EU-Verbot greift

Neobrokern wie Trade Republic bricht wichtige Einnahmequelle weg: Steigen nun die Gebühren?

Veröffentlicht:

von Momir Takac

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ETF-Sparpläne auf Rekordkurs

Videoclip • 01:15 Min • Ab 12


Seit dem 1. Juli erhalten Neobroker von Börsenplätzen für Wertpapieraufträge keine Provisionen mehr. Was das für Anleger:innen, die etwa Trade Republic nutzen, jetzt bedeutet.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland müssen Neobroker künftig auf eine wichtige Einnahmequelle verzichten.

  • Seit dem 1. Juli dürfen sie keine Provisionen von Handelsplätzen mehr erhalten.

  • Trade Republic etwa reagiert darauf mit verschiedenen Maßnahmen.

Die Neobroker in Deutschland stehen vor einem tiefgreifenden Wandel. Seit dem 1. Juli 2026 ist das sogenannte "Payment for Order Flow" (PFOF) auch hierzulande verboten, wie das Portal "Das Investment" schreibt. Bislang erhielten Anbieter wie Trade Republic oder Scalable Capital Provisionen von Handelsplätzen, wenn sie die Wertpapieraufträge ihrer Kund:innen dorthin weiterleiteten. Dieses Modell war eine der wichtigsten Einnahmequellen der Branche und machte günstige oder sogar kostenlose Wertpapiergeschäfte überhaupt erst möglich.

Neobrokern wie Trade Republic bricht wichtige Einnahmequelle weg

Die Europäische Union untersagte die Praxis, weil sie mögliche Interessenkonflikte zulasten der Anleger:innen sieht. Für die Neobroker bedeutet das, ihre Geschäftsmodelle neu auszurichten. Viele Anbieter betonen zwar, dass Kund:innen zunächst weiterhin zu den gewohnten Konditionen handeln und ETF-Sparpläne kostenlos bleiben sollen. Langfristig müssen die entfallenden Einnahmen jedoch ersetzt werden.

Auch in den News:

Der bekannte deutsche Broker Trade Republic setzt dabei auf mehrere Bausteine, wie die "Wirtschaftswoche" berichtet. Nach Angaben von Mitgründer Christian Hecker machten die PFOF-Einnahmen zuletzt noch knapp 20 Prozent des Umsatzes aus. Um diese Lücke zu schließen, will das Berliner Fintech neue Erlösquellen erschließen. So bleibt die Ein-Euro-Order bestehen, bei der der Trade über den besten verfügbaren Preis von mehr als 30 angebundenen Börsen abgewickelt wird.

Trade Republic führt neue Ordergebühr ein

Gleichzeitig aber führt das Unternehmen einen neuen Ordertyp ein: Für zwei Euro können Anleger künftig den Handelsplatz explizit selbst auswählen. Diese Möglichkeit richtet sich an sehr aktive Anleger. Zudem baut Trade Republic, eines der wertvollsten Start-ups Deutschlands, zusätzliche Angebote rund um den Wertpapierhandel aus. Dazu gehört unter anderem ein neues Vergleichstool für Wertpapiere, mit dem das Unternehmen vor allem besonders aktive Anleger ansprechen möchte.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte Trade Republic, das bereits im Visier der Bafin war, seine Einnahmen durch Bankdienstleistungen, Zinsangebote und weitere Finanzprodukte breiter aufgestellt. Nach Einschätzung des Unternehmens wird es dennoch einige Zeit dauern, bis die wegfallenden Provisionen vollständig ersetzt sind.

Für Anleger:innen ändert sich nichts – vorerst

Für Anleger:innen dürfte sich damit vorerst wenig ändern. Hinter den Kulissen beginnt für die Neobroker jedoch eine neue Phase, in der günstige Preise stärker denn je durch zusätzliche Dienstleistungen und neue Geschäftsmodelle finanziert werden müssen. Zuletzt warnten Verbraucherschützer auch vor versteckten Kosten bei Neobrokern.


Verwendete Quellen:

dasinvestment.com: "Payment-for-Order-Flow-Verbot – warum die Null-Euro-Order trotzdem weiterlebt"

wiwo.de: "Trade Republic entgehen wegen EU-Verbot Millioneneinnahmen"

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