Neue Regeln der FCC

USA verbietet Internet-Router aus dem Ausland

Veröffentlicht:

von Jana Wejkum

:newstime

So hoch ist der Schaden durch Hacker und Sabotage (November 2025)

Videoclip • 01:54 Min • Ab 12


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Spionage, Sabotage, Diebstahl: Dafür können Internet-Router von Hacker:innen ausgenutzt werden. Die US-Regierung greift jetzt mit einer drastischen Maßnahme durch.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die US-Telekommunikationsaufsicht FCC hat am 23. März den Verkauf aller ausländischen Router an Konsument:innen verboten.

  • Grund dafür ist laut FCC das Risiko der Router, für ausländische Cyberattacken, vor allem von China, ausgenutzt zu werden.

  • Auch in Deutschland und Europa gibt es Pläne, chinesische Telekommunikationstechnologien in Zukunft einzuschränken.

Internetzugang "made in the USA": Das will die Telekommunikationsaufsicht FCC durchsetzen. Sie verbietet in einer Mitteilung vom 23. März "alle Router für Konsumenten, die im Ausland hergestellt wurden". Bereits gekaufte Geräte sind von dem Verbot ausgenommen.

Die FCC spricht von "erheblichen Risiken für die nationale Sicherheit und die Sicherheit von US-Bürgern". Sie argumentiert, dass Router aus dem Ausland die Lieferkette anfällig machen würden und so die "US-Wirtschaft, kritische Infrastruktur und nationale Verteidigung" stören könnten.

Router als Einfallstor für Cyberattacken

Feindliche Akteure hätten laut FCC Sicherheitslücken in ausländisch hergestellten Routern genutzt, um amerikanische Haushalte zu attackieren, Netzwerke zu stören, Spionage zu ermöglichen und den Diebstahl geistigen Eigentums zu ermöglichen.

Router hätten in den sogenannten "Volt-, Flax- und Salt-Typhoon"-Cyberattacken eine Rolle gespielt, so die Behörde. Wie der US-Kongress informiert, handelt es sich dabei um Bezeichnungen für Akteure, die mit Unterstützung Chinas amerikanische Telekommunikationsunternehmen infiltriert haben sollen. Sie hätten Malware installiert, ein Botnet mit internetfähigen Haushaltsgeräten aufgebaut und Informationen von Telekommunikationsunternehmen gestohlen.

Derartige Angriffe hat es nach Recherchen von "Spiegel", ZDF und "Standard" auch in Deutschland gegeben, etwa im Bundesamt für Kartographie und Geodäsie im Jahr 2021.

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Großteil aller Router betroffen

Die Verbotsliste der FCC umfasst bereits seit 2021 Telekommunikationsequipment der bekannten chinesischen Firmen Huawei und ZTE. Seit dem 23. März gehören alle ausländischen Router für Konsument:innen dazu, es sei denn, die Behörde gewährt eine spezielle Genehmigung, diese zu importieren. Dazu müssen die Hersteller laut BBC ihre ausländischen Investoren offenlegen und Pläne vorstellen, die Produktion in die USA zu verlagern.

Der "Spiegel" berichtet, dass chinesische Hersteller mindestens 60 Prozent des Marktes ausmachen. Auch wenn der Router in den USA entworfen wurde und im Ausland hergestellt wird, ist der Verkauf verboten. Das trifft nach Recherchen der BBC auf den US-Hersteller Netgear zu, dessen Produkte nicht in den USA hergestellt werden. Die neuen Router von Starlink, Elon Musks Firma, seien hingegen nicht betroffen: Sie werden in Texas hergestellt.

Auch in den News:

Auch EU und Deutschland rüsten um

Das Thema ausländischer Cyberangriffe gewinnt in Deutschland und Europa spätestens seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine zunehmend an Bedeutung. Angriffe auf Internetkabel in der Ostsee haben das Bewusstsein für ausländische Sabotage geschärft.

Weil chinesische Firmen gesetzlich verpflichtet sind, eng mit dem Staat zu kooperieren, wird befürchtet, dass sie auf Anweisung der Regierung Mechanismen einbauen, mit denen Sabotage möglich ist. Die Europäische Kommission verkündete im Januar, dass chinesische Netzwerktechnik von Huawei und ZTE (sogenannte "Hochrisiko"-Ausrüster) künftig EU-weit nicht mehr genutzt werden soll.

Wie der "Stern" mit Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP berichtet, hält ein Gutachten am Europäischen Gerichtshof (EuGH) ein Verbot für riskante Hersteller grundsätzlich für möglich. Das chinesische Außenministerium wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete die Einschränkungen als "nackten Protektionismus", zitiert die "Tagesschau".

In Deutschland dürfen Mobilfunkunternehmen ab 2027 keine Bauteile der beiden chinesischen Hersteller in ihren Rechenzentren nutzen, später müssen sie auch ihre Funkmasten umstellen. Der Anbieter Vodafone plante bereits im Oktober 2025, Technik von Huawei gegen die des südkoreanischen Herstellers Samsung auszutauschen, wie das "Handelsblatt" berichtete.


Verwendete Quellen:

FCC: "FACT SHEET: FCC Updates Covered List to Include Foreign-Made Consumer Routers, Prohibiting Approval of New Models"

FCC: "List of Equipment and Services Covered By Section 2 of The Secure Networks Act"

Congress.gov: "Salt Typhoon Hacks of Telecommunications Companies and Federal Response Implications"

BBC: "US bans new foreign-made consumer internet routers"

Spiegel: "USA verbieten den Import von Internetroutern"

Spiegel: "Chinas Staatshacker drangen in Bundesbehörde ein"

Stern: "Huawei-Ausschluss von Mobilfunknetz: EuGH-Gutachten stärkt Politik den Rücken"

Handelsblatt: "Vodafone ersetzt Huawei-Technik"

Tagesschau: "Huawei und ZTE sollen raus aus dem Netz"

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