Unternehmerdynastie
Familie Block – ihr Imperium zwischen Steakhaus, Luxus-Hotel und Prozess
Aktualisiert:
von Nadine von Parseval:newstime
Dänemark: Christina Block verliert Prozess
Videoclip • 01:02 Min • Ab 12
Der Prozess gegen Christina Block rückt das Firmenreich ihrer Familie ins Rampenlicht. Dahinter steht ein Gastro-Imperium mit Hunderten Millionen Euro Umsatz.
Das Wichtigste in Kürze
Der Prozess gegen Christina Block rückt das Firmenreich ihres Vaters in den Fokus.
Aus einem Hamburger Steakhaus entstand eine Unternehmensgruppe mit Restaurants, Hotels und Lebensmittelproduktion.
Die Block Gruppe erzielt heute rund 500 Millionen Euro Umsatz pro Jahr.
Während sich Christina Block vor dem Landgericht Hamburg gegen Entführungsvorwürfe verteidigt, rückt das Lebenswerk ihres Vaters Eugen Block in den Fokus. Aus einem einzelnen Steakhaus entwickelte der 85-Jährige über Jahrzehnte ein Unternehmen mit Hunderten Millionen Euro Umsatz. Sein Erfolgsrezept: Systemgastronomie, Qualitätskontrolle – und ein kompromissloser Führungsstil.
Entführungsvorwürfe im Prozess
Christina Block muss sich wegen Vorwürfen der Kindesentführung vor Gericht verantworten. Die 52-Jährige wies die Anschuldigungen zurück. Hintergrund ist ein jahrelanger erbitterter Sorgerechtsstreit zwischen ihr und ihrem Ex-Mann Stephan Hensel. Medienberichten zufolge soll der Konflikt eskaliert sein, als Christina ihre Kinder in der Silvesternacht 2023 laut den Vorwürfen entführt haben soll.
Der Prozess sorgt für großes öffentliches Interesse – nicht nur wegen der Anschuldigungen, sondern auch wegen des prominenten Nachnamens Block. Dieser steht seit Jahrzehnten für eines der bekanntesten Gastronomieunternehmen Deutschlands.
Mehr dazu:
Die Idee aus Amerika
Gegründet wurde das Unternehmen von Eugen Block. In den 1960er-Jahren arbeitete er als Kellner in den USA – und entwickelte die Idee einer familienfreundlichen Steakhauskette. 1968 eröffnete er das erste Block House in Hamburg-Winterhude. Heute zählt die Marke zahlreiche Standorte in Deutschland sowie Franchise-Restaurants in Spanien und Portugal.
Block setzte früh auf Systemgastronomie: gleiche Abläufe, identisches Design, standardisierte Speisen. Ein Konzept, das in Deutschland damals neu war. "Damals war Essen gehen Luxus", sagte Block einmal der "Hamburger Morgenpost". "Aber durch das Block House gingen die Leute nun öfter essen, nicht nur zu besonderen Anlässen. Dies war meine Pionierarbeit."
1973 startete mit Jim Block eine zweite Kette. Fleischabschnitte aus der Steakproduktion wurden zu Burgern verarbeitet. Später kam mit dem Blockbräu an den Landungsbrücken eine eigene Brauerei hinzu. Parallel baute Eugen eine Lebensmittelproduktion auf, die Soßen, Gewürze und weitere Produkte auch im Einzelhandel vertreibt.
Hotels, Airline und Millionenumsatz
In den 1980er-Jahren folgte der Schritt in die Luxushotellerie. Das Grand Elysée Hotel wurde zum Flaggschiff der Gruppe. Ergänzt wird die Hotelsparte durch das Fischhaus Hotel und das Seehotel Zarrentin.
Kurzzeitig gehörte auch die Hamburg Airlines zum Firmenreich. Sie sollte Direktverbindungen für Hamburger Geschäftsleute anbieten, schrieb jedoch Verluste und stellte 1997 den Betrieb ein. Dennoch sagte der Unternehmer rückblickend: "Hamburg Airlines war eine Heldentat." Und weiter: "Mein Ziel war es, der Stadt zu ihrer früheren Weltgeltung zu verhelfen, mit einer Fluggesellschaft, die wieder wichtige europäische Ziele direkt anfliegt."
Heute gliedert sich die Block Gruppe in Systemgastronomie, Hotellerie, Lebensmittelproduktion und Servicegesellschaften. Rund 500 Millionen Euro Umsatz erzielte das Unternehmen 2024 nach eigenen Angaben, den größten Anteil davon in der Lebensmittelproduktion.
Die drei Kinder von Eugen Block halten jeweils 16 Prozent der Anteile, spielen operativ jedoch keine zentrale Rolle. Christina Block repräsentiert das Grand Elysée nach außen. Ihr Bruder Dirk war zeitweise im Unternehmen aktiv und betreibt inzwischen Lokale der L'Osteria. Philipp Block war unter anderem im Fleischhandel tätig.
Verwendete Quellen:
Manager Magazin: "Das Firmenreich der Familie Block"
Auch in den News:
Block-Prozess wird fortgesetzt: Weitere Zeugenaussagen angekündigt
Zeugin berichtet: Christina Block wollte Jugendamt zunächst nicht ins Haus lassen
Gericht in Dänemark stellt klar: Christina Block darf ihre Kinder weiterhin nicht sehen
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