Deutscher Rüstungsriese
Trotz Milliardendeals: Rheinmetall-Aktie stark gefallen
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Militärausgaben erreichen Rekordwert
Videoclip • 34 Sek • Ab 12
Rheinmetall hat innerhalb einer Woche rund 11 Prozent an Börsenwert eingebüßt. Obwohl die Auftragsbücher mehr als voll sind und weltweit aufgerüstet wird wie selten zuvor. Woran liegt das?
Das Wichtigste in Kürze
Die Rheinmetall-Aktie ist binnen einer Woche von knapp 1.500 Euro auf etwas über 1.300 Euro gefallen und hat rund 11 Prozent verloren.
Trotz großer Neuaufträge für Drohnen- und Marineprojekte sowie Umsatzfantasien von bis zu 45 Milliarden Euro bis 2030 bleibt das Interesse vieler Anleger:innen aktuell gering.
Darum bleiben renommierte Analyst:innen dennoch optimistisch.
Am Aktienmarkt erlebt Rheinmetall derzeit eine deutliche Abkühlung. Noch vor wenigen Tagen notierte das Papier des größten deutschen Rüstungskonzerns nahe 1.500 Euro, inzwischen liegt der Kurs nur noch knapp über der Marke von 1.300 Euro. Damit summiert sich in kurzer Zeit ein zweistelliges Minus, obwohl das geschäftliche Umfeld für den Rüstungskonzern eigentlich Rückenwind liefert.
Denn operativ läuft es für Rheinmetall aus Düsseldorf: Der Konzern sicherte sich erst kürzlich Großaufträge für moderne Waffensysteme, unter anderem für Kamikaze-Drohnen für die Bundeswehr und unbemannte Überwasserfahrzeuge. Projekte wie das Aufklärungssystem Kraken K3 Scout stehen stellvertretend für die technologische Ausrichtung auf vernetzte, unbemannte Plattformen. Branchenkenner:innen trauen dem Unternehmen zu, den Umsatz bis zum Jahr 2030 auf Größenordnungen von bis zu 45 Milliarden Euro zu steigern, wie die "Stuttgarter Zeitung" berichtet. Trotzdem schlägt sich dieser Optimismus derzeit kaum im Kurs nieder.
Auch in den News:
Technische Ampeln stehen bei Rheinmetall derzeit auf Rot
Charttechnisch hat sich die Lage deutlich eingetrübt. Die Rheinmetall-Aktie notiert klar unter wichtigen Trendlinien wie dem 100- und dem 200-Tage-Durchschnitt. Eine zentrale Unterstützungszone um 1.322 Euro konnte zuletzt nur knapp behauptet werden. Fachleute warnen: Sollte diese Marke nachhaltig fallen, seien Rücksetzer in Richtung 1.200 Euro möglich.
Auch Stimmungsindikatoren deuten auf Schwäche hin. Der Relative-Stärke-Index (RSI) signalisiert anhaltenden Abgabedruck und spiegelt damit die Unsicherheit vieler kurzfristig orientierter Investor:innen wider. Aus technischer Sicht überwiegen damit derzeit die Risiken gegenüber den Chancen.
Warum Analyst:innen zuversichtlich bleiben
Die Zurückhaltung am Markt hat dem Bericht zufolge aber weniger mit Rheinmetall selbst zu tun als mit der gesamten Rüstungsbranche. Trotz anhaltender geopolitischer Spannungen und steigender Verteidigungsetats investieren viele Fonds und Privatanleger:innen nur zögerlich in Waffenhersteller. Gründe könnten ethische Vorbehalte, politische Eingriffe oder Unsicherheit über langfristige Budgets sein.
Hinzu kommt, dass Börsianer:innen bezweifeln, ob die aktuell hohen Militärausgaben dauerhaft so bleiben. Diese Unklarheit führt dazu, dass ein Teil des potenziellen Wachstums in den Kursen noch nicht eingepreist ist – trotz voller Projektpipeline und hoher Nachfrage nach Verteidigungstechnik
Auf Seiten der Analysehäuser überwiegt laut "Stuttgarter Zeitung" dennoch der Optimismus. Unternehmen wie Jefferies und Bernstein Research haben ihre Zielmarken für die Rheinmetall-Aktie auf über 2.000 Euro angehoben. Sie argumentieren, dass die aktuelle Bewertung das erwartete Wachstum nicht ausreichend widerspiegelt und sprechen von einer attraktiven Einstiegsgelegenheit.
Verwendete Quellen:
Stuttgarter Zeitung: "Rheinmetall-Aktie um 11 % gefallen - Was steckt dahinter"
Nachrichtenagentur dpa
Nachrichtenagentur Reuters
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