Aktionstag der IG Metall

Aufstand gegen den Kahlschlag: 175.000 Auto-Beschäftigte gehen auf die Barrikaden

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von Marie-Finn Bruker

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Harter VW-Sparkurs beschlossen (4. September)

Videoclip • 01:49 Min • Ab 12


Die Gewerkschaft IG Metall mobilisiert bundesweit Zehntausende gegen Werkschließungen und Jobabbau. Mit Trillerpfeifen und Bannern fordern sie eine radikale Kehrtwende von Vorständen und Politik.

Das Wichtigste in Kürze

  • Krisen, Werkschließungen, Jobabbau: Der Automobilbranche geht es schlecht - den Mitarbeitenden auch.

  • Die Gewerkschaft IG Metall rief am Montag (21. September) Beschäftigte unter dem Motto "Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke" zu bundesweiten Aktionen auf.

  • IG-Metall-Chefin Christiane Benner schießt hart gegen die Vorstände der Automobilbranche: Sie fahren "mit Vollgas gegen die Wand und begehen danach Fahrerflucht".

Die deutsche Autoindustrie erlebt einen beispiellosen Proteststurm: Rund 175.000 Beschäftigte sind am Montag (21. September) an 280 Orten im gesamten Bundesgebiet auf die Straße gegangen. Ihr Zorn richtet sich gegen massiven Jobabbau, drohende Werkschließungen und Forderungen nach längeren Arbeitszeiten. Unter dem Motto "Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke" zogen die Demonstrant:innen vor die Zentralen der großen Autobauer und Zuliefererwerke.

Auch in den News:

Historischer Tiefstand bei Beschäftigtenzahlen

IG-Metall-Chefin Christiane Benner findet bei ihrem Auftritt in Wolfsburg drastische Worte: Die deutschen Unternehmen hätten für tolle Autos und gute Qualität gestanden. "Jetzt fahren Vorstände die Branche mit Vollgas gegen die Wand und begehen danach Fahrerflucht", kritisierte sie laut Mitteilung. Noch schärfer formuliert es Jan Otto, Chef des IG-Metall-Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen, bei einer Kundgebung in Chemnitz: "Jahrelang haben die Manager die Trends in der E-Mobilität, Digitalisierung und Batterietechnik verschlafen. Jetzt wollen sie ihre Belegschaften dafür bezahlen lassen. Das lassen wir nicht zu."

Tatsächlich sind aktuelle Zahlen alarmierend: Zum Ende des ersten Halbjahres waren in der deutschen Autoindustrie noch 691.500 Menschen beschäftigt – so wenig wie noch nie seit Beginn der vergleichbaren Statistikreihe im Jahr 2005. Und der Absturz geht weiter: Zehntausende Arbeitsplätze fallen bei Mercedes-Benz, BMW, im VW-Konzern und bei Zulieferern wie Bosch, ZF Friedrichshafen, Aumovio und Mahle weg. Bei VW stehen sogar die Werke Hannover, Emden, Zwickau sowie der Audi-Standort Neckarsulm zur Schließung im Raum.

Gewerkschaft fordert Investitionen statt Personalabbau

Als Ausweg aus der Krise verlangt die IG Metall massive Investitionen in neue Produkte, Technologien und Standorte statt weiteren Personalabbaus. Von der Politik forderte Benner verlässliche Bedingungen für Investitionen, bezahlbare Energie und die Förderung eines "Made in EU"-Ansatzes. Zudem verlangte sie Schutz vor unfairem Wettbewerb, Finanzhilfen für Zuliefernde im Umbau und die Beibehaltung der Altersteilzeitregelungen.


Automobilindustrie rechtfertigt Maßnahmen

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hatte bereits vor dem Aktionstag eine größere Veränderungsbereitschaft von Gewerkschaften und Beschäftigten angemahnt. Produktion in Deutschland sei "kein Naturgesetz", die Auslastung von Werken "kein Selbstläufer", schrieb VDA-Präsidentin Hildegard Müller in einem Gastbeitrag. Als Wettbewerbsnachteil nannte sie insbesondere die hohen Arbeitskosten: Eine Arbeitsstunde koste in der Autoindustrie hierzulande fast 65 Euro, in Tschechien 24 und in Polen 18 Euro.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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