Mysterium auf dem roten Planeten
Dunkler Schatten auf dem Mars immer größer: Was hat es damit auf sich?
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Mars-Rover findet Hinweise auf außerirdische Lebewesen
Videoclip • 01:47 Min • Ab 12
Seit den 1970er Jahren hat sich eine dunkle Fläche auf der Oberfläche des Mars deutlich vergrößert. Weltraum-Expert:innen sind sich nicht sicher, was hinter dem Phänomen steckt.
Das Wichtigste in Kürze
Neue Mars-Aufnahmen zeigen, dass ein dunkler Fleck auf dem roten Planeten seit den 1970er Jahren deutlich gewachsen ist.
Es soll sich um vulkanische Asche- und Sandablagerungen, die aus dunklen Mineralen bestehen, handeln.
Wie der dunkle Fleck genau entstanden ist, dazu gibt es zwei Theorien unter Wissenschaftler:innen.
Dunkler Fleck auf dem Mars breitet sich aus
Seit Jahrzehnten blicken Raumsonden aus dem All auf den Mars. Besonders spannend wird es, wenn man ältere mit aktuellen Aufnahmen vergleicht. Genau das haben Forschende nun mit Bildern des NASA-Orbiters "Viking" aus dem Jahr 1976 und neuen Aufnahmen der deutschen HRSC-Kamera an Bord der ESA-Sonde "Mars Express" getan. Das Ergebnis sorgt für Staunen: Eine dunkle Struktur, die sich über den sonst rötlichen Marsboden legt, hat sich in den vergangenen rund 50 Jahren deutlich ausgebreitet, wie merkur.de berichtet.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erklärt auf seiner Website, es handle sich bei diesem dunklen Material um vulkanische Asche- und Sandablagerungen. Diese bestehen vor allem aus dunklen Mineralen wie Olivin und Pyroxen. Solche vulkanischen Spuren passen zum Bild des Mars: Der Planet ist für seine ausgeprägte vulkanische Vergangenheit bekannt.
Größter Vulkan des Sonnensystems auf dem Mars
Besonders eindrucksvoll zeigt sich diese Vergangenheit am Olympus Mons. Mit etwa 22 Kilometern Höhe ist er der größte bekannte Vulkan im Sonnensystem – und damit deutlich höher als der Mauna Loa auf Hawaii, der als größter Vulkan der Erde auf rund 4.170 Meter Höhe kommt. Solche Giganten belegen, dass der Mars einst ein sehr aktiver Planet gewesen sein muss.
Nach heutigem Wissensstand gibt es zwar keine aktuell ausbrechenden Vulkane mehr auf dem Mars. Doch Forschende gehen nicht davon aus, dass der Planet vollständig geologisch "tot" ist. In geologisch jüngerer Zeit könnte es dem Bericht nach weiterhin vulkanische oder magmatische Aktivität gegeben haben. Ob die nun beobachteten Veränderungen an der Oberfläche direkt mit jüngerer Aktivität zusammenhängen, ist aber bislang offen.
Auf dem Mars breitet sich seit Jahrzehnten ein dunkler Schatten aus. Wissenschaftler:innen haben dafür zwei Theorien.
Bild: ESA/DLR/FU Berlin
Rätsel für die Forschung bleibt bestehen
Die zentrale Frage lautet: Wie konnte sich die dunkle Aschefläche in nur etwa 50 Jahren so stark ausbreiten? In einer Stellungnahme der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA, aus der heute.at zitiert, heißt es dazu:
"Für die Ausbreitung der Asche in den letzten 50 Jahren gibt es zwei mögliche Erklärungen: Entweder wurde sie von Marswinden aufgewirbelt und verweht, oder der ockerfarbene Staub, der zuvor die dunkle Asche bedeckte, ist weggeweht worden."
Damit skizzieren die Fachleute zwei Szenarien. Entweder haben starke Marswinde das Material aktiv transportiert und verteilt. Oder es war schon lange vorhanden – jedoch von hellem Staub bedeckt, der erst in den vergangenen Jahrzehnten nach und nach abgetragen wurde.
Welche dieser Theorien stimmt, lässt sich bisher nicht beantworten. Die ESA betont, dass die Wissenschaftler:innen noch keine eindeutige Lösung für das Rätsel haben.
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
merkur.de: "Dunkler "Schatten" breitet sich auf dem Mars aus – Fachleute haben gleich zwei Erklärungen"
heute.at: "Mysteriöser Schatten auf dem Mars wird immer größer"
DLR
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Einfach mal Danke sagen
Muttertag 2026: Wann ist er und welche Bedeutung hat er?

Millionen Zuschauer
Elchwanderung: Schweden schaut gebannt auf diesen Livestream

Royaler Geburtstag
Koningsdag 2026: Oranje-Fieber erfasst NRW‑Grenzregion und Niederlande

Gestrandeter Buckelwal
Wird der Wal-Transport zur Qual? Forscher warnt vor Lärm-Albtraum

ARD-Umfrage
Mehrheit in Deutschland findet Wohlstand nicht gerecht verteilt

Sipri-Bericht
Weltweiter Rekord: Deutschland auf Platz vier bei Militärausgaben

