Neuer Plan

Reiche unter Zugzwang: Gasspeicher fast zur Hälfte leer – diese Unternehmen sollen jetzt helfen

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von Emre Bölükbasi

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Verband: Komplett leere Gasspeicher im Februar sind möglich (8. September)

Videoclip • 01:33 Min • Ab 12


Noch ist es ein Planspiel: Berlin lotet aus, wie Sefe und Uniper den Gasmarkt für die Wintervorsorge nutzen könnten. Wer am Ende den Preis dafür zahlen soll.

Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschlands Gasspeicher sind nur zu rund 56 Prozent gefüllt – und Ministerin Katherina Reiche gerät unter Druck.

  • Nun sollen die Staatsunternehmen Sefe und Uniper helfen, die Reserven vor Beginn der Heizperiode aufzustocken.

  • Wie der Plan funktioniert und wer die Kosten trägt, erfährst du hier im Artikel.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verhandelt mit den staatseigenen Energiekonzernen Sefe und Uniper über eine bessere Befüllung der deutschen Gasspeicher. Die derzeit nur zu 56 Prozent gefüllten Speicher sollen durch kommerzielle Entscheidungen der Unternehmen aufgestockt werden – ohne dass Steuerzahler:innen oder Gaskund:innen über eine Umlage belastet werden.


Der Gasimporteur Sefe, der sich vollständig im Bundesbesitz befindet, bestätigte bereits den Einkauf von Gas. Das Unternehmen betonte, ausschließlich aus strategischen und wirtschaftlichen Erwägungen zu handeln – eine Anweisung des Bundeswirtschaftsministeriums gebe es nicht. Die Befüllung sei für Sefe vorteilhaft, da Profitabilität und Versorgungssicherheit sich nicht ausschließen würden, auch mit Blick auf die bis Ende 2028 geplante Privatisierung.

Der Energiekonzern Uniper, zu 99 Prozent in Staatshand, steht ebenfalls im regelmäßigen Austausch mit politischen Entscheidungsträger:innen. Die von Uniper betriebenen Speicher sind bereits vergleichsweise gut gefüllt, anders als der von Sefe betriebene größte deutsche Speicher im niedersächsischen Rehden.

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Hintergrund der niedrigen Füllstände

Normalerweise kaufen Großhändler im Sommer Erdgas günstig ein, speichern es und verkaufen es im Winter mit Gewinn weiter. Derzeit sind die Preise infolge des Iran-Kriegs jedoch sehr hoch, sodass eine Einspeicherung wirtschaftlich nicht attraktiv ist. Die Folge: Die Speicher sind deutlich geringer gefüllt als sonst zu dieser Jahreszeit.

Reiche hatte vor einer Woche im Bundestag die Handlungsfähigkeit der Regierung betont und erklärt, Vorkehrungen für jedes Szenario getroffen zu haben. Gleichzeitig warnte sie: "Der Staat darf nicht selbst zum Preistreiber werden. Sonst sind hohe Energiepreise das Ergebnis, und unsere Wirtschaft wird noch mehr belastet."

Nach aktuellem Erkenntnisstand des Wirtschaftsministeriums ist eine Gasmangellage im kommenden Winter nicht zu erwarten.



Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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