Verbraucher
Deutschland zahlt digital – bleibt aber hinter Europa
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von Claudia Scheele:newstime
Bargeldlos zahlen: Immer mehr setzen auf die Karte
Videoclip • 59 Sek • Ab 12
Kartenzahlung und Smartphone-Check-out werden in Deutschland häufiger. Im europäischen Vergleich bleibt der Abstand zu den Vorreitern im Norden aber groß.
Das Wichtigste in Kürze
In Deutschland wurden 2025 laut BCG rund 300 elektronische Zahlungen pro Kopf getätigt – deutlich weniger als im EU-Durchschnitt und in Nordeuropa.
Die Nutzung wächst hierzulande aber schneller: Elektronische Zahlungen legten um rund zehn Prozent zu, Kartenzahlungen sogar um 11,3 Prozent.
Bargeld bleibt beliebt, doch 55 Prozent der Einkäufe wurden laut Bundesbank bereits bargeldlos bezahlt; eine Pflicht zum Angebot digitaler Zahlungen ist geplant.
Deutschland holt beim digitalen Bezahlen auf, bleibt international aber weiterhin zurück. 2025 wurden hierzulande pro Kopf durchschnittlich rund 300 elektronische Zahlungen getätigt. Das geht aus einer Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Damit liegt Deutschland unter dem EU-Durchschnitt von rund 400 elektronischen Zahlungen pro Kopf. Besonders weit voraus sind die nordischen Länder Norwegen, Dänemark, Schweden und Finnland: Dort zahlen Menschen im Schnitt etwa 700 Mal pro Jahr digital. Bargeld, Schecks und papierbasierte Überweisungen werden in der BCG-Studie nicht berücksichtigt.
Deutschland wächst schneller als der EU-Schnitt
Immerhin nimmt die Nutzung elektronischer Zahlungen in Deutschland vergleichsweise schnell zu. Die Zahl der Transaktionen stieg laut BCG um rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im EU-Durchschnitt lag das Wachstum bei acht Prozent.
"Die Deutschen holen beim digitalen Bezahlen zwar auf, bleiben dem Bargeld aber weiterhin treu", sagte BCG-Zahlungsexperte Markus Ampenberger laut dpa. Der Abstand zu den nordischen Ländern bleibe dennoch groß.
Kartenzahlung nimmt deutlich zu
Auch bei reinen Kartenzahlungen zeigt sich ein ähnliches Bild. In Deutschland kamen 2025 durchschnittlich 196 Kartentransaktionen pro Kopf zusammen. Im gesamten deutschsprachigen Raum mit Österreich und der Schweiz waren es 216, im EU-Schnitt 327 und in den nordischen Ländern 539. In den USA lag der Wert sogar bei 647.
Das Wachstum in Deutschland fällt jedoch deutlich aus: Die Kartenzahlungen pro Kopf nahmen um 11,3 Prozent zu. Damit liegt Deutschland laut BCG vor der Europäischen Union, den nordischen Ländern und den USA. Grundlage der inzwischen zum 24. Mal veröffentlichten Studie sind Daten zu elektronischen Zahlungen von Verbraucher:innen ab 15 Jahren, vor allem der Europäischen Zentralbank.
Auch in den News:
Bargeld bleibt trotzdem wichtig
Bargeld spielt in Deutschland weiter eine besondere Rolle. Nach Angaben der Bundesbank wurden 2025 allerdings bereits 55 Prozent der Einkäufe bargeldlos bezahlt. Besonders ältere Menschen sowie Personen mit geringerem Einkommen oder wenig digitaler Erfahrung nutzen weiterhin häufiger Scheine und Münzen.
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) will digitale Zahlungen künftig stärker im Alltag verankern. Nach seinen Plänen sollen Geschäfte und Restaurants zusätzlich zu Bargeld auch Kartenzahlung oder Bezahlung per Handy akzeptieren müssen. Ein Gesetzentwurf soll noch in diesem Jahr im Kabinett beschlossen und ab 2027 umgesetzt werden.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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