Tarifverhandlungen

Verdi ruft zu IKEA-Warnstreik auf: Milliardenumsätze – doch "bei Beschäftigten kommt so gut wie nichts davon an"

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

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Verdi: Die Gewerkschaft hinter den Streiks (23. März)

Videoclip • 01:33 Min • Ab 12


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Die Gewerkschaft Verdi dreht die Eskalationsspirale weiter: An diesem Freitag sollen erstmals mehr als die Hälfte aller deutschen IKEA-Filialen bestreikt werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verdi ruft am Freitag, den 19. Juni, zu bundesweiten Warnstreiks in über der Hälfte aller IKEA-Filialen auf.

  • Grund für den Streik sei ein geplanter Personalabbau sowie unfaire Löhne.

  • Der schwedische Möbelriese reagiert gelassen: Die Auswirkungen für Beschäftigte und Kund:innen würden gering ausfallen.

Der schwedische Möbelriese wird zum Hauptziel im erbitterten Tarifstreit: Für den Freitag (19. Juni) hat die Gewerkschaft Verdi zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen – mit IKEA als zentralem Angriffspunkt. In über der Hälfte der 54 deutschen Einrichtungshäuser des schwedischen Konzerns werden Beschäftigte die Arbeit niederlegen. Auch Mitarbeiter:innen weiterer Handelsunternehmen schließen sich den Protesten an.

Gewerkschaft wirft Ikea radikalen Sparkurs vor

Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer übt scharfe Kritik am Möbelgiganten: "Im Handel werden täglich Milliardenumsätze gemacht, aber bei den Beschäftigten kommt so gut wie nichts davon an – gerade auch bei IKEA". Trotz guter wirtschaftlicher Lage plane das Unternehmen einen Personalabbau. Statt fairer Löhne werde ein radikaler Sparkurs gefahren. IKEA spielt in der Tarifrunde auf Arbeitgeberseite Zimmer zufolge eine einflussreiche Rolle.

Die Streikwelle rollt bereits seit Wochen durch die Republik. Mitte Mai und Anfang Juni hatte Verdi bereits zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen. Damals waren mehr als 5.000 Beschäftigte an über 200 Standorten beteiligt, darunter Filialen von Edeka, Rewe, Kaufland und Douglas.

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Unternehmen und Arbeitgebende zeigen sich gelassen

IKEA reagiert auf die Streikankündigung mit Gelassenheit. Jeder Streik stelle das betroffene Einrichtungshaus zwar vor organisatorische Herausforderungen, in der Regel gelinge es jedoch, die Auswirkungen für Beschäftigte und Kund:innen gering zu halten. Das Unternehmen respektiere das Streikrecht, betonte eine Sprecherin.

Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) gibt sich unbeeindruckt. "Die Handelsunternehmen können gut mit Streiks umgehen, das haben die vergangenen Wochen sehr deutlich gezeigt", erklärte Tarifgeschäftsführer Steven Haarke.

Sieben Prozent Lohnplus gefordert

Die Gewerkschaft fordert sieben Prozent mehr Lohn. Mindestens jedoch 225 Euro monatlich, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber:innen haben in mehreren Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Hamburg ab November eine Erhöhung um zwei Prozent angeboten sowie ab August 2027 weitere 1,5 Prozent – bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Verdi lehnte dies ab.

Im Handel arbeiten bundesweit rund 5,2 Millionen Menschen, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die Verhandlungen für letzteren sowie den Groß- und Außenhandel starteten im April in den ersten Landesbezirken. Vorherige Tarifverhandlungen zogen sich über mehr als ein Jahr hin und endeten mit einem Einkommensplus: Für die Jahre 2023 bis 2025 gibt es etwa 14 Prozent mehr.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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