Wegen Energiepreisen

Verbraucherexpertin warnt: Im Supermarkt wird es "zur Weihnachtszeit definitiv teurer"

Aktualisiert:

von Emre Bölükbasi

:newstime

Warum Lebensmittel bald teurer werden (18. August)

Videoclip • 01:48 Min • Ab 12


Weizen, Mais, Zucker – bei all diesen landwirtschaftlichen Rohstoffen klettern aktuell die Preise hoch. Wann wirkt sich das auf die Lebensmittelpreise im Supermarkt aus? Eine Expertin liefert eine bedrückende Antwort.

Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Weizen, Mais und Zucker steigen seit Wochen. Die Verbraucherexpertin Lisa Völkel wagt vor diesem Hintergrund im :newstime-Interview eine düstere Prognose: Diese Preissteigerungen, die unter anderem mit den hohen Energiepreisen zusammenhängen, dürften sich "mit Verzögerung bei den Verbraucher:innen im Supermarkt bemerkbar machen".

Höhere Lebensmittelpreise kommen mit Verzögerung an

Wie lange das wohl dauert? Laut Völkel lässt sich das nur schwer vorhersagen. Als Vergleich zieht sie die Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg heran, als die Energiepreise binnen kurzer Zeit massiv in die Höhe schossen: "Im Ukraine-Konflikt, wo ja sehr viel sehr schnell teuer geworden ist, hat es bei den Verbraucherpreisen im Supermarkt trotzdem noch mal drei Monate gedauert, bis die tatsächlichen Preissteigerungen auch im Lebensmittelhandel aufgetreten sind."

Diesmal rechnet die Expertin mit einem ähnlichen Zeitversatz – mit einem konkreten und für viele unangenehmen Fixpunkt: "Wir gehen aber davon aus, dass es zur Weihnachtszeit definitiv teurer wird im Supermarkt."

Welche Produkte teurer werden – und ob die Preise hoch bleiben

Besonders im Blick haben sollten Verbraucher:innen laut Völkel offenbar Getreideprodukte. Eine Entwarnung im Sinne einer erneuten Preisexplosion wie in den Krisenjahren 2022 und 2023 will die Expertin jedoch nicht geben, schränkt aber gleichzeitig ein, dass ihre Einschätzung eher eine Vermutung als eine gesicherte Prognose sei.

Die übliche, schleichende Teuerung dürfte demnach etwas stärker ausfallen als gewohnt. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es genauso wird wie in 2022 und 2023, wo diese explosionsartigen Preissteigerungen eingetreten sind. Es wird aber wahrscheinlich merklich teurer werden", so Völkel.


Wenig Hoffnung macht die Verbraucherexpertin all jenen, die auf sinkende Preise warten, sobald sich die Rohstoffmärkte wieder entspannen. Denn was einmal im Regal angekommen sei, verschwinde in der Regel nicht mehr von dort – selbst wenn die Ursachen für die Teuerung längst wieder behoben seien.

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Öl, Sprit und Lebensmittel – warum alles miteinander zusammenhängt

Die horrenden Energiepreise gehen unter anderem auf politische Entwicklungen zurück: Der Iran-Krieg hat die Straße von Hormus faktisch blockiert, Rohöl ist knapp und teuer, der Ölpreis für Brent-Rohöl ist auf Rekordjagd und lag zeitweise über 100 Euro je Barrel – und das trifft nicht nur die Zapfsäule.

Die Erzeugerpreise in Deutschland lagen im August 2026 um 4,6 Prozent über dem Vorjahr, Mineralölerzeugnisse sogar 40,5 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Das schlägt sich verzögert auch auf alle anderen Produkte durch – denn ohne günstige Energie wird alles teurer: Transport, Kühlung, Lagerung.

Im Sommer 2026 lagen die Lebensmittelpreise zwar noch vergleichsweise moderat. Doch Ökonom:innen warnten bereits: Wenn Energie nicht bald wieder erschwinglich wird, werden auch die Produkte in den Supermarktregalen teurer. Dazu kommt ein brutaler Doppelschlag aus der Natur: Hitze und Dürre haben die Ernte in Europa massiv geschmälert, der Schaden für den EU-Agrarsektor wird auf bis zu 17 Milliarden Euro geschätzt.



Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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