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Volkswagen eskaliert im Streit mit Belegschaft – und kündigt zehn Tarifverträge
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:newstime
VW gibt Milliarden-Deal bekannt (29. September)
Videoclip • 01:12 Min • Ab 12
Der Autokonzern VW eskaliert den Streit mit Belegschaft und Gewerkschaft – und stellt den Schutzrahmen für mehr als 100.000 Beschäftigte infrage. Zehn Tarifverträge wurden gekündigt.
Das Wichtigste in Kürze
Autobauer VW hat zehn Tarifverträge gekündigt.
Die Hiobsbotschaft für die Belegschaft folgt inmitten einer ohnehin angespannten Situation.
Für den G-Metall-Chef Thorsten Gröger ist das Verhalten des Konzerns ein "übles Foul".
Mitten in einer bereits angespannten Lage hat Volkswagen am Mittwoch (30. September) die Arbeitnehmerseite geschockt: Der Konzern hat zehn Tarifverträge fristgerecht zum 31. Dezember 2026 gekündigt. Darunter befindet sich auch der Manteltarifvertrag – jenes zentrale Regelwerk, das Arbeitsbedingungen, Arbeitszeiten und Zulagen für über 100.000 VW-Beschäftigte in Deutschland festlegt.
Zehn von dreizehn – und der Kern ist dabei
Der VW-Haustarif besteht insgesamt aus 13 Einzelverträgen. Zehn davon liegen nun auf dem Kündigungsstapel, darunter ausgerechnet jener Manteltarifvertrag, der die Grundpfeiler der Beschäftigung trägt. Ein Konzernsprecher wollte die genaue Zahl der gekündigten Verträge zwar nicht bestätigen – die IG Metall zählt jedoch zehn. Unangetastet bleibt hingegen der Zukunftstarifvertrag aus dem Jahr 2024 mitsamt der darin verankerten Beschäftigungssicherung bis Ende 2030.
Auch in den News:
Ein Paukenschlag mit Ansage
Die Kündigung fiel mitten in ein sogenanntes Überprüfungsgespräch zwischen VW-Management, IG Metall und Betriebsrat. Die Arbeitnehmerseite hatte dieses Treffen selbst einberufen – mit dem Ziel, Klarheit darüber zu erhalten, ob VW die Zusagen aus dem mühsam erkämpften Tarifabschluss von 2024 noch einhält. Statt Beruhigung erlebten sie eine Eskalation.
VW-Personalvorstand Arne Meiswinkel begründete den Schritt mit einer dramatisch verschärften Wettbewerbslage: Strukturelle Marktveränderungen, massive Konkurrenz durch chinesische Hersteller, die mit günstig kalkulierten Exporten nach Europa drängen – das alles erhöhe den Preis- und Kostendruck auf ein Niveau, das eine Anpassung bestehender Tarifregeln unausweichlich mache. Die Maßnahmen aus dem Zukunftsplan 2030 müssten nun zügig und konsequent greifen, so Meiswinkel.
Ab Januar 2027 drohen erste Folgen
Für die Belegschaft könnten die Konsequenzen bereits ab Anfang Januar 2027 spürbar werden. Mit der Kündigung will das Unternehmen Verhandlungsspielraum schaffen. Die bisherigen Regelungen gelten zwar bis zum Auslaufen der Verträge weiter, danach aber steht alles zur Disposition.
Gewerkschaft und Betriebsrat schlagen Alarm
IG Metall und Betriebsrat reagierten mit scharfer Ablehnung. Niedersachsens IG-Metall-Chef Thorsten Gröger bezeichnete den Schritt als ein "übles Foul" an der gesamten Belegschaft und einen "schamlosen Versuch", erneut in deren Taschen zu greifen. Das werde man nicht dulden. VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo kündigte eine "heftige Auseinandersetzung zum Jahreswechsel" an.
Dabei ist der Hintergrund bekannt: Der Tarifabschluss von 2024 war nur nach mehreren Warnstreiks und einem wochenlangen Verhandlungsmarathon kurz vor Weihnachten zustande gekommen. 1 Er sah den Abbau von 35.000 VW-Jobs bis 2030 vor, Einschnitte bei Boni und Zulagen sowie eingefrorene Lohnerhöhungen. Im Gegenzug hatte VW betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen ausgeschlossen und Investitionszusagen für deutsche Standorte gemacht.
Umbau von historischem Ausmaß
Der aktuelle Konflikt fügt sich in einen Konzern im Ausnahmezustand: Weltweit will VW in den kommenden Jahren bis zu 50.000 weitere Stellen streichen – zusätzlich zu bereits laufenden Abbauprogrammen. Rund die Hälfte davon könnte auf deutsche Standorte entfallen. Konkrete Pläne müssen erst noch mit der Arbeitnehmerseite verhandelt werden. Zudem ist die Zukunft der Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie des Audi-Standorts Neckarsulm über das Jahr 2031 hinaus weiterhin ungeklärt.
Die nächste Runde in diesem Tarifkonflikt dürfte kaum weniger turbulent werden als die letzte.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
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