Krise in der Union
Bleibt Merz Kanzler? Fraktionschef Thorsten Frei gibt Rückendeckung vor Landtagswahlen
Aktualisiert:
von Jacqueline Bittl:newstime
Bleibt Merz? Kanzler-Krise vor den Wahlen
Videoclip • 01:45 Min • Ab 12
Wenige Tage vor den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin stellt sich Unionsfraktionschef Thorsten Frei hinter Bundeskanzler Friedrich Merz. Doch die Nervosität in der Union ist spürbar – schwache Umfragewerte und Wahlniederlagen hinterlassen Spuren.
Unionsfraktionschef Thorsten Frei hat am Mittwoch (16. September) in aller Deutlichkeit klargemacht: Friedrich Merz bleibt Kanzler – auch nach den anstehenden Landtagswahlen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, zeigte sich der CDU-Politiker im Interview mit RTL und NTV überzeugt, dass Merz auch in einer Woche noch unumstößlich Partei- und Regierungschef sein werde. Die Fraktion stehe geschlossen hinter dem Kanzler.
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Desaströse Umfrageergebnisse setzen Merz und die Union unter Druck
Doch Freis Worte können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Stimmung in der Union angespannt ist. Der Fraktionschef räumte selbst ein, dass die desaströsen Umfragewerte und die jüngsten Wahlergebnisse Folgen für die Stimmung in Partei und Fraktion hätten.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Laut aktuellem RTL/NTV-"Trendbarometer" sind 88 Prozent der Bundesbürger:innen mit der Arbeit des Kanzlers unzufrieden – der niedrigste Wert, den das Meinungsforschungsinstitut Forsa bislang für Merz gemessen hat. Die Union ist auf 20 Prozent abgesackt. Auch laut dem neuen ZDF-"Politbarometer" verliert der Bundeskanzler weiter an Rückhalt in der Bevölkerung.
Fraktionschef Thorsten Frei (rechts) steht weiter hinter Friedrich Merz. (Archivbild)
Bild: Christoph Soeder/dpa
Verzicht auf UN-Reise als Signal nach innen – aber die kritischen Stimmen werden lauter
Dass Merz kommende Woche nicht zur UN-Vollversammlung nach New York reist, wertete Frei als richtige Entscheidung. Es gebe in Deutschland "jede Menge Aufgaben", etwa in der Gesundheits-, Renten- und Pflegepolitik sowie beim Haushalt. Die Botschaft ist klar: Der Kanzler konzentriert sich auf die Heimatfront, während die Partei um ihre Zukunft kämpft.
Frei interpretiere die Debatte über die Person des Kanzlers als Ausdruck einer verunsicherten Lage – innerparteilich wegen der Wahl- und Umfrageergebnisse. Seine Hoffnung: Gelinge eine wirtschaftliche Wende, würden sich auch viele andere Themen auflösen lassen – "selbstverständlich" auch die Diskussion um Merz.
Die Nervosität in der Union ist berechtigt. In Mecklenburg-Vorpommern liegt die CDU in jüngsten Umfragen nur knapp zweistellig bei zehn Prozent, in Berlin liefert sie sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz 2 mit der AfD (beide 18 Prozent) hinter der Linken (22 Prozent). Nach dem Wahldesaster in Sachsen-Anhalt am 6. September, wo die CDU mit 17,2 Prozent eine schwere Niederlage einfuhr, steht die Partei unter enormem Druck.
Selbst aus den eigenen Reihen kommen mahnende Worte. Sachsen-Anhalts ehemaliger Ministerpräsident Reiner Haseloff empfahl Merz eine "sehr empathische Ansprache" an die Bevölkerung. Der Kanzler müsse "den Zugang zu den Menschen als Person auch wiederfinden". Haseloff sprach aus, was vielen in der Union wohl schmerzlich bewusst ist: Merz sei der am schlechtesten angesehene Kanzler der deutschen Geschichte, und die CDU habe noch nie so weit unten gelegen.
Die entscheidende Frage bleibt: Kann Merz die Kurve noch kriegen, oder werden die Landtagswahlen am kommenden Sonntag (20. September) zum Wendepunkt seiner Kanzlerschaft?
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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