus, ob die Änderungen des Geschlechtseintrags rückgängig gemacht werden können. Der Saalekreis hatte im Dezember 2025 rechtliche Schritte für eine Berichtigung eingeleitet.
Liebich hatte seit 2014 regelmäßig Demonstrationen organisiert, oft auf dem Marktplatz in Halle. Dabei kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit Gegendemonstrant:innen.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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