Tarifverhandlungen

Keine Busse: Zweiter Tag des ÖPNV-Warnstreiks im Norden

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

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Verdi: Die Gewerkschaft hinter den Streiks

Videoclip • 01:33 Min • Ab 12


Der öffentliche Nahverkehr in den kreisfreien Städten in Schleswig-Holstein ist wegen eines Streiks auch am Mittwoch lahmgelegt. Fahrgäste müssen weiterhin mit Busausfällen rechnen.

Auch am Mittwoch (9. September) müssen sich Schüler:innen, Pendler:innen sowie Reisende in Schleswig-Holsteins kreisfreien Städten und im Kreis Plön auf Einschränkungen im Nahverkehr einstellen. Wegen eines Streikaufrufs der Gewerkschaft Verdi stehen seit Dienstagfrüh für zwei Tage die Busverkehre still. Betroffen sind die öffentlichen Busunternehmen in Kiel (KVG), Lübeck (Stadtverkehr Lübeck), Flensburg (Aktivbus) und Neumünster (SWN), meldet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Erst Donnerstagfrüh sollen die ersten Busse wieder fahren. Dabei nehmen rund 1.800 Beschäftigte des öffentlichen Nahverkehrs am Warnstreik teil. Überdies streiken die rund 200 Beschäftigten der Verkehrsbetriebe im Kreis Plön im Rahmen der bundesweiten Tarifrunde zum Eisenbahntarifvertrag. Fahrgäste sollten sich daher in den betroffenen Regionen vor Fahrtantritt bei den jeweiligen Verkehrsbetrieben informieren – etwa über Internetseiten, Apps oder soziale Medien.

Das fordert die Gewerkschaft im Tarifstreit

Für beide Tarifbereiche fordert die Gewerkschaft nach eigenen Angaben eine Erhöhung der Entgelte um 6,5 Prozent für alle Beschäftigten, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Für Gewerkschaftsmitglieder will Verdi eine Vorteilsregelung in Höhe von 650 Euro jährlich.

Anfang September war die zweite Verhandlungsrunde im öffentlichen Nahverkehr gescheitert. Die Gewerkschaft Verdi sprach von einem "unakzeptablen Angebot" der Arbeitgeberseite. Mit dem zweitägigen Streik soll Druck gemacht werden. Die Tarifverhandlungen sollen am 22. September fortgesetzt werden.

Auch in den News:

Streik soll Druck auf Arbeitgeberseite erhöhen

Der Geschäftsführer des kommunalen Arbeitgeberverbands, Jan Jacobsen, sagte der dpa, auf dem Tisch liege ein Angebot in Höhe von 4,4 Prozent für 24 Monate. Die von der Gewerkschaft geforderte Vorteilsregelung für Mitglieder sei dem Arbeitgeberverband satzungsgemäß untersagt. Das wisse Verdi natürlich. Als festgefahren könne man die Gespräche aber nicht bezeichnen.

Fortgesetzt werden sollen die Tarifverhandlungen im öffentlichen Nahverkehr in Schleswig-Holstein am 22. September. Allerdings haben beide Seiten bereits einen vierten Termin am 29. September vorgemerkt. Die Verhandlungen zur bundesweiten Tarifrunde zum Eisenbahntarifvertrag gehen am 5. Oktober weiter.


Verwendete Quelle:

Nachrichtenagentur dpa

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