Neue EU-Richtlinie

Ritter Sport: Warum das Familienunternehmen jetzt seine Schoko-Tafeln überklebt

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von Marie-Finn Bruker

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Ritter Sport verliert Rechtsstreit um die quadratische Form (14. Januar)

Videoclip • 01:17 Min • Ab 12


Der bekannte Schokoladenhersteller versteckt nun seinen jahrelangen Werbe-Claim unter Aufklebern. Grund ist eine neue EU-Richtlinie gegen Greenwashing. Gleichzeitig kämpft das Familienunternehmen mit wirtschaftlichen Turbulenzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die neue EmpCo-EU-Richtlinie gegen Greenwashing bringt Ritter Sport zu Stickern auf den Tafeln.

  • Überdeckt werden soll damit der Claim "100 % zertifiziert nachhaltiger Kakaobezug" – dieser bräuchte ab September nämlich entsprechende Nachweise.

  • Das Unternehmen befürworte solche Transparenz-Maßnahmen, so eine Sprecherin von Ritter Sport.

Seit Monaten greift Ritter Sport zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: Das Traditionsunternehmen beklebt bestehende Schokoladentafeln mit Stickern. Was verschwindet unter den Aufklebern? Der Anspruch "100 % zertifiziert nachhaltiger Kakaobezug", mit dem der Hersteller jahrelang geworben hatte, wie eine Unternehmenssprecherin mitteilte.

Auslöser für diese Aktion ist die sogenannte EmpCo-Richtlinie (Empowering Consumers for the Green Transition) der Europäischen Union, die Ende September in Kraft tritt. Die neue Regelung zielt darauf ab, sogenanntes "Greenwashing" zu unterbinden. Künftig sind vage Begriffe wie "umweltfreundlich" oder "nachhaltig" nur noch zulässig, wenn sie auf der Verpackung detailliert belegt werden.

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Keine Folien vernichten – trotz Mehraufwand

"Wie mehrfach kommuniziert, war es uns wichtig, keine Folien zu vernichten", betonte das Unternehmen. Demnach werden die Packungen nun überklebt. Wie viele Produkte betroffen sind, konnte die Sprecherin nicht beziffern. "Der Packungs-Relaunch mit der neuen Folie ist in vollem Gange, lässt sich aber nicht innerhalb von ein paar Monaten umsetzen", heißt es lediglich. Die neuen Primärfolien werden künftig auf der Vorderseite die Auslobung "ohne Zusatz von Aromen" tragen und auf der Rückseite den Hinweis auf den nach wie vor 100 Prozent zertifizierten Kakaobezug – allerdings mit entsprechenden Nachweisen.

Zur neuen EU-Regelung äußerte sich Ritter Sport grundsätzlich positiv: Man befürworte Maßnahmen, die der Transparenz dienten und bei Verbraucher:innen Klarheit schafften, etwa durch substantiierte und spezifische Aussagen mit Nachweisbarkeit. Allerdings stelle die verbleibende Rechtsunsicherheit in der Umsetzung beziehungsweise Auslegung in verschiedenen europäischen Ländern eine Herausforderung dar.


Schwierige Zeiten für das Familienunternehmen

Die Überklebe-Aktion fällt in eine wirtschaftlich angespannte Phase für das Waldenbucher Unternehmen (Kreis Böblingen). Ende April hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass nach einem Verlust im vergangenen Jahr etwas mehr als jede zehnte Stelle wegfallen soll – der erste Stellenabbau in der mehr als 110-jährigen Unternehmensgeschichte. Als Gründe nannte das Unternehmen stark gestiegene Rohstoffpreise, vor allem bei Kakao, aber auch bei Energie und Verpackungen. Zudem sei eine deutliche Kaufzurückhaltung zu spüren.

Im Mai übernahmen Moritz Ritter und Tim Hoppe, die Urenkel der Unternehmensgründer Clara und Alfred Ritter, als Doppelspitze den Vorsitz der Geschäftsführung. Damit liegt die Verantwortung für das operative Geschäft wieder bei Mitgliedern der Inhaberfamilie.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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