Sorge ums Brauchtum

Wegen Sicherheitsauflagen: Aus für die Martinszüge in Frechen?

Veröffentlicht:

von Andrea Ege

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Elterntaxis werden zum Sicherheitsrisiko

Videoclip • 01:37 Min • Ab 12


In Frechen bei Köln wächst die Sorge, dass Martinszüge wegen schwer erfüllbarer Sicherheitsauflagen ausfallen könnten. Die Stadt weist die Kritik zurück.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Polizei kann laut Stadt nur einen Bezirksbeamten pro Zug bereitstellen.

  • Manche Schulen sollen stattdessen ein Fest auf dem Schulhof planen.

  • Bei einzelnen Martinszügen werden mehr als 1.000 Teilnehmende erwartet.

In Frechen im Rhein-Erft-Kreis häufen sich in sozialen Medien Berichte, dass Schulen und Kitas ihre Laternenumzüge zum Martinstag wegen erhöhter Sicherheitsauflagen absagen wollen. Die Anforderungen seien kaum zu erfüllen, heißt es dort. Demnach müssten die Veranstalter, meist Grundschulen und Kindertagesstätten, pro 50 Teilnehmenden eine Ordnerin oder einen Ordner einsetzen.

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Kritik an Sicherheitsauflagen für Martinszüge

Bei Laternenzügen mit teilweise mehr als 1.000 Teilnehmenden sei dies kaum zu bewältigen, so die kritischen Stimmen. Auch die Absicherung des Zugendes mit einem geeigneten Fahrzeug und die Sicherung aller Kreuzungsbereiche bereiteten Schwierigkeiten.

Manche Schulen sollen aus diesem Grund bereits angekündigt haben, in diesem Jahr statt eines Martinszugs ein Fest auf dem Schulhof auszurichten. In den sozialen Medien wird der Stadt vorgeworfen, das Brauchtum zu zerstören. Als Protestaktion wurde sogar eine Demonstration mit Martinslaternen vor dem Rathaus in Frechen vorgeschlagen.


Polizei kann Laternenumzüge nur eingeschränkt begleiten

Der Auslöser der Debatte in Frechen ist ein Schreiben aus dem Rathaus an Schulen und Kitas, das angepasste Sicherheitsvorgaben ankündigt. Bürgermeister Uwe Tietz erklärt darin, dass die Polizei die Umzüge nicht mehr im bisherigen Umfang begleiten und nur jeweils einen Bezirksbeamten pro Martinszug bereitstellen könne. Deshalb müssten die Veranstalter mehr Verantwortung übernehmen.

Für die Absicherung des Zugendes kämen Fahrzeuge der Feuerwehr oder des Ordnungsamtes infrage, deren Einsatz aber nicht für jeden Martinszug garantiert werden könne. Die Verantwortung für eine sichere Durchführung liege bei den Veranstaltern – unabhängig davon, ob Polizei, Feuerwehr oder Ordnungsamt sie unterstützen.

Frechen verzichtet auf Fahrzeuge an Kreuzungen

Das Schreiben aus dem Rathaus erläutert auch die Anforderungen an Ordner:innen: Sie müssen volljährig sein, eine Binde sowie reflektierende Warnkleidung tragen und dürfen nicht alkoholisiert sein. Zudem weist die Stadt Frechen ausdrücklich darauf hin, dass sie angesichts der veränderten Lage auf die bisher vorgesehene Absicherung von Kreuzungen mit Fahrzeugen verzichtet.


Frechen will Martinszüge ermöglichen

In einer Pressemitteilung betont die Stadtverwaltung gleichzeitig, die Martinszüge sollten auch in diesem Jahr stattfinden können und dass diese ein wichtiger Bestandteil des Frechener Brauchtums seien. Die Veranstalter seien lediglich informiert worden, wie die Umzüge unter den aktuellen Bedingungen sicher durchgeführt werden könnten. Einzelne Sicherheitsanforderungen seien angepasst worden, andere blieben bestehen.

"Unser Ziel ist es ausdrücklich nicht, Martinszüge zu verhindern", erklärt die Stadtverwaltung. Sie stehe mit den Veranstaltern im Austausch und unterstütze sie bei den erforderlichen organisatorischen Maßnahmen. Die Sicherheit der Kinder und aller Teilnehmenden habe dabei oberste Priorität.

Müssen die Frechener auf ihren traditionellen Martinsumzug wegen Sicherheitsauflagen verzichten?

Bild: picture alliance / Bernd Thissen/dpa


CDU fordert Lösungen für Frechener Martinszüge

Auch die CDU Frechen hat sich öffentlich dafür ausgesprochen, dass die Martinszüge stattfinden, und erwartet, dass Stadt und Veranstalter gemeinsam Lösungen zur Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und Sicherheitsanforderungen finden. Dafür seien verständliche und verlässliche Informationen notwendig. Für die Zukunft schlägt die Stadt vor, angesichts der Kapazitäten von Polizei und Ordnungsamt die Umzüge zu bündeln und je Ortsteil einen zentralen Martinszug zu veranstalten.


Verwendete Quellen:

Kölner Stadtanzeiger: "Angepasste Sicherheitsvorschriften - Stehen die Martinszüge in Frechen vor dem Aus?"

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