Firmen in Fernost

Gefährliche Bindung: EU-Handelskammer schlägt China-Alarm

Veröffentlicht:

von dpa

:newstime

Asiens Börsen beben nach US-Blockade

Videoclip • 01:37 Min • Ab 12


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Chinas Exportkontrollen treffen viele Firmen. Doch weniger abhängig von Peking zu werden, erweist sich als schwierig. Ein Bericht der EU-Handelskammer warnt vor Risiken dieser Abhängigkeit für Europa.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trotz De-Risking-Plänen verlagern immer mehr EU-Firmen ihre Lieferketten nach China, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

  • Pekings Kontrolle über kritische Rohstoffe trifft bereits ein Drittel der europäischen Unternehmen massiv.

  • Die EU-Kammer warnt, dass China der europäischen Wirtschaft durch Lieferstopps "beispiellosen Schaden" zufügen könnte.

Entgegen Forderungen nach einer Risikominderung setzen europäische Firmen laut EU-Handelskammer weiter auf China. "Trotz aller Diskussionen sehen wir nicht wirklich, dass Europa weniger abhängig von China wird", sagte Kammerpräsident Jens Eskelund in Peking. Im vergangenen Jahr hatten mit 26 Prozent doppelt so viele Firmen in einer Umfrage angegeben, ihre Lieferketten nach China zu verlagern, wie Firmen, die diese von dort wegverlegen oder sich ein zweites Standbein im Ausland aufbauen wollen.

Dieser Trend setze sich eindeutig fort, sagte der Präsident der Interessenvertretung von mehr als 1.600 europäischen Mitgliedsfirmen in China. Dabei sind dem Dänen zufolge viele Firmen wegen der Unsicherheiten nicht unbedingt begeistert, China noch mehr ausgesetzt zu sein. Es handele sich eher um einen "Überlebensmechanismus".

Viele EU-Firmen hätten mindestens einen chinesischen Konkurrenten. Wer im Markt gewinnen wolle, brauche das bessere Produkt zum niedrigeren Preis, sagte Eskelund. Dies sei nur möglich, wenn man chinesische Lieferketten nutze, erklärte er.


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Risikofaktor Exportkontrollen

Doch die Abhängigkeiten schafften Probleme, die nun politische Reaktionen erzeugten, sagte Eskelund. Besonders einschneidend waren Pekings Exportkontrollen im vergangenen Jahr auf sieben seltene Erden und die daraus gefertigten Magnete. China ist weltweit führend in der Produktion dieser wichtigen Rohstoffe, die in Motoren, Smartphones und vielen Alltagsgeräten stecken.

Im Herbst hatte Peking Exportkontrollen gegen weitere seltene Erden angedroht. Diese wurden jedoch bis November dieses Jahres vertagt, nachdem US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in Südkorea eine Pause in ihrem laufenden Handelsstreit vereinbart hatten.

Auch in den News:

Kammer warnt vor Schaden für EU 

Zur Überraschung der Kammer gaben Anfang dieses Jahres in einer Umfrage fast ein Drittel der Mitglieder an, von den Exportkontrollen betroffen zu sein. In Anbetracht der wenigen kontrollierten Stoffe sei die Menge an betroffenen Produkten "unglaublich", hieß es. "Ich glaube nicht, dass irgendjemand wirklich weiß, ob Europa ohne China überhaupt Zahnpasta herstellen könnte", sagte Eskelund.

Ein neuer Bericht der Kammer betont, einige Firmen sorgten sich, dass China über die erforderlichen Details in den Anträgen für Exportlizenzen Abhängigkeiten von Firmen erfassen könne. "Die Abhängigkeit der EU von China ist groß genug, dass das Land – durch sein Exportkontrollsystem – der europäischen Wirtschaft nun beispiellosen Schaden zufügen könnte, sollte es sich dazu entschließen", warnt die Kammer.

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