Bildungstest
Schlechte Pisa-Ergebnisse? Kultusministerin Stolz sieht Bayern auf richtigem Weg
Veröffentlicht:
von Alice Majewski17:30 SAT.1 Bayern
PISA-Schock: Jeder dritte Jugendliche hat Probleme beim Lesen und Rechnen
Videoclip • 01:53 Min • Ab 12
Der neue Vergleichstest zeigt für Deutschlands Jugendliche eine weitere Verschlechterung der Kompetenzen. Kultusministerin Stolz ist dennoch überzeugt, dass in Bayern die Richtung stimmt.
Bayern setzt auf Förderung
Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) will als Reaktion auf das schlechte Abschneiden deutscher Schülerinnen und Schüler bei der aktuellen Pisa-Studie den in Bayern eingeschlagenen Weg weitergehen. "Unser Kurs steht: früh hinschauen, gezielt fördern und die Basiskompetenzen kraftvoll stärken", betonte Stolz in München.
"Bereits nach den letzten Ergebnissen haben wir sofort gehandelt", erläuterte die Ministerin. So seien die Fächer Deutsch und Mathematik über die vier Schuljahre in der Grundschule um sechs Wochenstunden aufgestockt worden. "Rund eineinhalb Jahre vor der Einschulung erheben wir verbindlich den Sprachstand und schließen bei Förderbedarf eine verpflichtende Sprachförderung an", ergänzte Stolz.
Hinzu kämen eine wissenschaftsbasierte Diagnostik sowie Fortbildungen für Lehrkräfte. Zum aktuellen Schuljahr werde zudem eine entsprechende Initiative an den Mittelschulen beginnen, führte die Ministerin aus.
Kritik an großem Einfluss der Herkunft
Stolz räumte aber auch ein: "Selbstverständlich werden wir auch intensiv prüfen, wo wir besser werden können, ich denke dabei insbesondere an die Lehrkräftebildung." Viele Bildungsforscher kritisieren hingegen vor allem die frühe Aufteilung der Kinder auf die verschiedenen Schularten sowie den großen Einfluss des sozioökonomischen Status der Eltern auf den Bildungserfolg.
Auch Pisa 2025 bestätigt die Erkenntnis, dass in Deutschland der schulische Erfolg stärker als in anderen Ländern vom Elternhaus abhängt. Seit 2015 nimmt diese Kluft sogar wieder zu.
15-Jährige schnitten so schlecht ab wie noch nie
Zudem schnitten Deutschlands Schülerinnen und Schüler in der aktuellen Studie bei ihren Kompetenzen so schlecht ab wie nie zuvor. Beim Lesen sowie in Mathematik und Naturwissenschaften wurden bei den getesteten 15-Jährigen "die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen erzielt", heißt es in der neuen Ausgabe der internationalen Vergleichsstudie.
Bei rund einem Viertel der rund 6.700 in Deutschland getesteten Jugendlichen mangelte es an Basiskompetenzen in Naturwissenschaften. Beim Lesen und in Mathematik war sogar ein Drittel der Schülerinnen und Schüler betroffen. Zugleich sank laut Studie der Anteil der Jugendlichen mit besonders hohen Kompetenzen. Er liegt nun in allen drei Gebieten bei weniger als zehn Prozent.
Die Ergebnisse liegen somit selbst niedriger als bei der ersten Pisa-Studie im Jahr 2000. Diese hatte den sogenannten Pisa-Schock und in der Folge Bildungsreformen ausgelöst. Ergebnisse für die einzelnen Bundesländer gehen aus der Studie nicht hervor.
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Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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