Streit um Karenztag
Kein Lohn am ersten Krankheitstag? Das sagt Lauterbach zum Karenztag-Vorstoß
Aktualisiert:
von Emre Bölükbasi:newstime
Kein Lohn für den ersten Krankheitstag?
Videoclip • 01:42 Min • Ab 12
Sollten Arbeitnehmer für den ersten Krankheitstag keinen Lohn bekommen? Diese Forderung des Allianz-Chefs sorgt für Wirbel. Auch Gesundheitsminister Lauterbach hat eine klare Meinung dazu.
Das Wichtigste in Kürze
Bundesgesundheitsminister Lauterbach hat sich in die Debatte um einen Karenztag eingeschaltet.
Der Minister warnt vor der Forderung des Allianz-Chefs Oliver Bäte.
Um gegen die derzeit hohen Krankheitszahlen vorzugehen, schlägt er eine andere Strategie vor.
In der aktuellen Debatte um die Lohnfortzahlung für Arbeitnehmer:innen im Krankheitsfall hat sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach gegen einen Karenztag ausgesprochen. "Aus gesundheitlicher Sicht wäre ein Karenztag keine gute Idee. Wir wollen nicht, dass Menschen krank zur Arbeit kommen", stellte der SPD-Politiker im :newstime-Interview klar.
Die Debatte hatte zuletzt der Allianz-Chef Oliver Bäte mit einer umstrittenen Forderung entfacht: Aufgrund der hohen Krankheitszahlen müsse die Lohnfortzahlung am ersten Krankheitstag gestrichen werden. So würden die Arbeitgeber:innen entlastet, begründete er seinen Vorstoß.
Lauterbachs Vorschlag: In der Vorbeugemedizin besser werden
Lauterbach bestätigte zwar, dass die Krankheitszahlen in Deutschland derzeit tatsächlich auf einem hohen Stand seien. Dafür machte er aber "viele chronische Erkrankungen" verantwortlich, "wo man dann auch länger krank ist". "Und da hilft einfach nur bessere Vorbeugemedizin", erklärte der Minister. Und der Karenztag? Der würde "weder die Krankheitszeiten reduzieren, noch wäre er gut für die Gesundheit".
Die Rechnung des Allianz-Chefs, nach der Arbeitgeber:innen durch den Karenztag entlastet würden, könne zum Schluss eventuell doch nicht aufgehen. "Denn wenn dann mehr Beschäftigte erkranken und auch länger krank sind, dann kann der Schuss nach hinten losgehen", warnte Lauterbach im :newstime-Interview. "Das sind die langen Krankheitsfehlzeiten, die uns die Probleme machen. Da müssen wir einfach in der Vorbeugemedizin besser werden."
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