Blick ins All
"Auge Gottes" im Weltraum: Das steckt hinter dem Helix-Nebel
Veröffentlicht:
von Benedikt Rammer:newstime
Exomond oder Planet? Astronomen entdecken Rätselobjekt
Videoclip • 01:29 Min • Ab 12
Der Helix-Nebel erinnert an ein riesiges menschliches Auge und gehört zu den bekanntesten Objekten am Nachthimmel. Doch hinter dem spektakulären Bild steckt kein Geheimnis, sondern der Überrest eines sterbenden Sterns.
Das Wichtigste in Kürze
Der Helix-Nebel wird wegen seiner Form auch "Auge Gottes" genannt.
Er entstand aus den abgestoßenen Gashüllen eines sterbenden, sonnenähnlichen Sterns.
Im Zentrum befindet sich ein heißer Weißer Zwerg, dessen Strahlung die Gaswolken zum Leuchten bringt.
Das Foto des sogenannten "Auges Gottes", welches die Bild-Zeitung veröffentlichte, hat am vergangenen Wochenende viele beeindruckt. Zu sehen ist der Helix-Nebel, ein leuchtender Ring aus Gas in den Tiefen des Weltraums. Seine Form erinnert an die Iris und die Pupille eines menschlichen Auges. Daher kommt auch sein geheimnisvoller Spitzname.
Tatsächlich blicken Astronom:innen bei dem Bild auf die abgestoßenen äußeren Schichten eines sterbenden, sonnenähnlichen Sterns. Der Stern hatte vor ungefähr 10.000 Jahren seinen Brennstoff weitgehend aufgebraucht und schleuderte seine Gashüllen ins All. Aus diesen gewaltigen Wolken entstand der Helix-Nebel.
So entstand das spektakuläre Bild
Aufgenommen wurde das Foto vom Astrofotografen Andreas Cordt aus Filderstadt bei Stuttgart. Für ein solches Bild reicht eine einzelne Aufnahme meist nicht aus. Stattdessen entstehen oft Hunderte Einzelbilder, die später am Computer zu einem Gesamtbild zusammengesetzt werden.
Auch die Nachbearbeitung kann sehr aufwendig sein und mehr als 20 Stunden dauern. Cordt sagte zur "Bild"-Zeitung: "Mit einer Kamera wird sichtbar, was dem Auge verborgen bleibt." So lassen sich Strukturen und Farben erkennen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar wären.
Mehrere Lichtjahre groß
Der Helix-Nebel befindet sich im Sternbild Wassermann und ist laut "Bild" ungefähr 650 Lichtjahre von der Erde entfernt. Ein Lichtjahr beschreibt die Strecke, die Licht in einem Jahr zurücklegt. Der Nebel selbst hat einen Durchmesser von mehreren Lichtjahren.
Damit zählt er zu den größten und zugleich erdnächsten planetarischen Nebeln, die Astronom:innen beobachten können. Der Begriff "planetarischer Nebel" ist dabei irreführend: Mit Planeten hat diese Art von Nebel nichts zu tun. Die Bezeichnung stammt aus einer früheren Zeit, als die runden Objekte in Teleskopen teilweise an Planeten erinnerten.
Warum leuchtet der Nebel in verschiedenen Farben?
Die auffälligen Farben entstehen durch unterschiedliche Gase. Sauerstoff erzeugt vor allem blau-grüne Farbtöne. Wasserstoff und Stickstoff sorgen dagegen für rötliche Bereiche. Die intensive Strahlung des heißen Sternenüberrests regt die Gase an und bringt sie zum Leuchten.
Im Zentrum des "Auges Gottes" befindet sich der Überrest des Sterns, der den Nebel geschaffen hat. Übrig geblieben ist ein extrem heißer Weißer Zwerg. Er strahlt weiterhin Energie ab und lässt die umgebenden Gaswolken hell erscheinen.
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Blick in die Zukunft der Sonne?
Der Helix-Nebel könnte auch zeigen, wie unsere Sonne in ferner Zukunft aussehen wird. Astronom:innen gehen davon aus, dass sie in mehreren Milliarden Jahren ebenfalls ihre äußeren Schichten abstoßen wird.
Ob dann ein Nebel entsteht, der dem "Auge Gottes" ähnelt, lässt sich nicht genau vorhersagen. Sicher ist aber: Das spektakuläre Foto zeigt keinen Blick auf ein Auge, sondern auf einen wichtigen Abschnitt im Lebenszyklus eines Sterns.
Verwendete Quellen:
bild.de: "Was das "Auge Gottes" über unsere Sonne verrät"
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