Neue Zuspitzung
Zollstreit eskaliert: USA verbieten einige Importe aus Kanada
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von Claudia Scheele:newstime
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Washington verschärft den Zollstreit mit Kanada: Ab Ende September sollen bestimmte Milchprodukte, Alkohol und Motorräder nicht mehr in die USA eingeführt werden. Ottawa prüft eine Reaktion.
Das Wichtigste in Kürze
Die USA wollen ab dem 29. September bestimmte kanadische Molkereiprodukte, Alkoholika sowie Motorräder und Mopeds nicht mehr einführen lassen.
Die Maßnahme folgt auf kanadische Gegenzölle von bis zu 50 Prozent auf US-Waren im Wert von 27,6 Milliarden kanadischen Dollar.
Trump hält zudem an angedrohten Autozöllen ab 2027 fest, während Kanada weitere Schritte prüft und Gesprächsbereitschaft signalisiert.
Im Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada verschärft Präsident Donald Trump den Druck. Ab dem 29. September sollen bestimmte Waren aus Kanada nicht mehr in die Vereinigten Staaten eingeführt werden dürfen. Das geht aus Dekreten des Weißen Hauses hervor.
Betroffen sind laut einem hochrangigen US-Regierungsvertreter Produkte im Wert von mehreren Milliarden Dollar. Dazu zählen bestimmte Molkereiprodukte wie Molkenprotein, außerdem Weine, Biere, Wodka, Schnäpse sowie Motorräder und Mopeds.
Antwort auf kanadische Gegenzölle
Die Maßnahmen folgen nur kurz nach neuen kanadischen Zöllen auf Waren aus den USA. Ottawa hatte Abgaben von bis zu 50 Prozent auf US-Importe angekündigt, unter anderem auf Stahl, Aluminium, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Ausrüstung, Papier und Elektronik. Nach kanadischen Angaben geht es um Waren im Wert von 27,6 Milliarden kanadischen Dollar.
Kanadas Handelsminister Dominic LeBlanc erklärte auf X, die Regierung prüfe die jüngsten Maßnahmen aus Washington. "Wenn die USA bereit sind, Gespräche aufzunehmen, wird unsere Regierung in gutem Glauben und konstruktiv auf eine sicherere, für beide Seiten vorteilhafte Handelsbeziehung hinarbeiten", schrieb er. Dabei müsse die kanadische Souveränität vollständig respektiert werden.
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Autozölle bleiben als Druckmittel
Schon im August hatten die USA Zölle von bis zu 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar verhängt. Betroffen waren unter anderem Möbel, Hockeyschläger, Honig und Wein. Nun will Trump nach Angaben aus dem Weißen Haus zudem daran festhalten, ab dem 1. Januar 2027 hohe Zölle auf Autos, Lastwagen, Autoteile und Stahl einzuführen, falls kein Handelsabkommen zustande kommt.
Das würde Kanada besonders hart treffen: Rund 85 Prozent aller kanadischen Autoexporte gingen 2024 in die USA. Trump wirft Kanada vor, die Vereinigten Staaten seit Jahren auszubeuten. Zugleich erklärte ein US-Regierungsvertreter, man bleibe grundsätzlich offen für eine alternative Einigung.
Auch in den News:
Streit betrifft enge Handelspartner
Kanada ist nach US-Daten der zweitgrößte Handelspartner der Vereinigten Staaten. Die Volkswirtschaften beider Länder sind besonders bei Autos, Energie, Rohstoffen und Industrieprodukten eng miteinander verflochten. Umso größer wären die Folgen eines länger anhaltenden Konflikts für Unternehmen und Verbraucher:innen auf beiden Seiten der Grenze.
Trump sorgte zuletzt auch mit symbolischen Schritten für zusätzliche Spannungen. Aus Ärger über Ontario verfügte er laut den vorliegenden Angaben die Umbenennung des Grenzsees Lake Ontario in "Lake America". Ob die neue Eskalation nun zu weiteren Gegenzöllen führt oder die Gespräche wieder in Gang bringt, bleibt offen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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