ARD-Umfrage
Ungleiches Deutschland? Mehrheit findet Wohlstand nicht gerecht verteilt
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Umfrage: Deutsche glauben nicht an Rente (26. April)
Videoclip • 01:11 Min • Ab 12
Wohlhabend, aber unfair: Eine ARD-Umfrage ergab, dass über 80 Prozent der Deutschen den Wohlstand hierzulande als ungerecht verteilt bewerten. Viele sehen Handlungsbedarf auf dem Weg zu mehr Gleichstellung, vor allem in Sachen Erbschafts- und Vermögenssteuer.
Das Wichtigste in Kürze
Eine ARD-Umfrage vom April ergab: Eine große Mehrheit der Deutschen sieht den Wohlstand im Land als ungerecht verteilt an.
Vor allem die Verteilung zwischen Ost und West wird nach wie vor als besonders ungleich empfunden.
Viele der an der Umfrage Beteiligten sehen auf dem Weg zu mehr Gleichheit eine Wiedereinführung der Vermögens- sowie eine höhere Erbschaftssteuer.
Vier von fünf Deutschen empfinden den Wohlstand in ihrem Land als ungerecht verteilt. Das ergab eine Umfrage im April der ARD-Aktion "Deine Meinung zählt!". Auch die Forderung nach einer Vermögens- und höheren Erbschaftssteuer findet zunehmend Anklang, wie die "Tagesschau" berichtet.
Auch in den News:
Ungerechtigkeit in allen Alters- und Einkommensgruppen
Die Politik der kommenden Jahre werde "darüber entscheiden, ob wir auch in Zukunft in einem freien, sicheren, gerechten und wohlhabenden Deutschland leben", heißt es im Koalitionsvertrag vom Mai 2025.
Dass in diesem Vorhaben vor allem zum Thema Gerechtigkeit noch viel Handlungsbedarf besteht, sind sich ganze 81 Prozent der Deutschen einig. Das ergab eine repräsentative Umfrage von infratest dimap für die ARD-Aktion, die 2.084 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren befragte. Nur 15 Prozent halten die aktuelle Wohlstandslage für gerecht.
"Ich kenne viele Leute, die Probleme haben, sich eine Wohnung finanzieren zu können, trotz Job", äußert sich Yves Brisch aus Dresden gegenüber der "Tagesschau". Sie ist eine von über 70.000 Personen, die sich an der Online-Mitmachaktion im Rahmen der ARD-Umfrage beteiligte. Die dort vertretenen Stimmen legen nahe, dass sich das Ungerechtigkeitsgefühl durch alle Alters- und Einkommensgruppen zieht.
Ungleichheit von Ost und West sei ein strukturelles Problem
Viele der Teilnehmenden betonen die starke Verteilungsschere zwischen Ost und West. Ein strukturelles Problem, wie Yvonne Lichnok aus dem Landkreis Görlitz in Sachsen findet. "Es spielt eine Rolle, ob man auf Vermögenswerte zurückgreifen kann. Im Osten mussten und müssen private Werte erst einmal geschaffen werden."
In der Kritik steht innerhalb der Online-Umfrage vor allem auch eine ungerechte Verteilung der Abgaben. "Mittelstand und Geringverdiener schultern die ganze Last", so Reena Kusche aus dem Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg im Bericht der "Tagesschau".
Viele AfD-Anhänger:innen gegen Erbschafts- und Vermögenssteuer
Anklang findet vor allem eine Vermögens- und höhere Erbschaftsteuer, die die Wohlstandslücke verringern soll. Seit 1997 gibt es für besonders hohes Vermögen keine steuerlichen Abgaben mehr. Das fordern nach Umfrage nun 64 Prozent der Deutschen zurück. Darunter befinden sich vor allem Personen nahe der Linken, Grünen und SPD sowie sechs von zehn Unions-Sympathisant:innen. Eine knappe Mehrheit der Anhänger:innen der AfD ist dagegen.
Ähnlich sieht es bei der Frage nach einer höheren Erbschaftssteuer aus, für die sich 61 Prozent aussprechen. Auch hier sind AfD-nahe Wähler:innen anderer Meinung. Aktuell sind Erbschaften bis 500.000 Euro für Ehepartner:innen und bis 400.000 Euro für Kinder steuerfrei. Je höher das darüber liegende Erbe, desto höher ist folglich der Steuersatz.
Verwendete Quellen:
Tagesschau: "Mehrheit hält Wohlstand für ungerecht verteilt"
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