Discounter streicht Standorte
Möbel-Riese Roller schließt weitere Filialen: Vier Standorte vor dem Aus
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von Max StrumbergerDer Sparkurs beim Möbel-Discounter Roller geht weiter: In gleich mehreren Städten laufen die letzten Wochen des Verkaufs, ehe die Märkte dichtmachen.
Bild: IMAGO/Horst Galuschka
Der Möbeldiscounter Roller baut sein Filialnetz erneut deutlich ab: Nach ersten Schließungen im vergangenen Jahr trifft es nun vier weitere Märkte.
Das Wichtigste in Kürze
Roller baut sein Filialnetz erneut deutlich ab.
Nach ersten Schließungen im vergangenen Jahr trifft es nun vier weitere Märkte.
In den betroffenen Häusern laufen bereits Räumungsverkäufe.
Die Lage beim Möbel-Discounter Roller spitzt sich weiter zu: Nach mehreren bereits vollzogenen Schließungen in den vergangenen Monaten trennt sich das Unternehmen nun von vier weiteren Standorten. Betroffen sind die Märkte in Crailsheim, Villingen-Schwenningen, Reutlingen (alle Baden-Württemberg) sowie Oldenburg in Holstein. Zuvor war bereits im September 2025 die Filiale im schleswig-holsteinischen Husum geschlossen worden. In den betroffenen Häusern laufen derzeit Räumungsverkäufe mit stark reduzierten Preisen, wie aus Anzeigen und lokalen Medienberichten hervorgeht.
Gegenüber dem "Merkur" bestätigte Roller die Schließungen und nannte auch einen groben Zeitplan: Der Standort Crailsheim soll demnach bereits Ende April 2026 schließen, die Märkte in Villingen-Schwenningen, Reutlingen und Oldenburg folgen "spätestens Ende Juni 2026". Für Kund:innen in den Regionen bedeutet das: Das ohnehin ausgedünnte Angebot an preisorientierten Möbelhäusern vor Ort schrumpft weiter – ausgerechnet in einer Phase, in der viele Haushalte wegen hoher Mieten und allgemeiner Teuerung auf günstige Einrichtung angewiesen sind.
Angestellte müssen um ihre Jobs bangen
Wie viele Beschäftigte von der erneuten Schließungswelle konkret betroffen sind, lässt Roller bislang offen. Das Unternehmen verweist darauf, den Mitarbeitenden "alle möglichen offenen Stellenangebote bei Roller in der näheren Umgebung aktiv" anzubieten. Ob damit jedoch ein größerer Jobabbau verhindert werden kann, bleibt unklar – zumal der Möbelhandel insgesamt unter erheblichem wirtschaftlichem Druck steht. Branchenweit kämpfen Händler mit steigenden Kosten, Kaufzurückhaltung und der wachsenden Konkurrenz durch Online-Anbieter.
Roller teilweise teurer als die Konkurrenz
In einer Stellungnahme begründet Roller die Entscheidungen mit der angespannten Marktlage. Der Möbelhandel stehe derzeit "unter spürbarem Druck durch ein zurückhaltendes Konsumverhalten", heißt es. Man überprüfe die eigenen Standorte regelmäßig auf Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit; auf dieser Basis seien die Schließungen "nach sorgfältiger Prüfung aller Rahmenbedingungen" beschlossen worden. Die Filialreduktion reiht sich ein in eine breitere Konsolidierungswelle im Einzelhandel: Auch andere große Möbelketten fahren ihre stationäre Präsenz zurück, teils werden sogar imposante Vorzeigehäuser mit zahlreichen Etagen aufgegeben.
Trotz der aktuellen Einschnitte verweist Roller darauf, weiterhin mehr als 100 Standorte in Deutschland zu betreiben und am Konzept des preisbewussten Mitnahme-Möbelhauses festzuhalten. Unter dem Slogan "Einfach inspirierend günstig" positioniert sich die Kette als Discounter – doch der Preiskampf ist hart. Eine SWR-Stichprobe von 2025 zeigte, dass Roller bei einem kleinen Warenkorb aus Standardartikeln wie Regal, Stuhl und Kleiderbügeln teurer war als Konkurrenten wie Mömax, Poco und Ikea. Auch wenn dieser Vergleich nicht repräsentativ ist, verdeutlicht er den Druck, unter dem die Marke steht: Im Ringen um Kundschaft und Preise droht selbst ein etablierter Möbel-Discounter ins Hintertreffen zu geraten.
Verwendete Quellen:
Roller
Merkur.de: Möbel-Riese schließt weitere Filialen – Räumungsverkauf läuft
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