Schokolade
Darum sind die Tafeln von Ritter Sport quadratisch
Veröffentlicht:
von Claudia Frickel:newstime
Ritter Sport verliert Rechtsstreit um die quadratische Form (14. Januar)
Videoclip • 01:17 Min • Ab 12
Schokoladentafeln sind meistens rechteckig – die von Ritter Sport jedoch nicht nur, sie kommt als Quadrat. Die besondere Form war die Lösung für ein ganz alltägliches Problem.
"Quadratisch. Praktisch. Gut.": Mit diesem Slogan wirbt Ritter Sport schon seit 1970. Die Tafeln des schwäbischen Familienunternehmens sind auf den ersten Blick zu erkennen, denn anders als die meisten Konkurrenten sind sie nicht länglich.
Diese Form ist kein Marketing-Gag, sondern geht auf eine clevere Idee zurück. Ursprünglich war auch die Schokolade von Ritter Sport nur in länglichen Tafeln zu haben. Das Unternehmen produziert die Süßwaren seit seiner Gründung 1912.
Doch 1930 hatte Mitinhaberin Clara Ritter einen Geistesblitz. Auf einem Sportplatz neben dem Firmengelände beobachtete sie Athlet:innen, die zur Stärkung Schokolade naschten – das war damals ganz normal. Aber die Tafeln in der länglichen Form ragten aus den Jackentaschen heraus und zerbrachen deshalb schneller.
Die Chefin tüftelte an einer quadratischen Variante, die genauso viel Schokolade enthielt, aber kompakter war. Das hatte mehrere Vorteile: Die dickere Form macht sie weniger bruchanfällig – und sie passt besser in Taschen.
So entstand 1932 die erste "Ritter’s Sport Schokolade". Damit waren nicht nur die Form und der Name geboren, sondern auch das Markenzeichen, das die Firma bis heute prägt. Allerdings war die quadratische Tafel viele Jahre lang nur eine von vielen bei Ritter Sport. Erst Anfang der 1960er-Jahre entschied sich das Unternehmen, sich ganz darauf zu konzentrieren.
Clara Ritter: Die Pionierin bei Ritter Sport
"Die sicher wichtigste Frau in der Geschichte von Ritter Sport": So bezeichnet der Firmenblog Clara Ritter. Sie kam 1877 unter dem Namen Clara Göttle auf die Welt. Mit ihrer Schwester führte sie ein Süßwarengeschäft, bevor sie 1912 ihren Mann Alfred Eugen Ritter heiratete und mit ihm die Firma gründete.
Die Unternehmerin erfand nicht nur die charakteristische Quadrattafel. Sie bildete mit ihrem Ehemann auch ein eingespieltes Team: Während sich der Konditor um die Süßigkeiten kümmerte, war sie für Marketing, Verkauf, Kundenkontakt und Einkauf zuständig.
Dass Ritter Sport überhaupt erfolgreich war, schreibt die Firma vor allem der Chefin zu: "Es ist vor allem ihr Geschick, trotz der Widrigkeiten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein blühendes Unternehmen aufzubauen."
FAQ: Ritter Sport
Schokolade von Ritter Sport wird weltweit verkauft, aber die Firma ist deutsch. Die Alfred Ritter GmbH & Co. KG hat ihren Hauptsitz in Waldenbuch in der Nähe von Stuttgart. Sie gehört weiterhin der Familie Ritter und ihren Nachkommen. Das Mutterunternehmen der Alfred Ritter GmbH & Co. KG und des ganzen Konzerns ist die R² Holding GmbH & Co. KG. Dazu gehören 15 inländische und elf ausländische Tochterunternehmen.
Der Hauptteil der Produktion von Ritter Sport findet weiterhin im Stammwerk in Waldenbuch in Baden-Württemberg statt. Zusätzlich betreibt das Unternehmen seit 2021 ein Werk in Breitenbrunn in Österreich. Dort entstehen die vegane Schokolade des Herstellers und die Amicelli-Waffelröllchen. Die Röllchen gehören erst seit 2021 zum Sortiment, als "Alfred Ritter" die österreichische Produktionsstätte vom US-Konzern Mars übernimmt – inklusive der Süßigkeit.
Ritter Sport produziert mehr als drei Millionen Schokoladentafeln pro Tag am Hauptstandort in Waldenbuch. Das sind pro Jahr mehr als eine Milliarde Tafeln. Dazu kommt die Herstellung im zweiten Werk in Österreich.
Verwendete Quellen:
Ritter-Sport-Blog: "Schokofakt #3: Der Satz der Sätze"
Ritter-Sport-Blog: "Clara Ritter und die Erfindung des Quadrats"
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