Supermarktkette
Rewe will insolvente Feneberg-Filialen übernehmen
Veröffentlicht:
von Michael Reimers17:30 SAT.1 Bayern
Mehr Insolvenzen in Bayern: Höchster Stand seit über zehn Jahren
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Rewe hat angekündigt, einen "wesentlichen Teil" der 72 Standorte der Supermarktkette Feneberg zu übernehmen. Das bayerische Traditionsunternehmen mit mehr als 3.000 Beschäftigten ist seit April insolvent.
Das Wichtigste in Kürze
Seit April 2026 befindet sich das Traditionsunternehmen Feneberg in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.
Nun will Rewe einen "wesentlichen Teil" der Feneberg-Standorte übernehmen.
Die Supermarktkette Feneberg betreibt vor allem im Allgäu und in Süddeutschland Filialen.
Rewe hat angekündigt, Standorte der insolventen Supermarktkette Feneberg übernehmen zu wollen. das meldet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Geplant ist demnach der künftige unabhängige Betrieb jeweils eines "wesentlichen Teils" der insgesamt 72 Standorte durch die Investorengruppe LEH-Allgäu GmbH und durch Rewe.
Wie es weiter heißt, befindet sich das Traditionsunternehmen Feneberg Lebensmittel GmbH seit dem 1. April 2026 in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Rewe zufolge ist mit der Investorenvereinbarung ein wichtiger Schritt zur langfristigen Sicherung von Standorten, Arbeitsplätzen und der Nahversorgung in der Region erreicht worden. Die Vereinbarung soll durch einen Insolvenzplan umgesetzt werden, der noch der Zustimmung der Gläubiger der Feneberg Lebensmittel GmbH bedarf.
Auch in den News:
Hoffnung für das Traditionsunternehmen aus Kempten?
Ziel ist es Rewe zufolge, die 1947 in Kempten gegründete Lebensmittelkette zu erhalten sowie Nahversorgung und Arbeitsplätze im Allgäu und in Süddeutschland zu stärken. Die Vereinbarung soll zudem die Grundlage für die weitere Entwicklung der Standorte schaffen. Die Vereinbarung besteht laut dpa bis zu einer Entscheidung der zuständigen Behörden unter Vorbehalt.
Zu den Eckpunkten der Investorenvereinbarung schreibt das regionales Nachrichtenportal "B4B Schwaben", dass rund die Hälfte der Filialen sowie die Landbäckerei Sinz in Durach an Rewe gehen sollen. Die andere Hälfte sowie die Zentrale in Kempten werden demnach von Leh Allgäu übernommen. Die Märkte sollen unter der Marke "Feneberg" weiterbetrieben werden. Auch das regionale Markenprogramm "Von Hier" werde Leh Allgäu beibehalten. Die bisherige Feneberg-Geschäftsführerin, Amelie Feneberg, werde Teil der Geschäftsführung bei Leh Allgäu.
Rund 3.000 Beschäftigte bangen um ihre Jobs
Die Tankstellen werden dem Bericht zufolge ebenfalls weitergeführt. Sie sollen künftig von einem Mineralölunternehmen betrieben werden. Dafür gebe es einen Bieterprozess. Auch der Großteil der rund 3.000 Mitarbeitenden von Feneberg soll übernommen werden, heißt es weiter unter Berufung auf die Kanzlei Grub Brugger, die Feneberg im Insolvenzverfahren berät. In den Filialen sollen demnach alle Arbeitsplätze erhalten, bleiben, in der Zentrale in Kempten die überwiegende Zahl der Arbeitsplätze.
Die Arbeitsverträge in den jeweils übernommenen Filialen sollen Rewe und Leh Allgäu zufolge unverändert weiter gelten. "Unser Anspruch ist es, aus einer herausfordernden Situation eine stabile und nachhaltige Perspektive für die Standorte zu entwickeln", zitiert "B4B Schwaben" den geschäftsführenden Gesellschafter von Leh Allgäu, Alexander Pade.
Die Gründe für die Insolvenz von Feneberg
Feneberg hatte sich dem Bericht nach bereits zwischen 2019 und 2024 mithilfe von Edeka Südbayern restrukturiert. Dennoch häuften sich 200 Millionen Euro Schulden und Rückstellungen sowie ein negatives Eigenkapital von rund 70 Millionen Euro an, sagte der Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold. Als Hauptgründe für die Insolvenz von feneberg nannte er hohe Pensionsverpflichtungen, strukturelle Defizite im Filialnetz und Verluste. Auch die Insolvenz der ehemaligen Tochtergesellschaft Allgäu Fresh Foods wirke noch nach.
Dem Insolvenzplan müssen das Amtsgericht Kempten und danach die Gläubiger von Feneberg zustimmen. Für die Übernahme wird schließlich noch das Ja das Bundeskartellamts benötigt.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
t-online.de: "Insolvenz Feneberg: Rewe baut Filialnetz weiter aus"
b4bschwaben.de: "Insolvenzverfahren
Investoren für insolvente Supermarktkette Feneberg gefunden"
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