Erinnerungen an NS-Zeit

Irritierende Rede beim AfD-Jugendkongress: Chrupalla will Bewerber prüfen lassen

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von dpa

Die AfD-Spitze prüft den fragwürdigen Auftritt eines Teilnehmers beim Gründungskongress der neuen Jugendorganisation.

Bild: Thomas Frey/dpa


Beim AfD-Jugendkongress sorgte eine Bewerberrede wegen Tonfall und Stil für Verwirrung. Der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla hat angekündigt, eine Prüfung einzuleiten.

Die AfD-Spitze prüft nach Angaben von Parteichef Tino Chrupalla den fragwürdigen Auftritt eines Teilnehmers beim Gründungskongress der neuen Jugendorganisation. "Mit dem Inhalt sowie die Art und Weise seines Bewerbungsvortrags hat sich Alexander Eichwald von den Grundsätzen der Partei distanziert. Der Bundesvorstand missbilligt das ausdrücklich und sieht sich daher veranlasst, eine Prüfung seiner Daten und Mitgliedsrechte vorzunehmen", sagte Chrupalla der Deutschen Presse-Agentur.

Bei dem Kongress in Gießen hatte sich ein "Alexander Eichwald" für einen Posten im Vorstand beworben und mit seiner Bewerbungsrede in der Halle für Verwirrung und Kritik gesorgt. Eichwald trat mit rollendem "R" und einer im Ton an NS-Reichskanzler Adolf Hitler erinnernden Rede ans Pult, sprach die Teilnehmer mit "Parteigenossen und -genossinnen" an und rief in den Saal: "Die Liebe und Treue zu Deutschland teilen wir uns hier gemeinsam" und "es ist und bleibt unsere nationale Pflicht, die deutsche Kultur vor Fremdeinflüssen zu schützen".


Aus dem Saal kam anschließend scharfe Kritik. Eichwald wurde unter großem Beifall gefragt, ob er ein V-Mann des Verfassungsschutzes sei. Sein rollendes "R" erklärte er damit, Russlanddeutscher zu sein. Gemutmaßt wurde auch, ob der Auftritt Teil einer Comedy-Aktion sein könnte, um der AfD zu schaden. Auf die Frage, ob sein Auftritt ernst gewesen sei, sagte Eichwald beim Verlassen der Tagungshalle zu dpa nur kurz "Ja". Der Mann kommt laut Chrupalla aus dem Landesverband Nordrhein-Westfalen.

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