Lebensmittel

Leitungswasser, Mineralwasser, Tafelwasser: So unterscheiden sie sich

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

:newstime

44 Mineralwasser im Test: Das ist der Sieger (24. Juni)

Videoclip • 01:41 Min • Ab 12


Leitungswasser, Mineralwasser und Tafelwasser sehen auf den ersten Blick gleich aus, unterliegen aber unterschiedlichen Regeln. Die Verbraucherzentrale erklärt, worauf es bei Qualität, Mineralstoffen und Umweltbilanz wirklich ankommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Leitungswasser hat in Deutschland laut Verbraucherzentrale überwiegend eine gute bis sehr gute Qualität und wird streng überwacht.

  • Mineralwasser muss nicht automatisch mehr Mineralstoffe enthalten als Leitungswasser, weshalb sich ein Blick aufs Etikett lohnt.

  • Wer Flaschenwasser kauft, sollte regional abgefüllte Mehrwegflaschen bevorzugen, um die Umwelt weniger zu belasten.

Wer Durst hat, steht oft vor einer einfachen Frage: Wasser aus dem Hahn oder doch lieber eine Flasche kaufen? Viele Menschen greifen zu Mineralwasser, weil sie sich davon zusätzliche Mineralstoffe versprechen. Doch die Bezeichnung allein sagt wenig über den Inhalt aus.

Die Verbraucherzentrale betont, dass die Qualität von Leitungswasser in Deutschland "überall gut bis sehr gut" sei. Es wird streng kontrolliert und erfüllt die gesetzlichen Vorgaben zu mehr als 99 Prozent. Leitungswasser könne deshalb grundsätzlich bedenkenlos getrunken werden.

Auch in den News:

Mineralwasser kommt direkt aus der Quelle

Natürliches Mineralwasser stammt aus tiefen, geschützten unterirdischen Wasservorkommen. Es muss amtlich anerkannt, frei von Krankheitserregern und direkt am Quellort abgefüllt werden. Seine Mineralstoffzusammensetzung ist typisch für die jeweilige Quelle und darf grundsätzlich nicht verändert werden.

Ein verbreiteter Irrtum: Mineralwasser muss keinen besonders hohen Mineralstoffgehalt haben. Die Verbraucherzentrale schreibt dazu: "Viele Wässer enthalten tatsächlich nur eine geringe Menge an Mineralien – manches Leitungswasser liefert mehr." Wer gezielt Calcium aufnehmen möchte, sollte daher das Etikett prüfen. Ab 150 Milligramm Calcium pro Liter darf ein Mineralwasser als calciumhaltig bezeichnet werden.

Tafelwasser darf gemischt werden

Quellwasser kommt ebenfalls aus unterirdischen Quellen. Anders als Mineralwasser braucht es aber keine amtliche Anerkennung, außerdem gelten niedrigere Anforderungen an die ursprüngliche Reinheit. Es muss jedoch die Kriterien für Trinkwasser erfüllen.

Tafelwasser kann dagegen aus Trink- oder Mineralwasser bestehen und mit Kohlensäure sowie Mineralstoffen versetzt werden. Auch eine Mischung verschiedener Wässer ist erlaubt. Tafelwasser darf überall hergestellt und abgefüllt werden. In Restaurants ist ein wichtiger Unterschied zu beachten: Wer Mineralwasser bestellt, muss eine ungeöffnete Flasche bekommen. Tafelwasser darf hingegen aus einer Zapfanlage ins Glas gefüllt werden – auf der Getränkekarte muss es dann entsprechend gekennzeichnet sein.

Heilwasser ist rechtlich kein Lebensmittel, sondern ein Arzneimittel. Es muss – ähnlich wie Mineralwasser – bestimmte Anforderungen erfüllen. Zusätzlich muss seine vorbeugende oder heilende Wirkung wegen seiner Inhaltsstoffe wissenschaftlich nachgewiesen sein. Die Verbraucherzentrale rät deshalb: Heilwasser sollte nur nach ärztlicher Rücksprache getrunken werden.


Mehrweg und regionales Wasser schonen die Umwelt

Für die tägliche Flüssigkeitszufuhr sind rund 1,5 Liter Wasser ein grober Richtwert. Bei Hitze, Sport oder körperlich anstrengender Arbeit kann der Bedarf deutlich höher sein. Die nötigen Mineralstoffe nimmt der Körper laut Verbraucherzentrale weniger über Wasser, sondern vor allem über Lebensmittel auf – etwa über Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte.

Auch beim Einkauf spielt die Umwelt eine Rolle. Mehrwegflaschen belasten sie laut Verbraucherzentrale am wenigsten. Glas-Mehrwegflaschen lassen sich bis zu 50-mal, PET-Mehrwegflaschen bis zu 25-mal wieder befüllen. Entscheidend sind kurze Wege: Regional abgefülltes Wasser ist meist die bessere Wahl. Bei langen Transportstrecken kann leichtes PET gegenüber Glas Vorteile haben.



Verwendete Quellen:

Verbraucherzentrale: "Trinkwasser, Mineralwasser, Tafelwasser – was sind die Unterschiede?"

Mehr entdecken