Bundesbank-Studie
Bargeld-Revolution in Deutschland? So viele zahlen noch mit Schein und Münze
Aktualisiert:
von Michael Reimers:newstime
Wird das Bargeld verschwinden? (6. Mai)
Videoclip • 01:35 Min • Ab 12
Historische Entwicklung: Erstmals zahlen die Deutschen mehrheitlich ohne Scheine und Münzen. Die Liebe zum Cash bleibt aber ungebrochen.
Das Wichtigste in Kürze
Wende an der Kasse: Erstmals zahlen die Deutschen mehrheitlich bargeldlos.
Vor allem die Girocard und das Smartphone treiben diesen digitalen Trend rasant voran.
Dennoch bleibt die Liebe zu Schein und Münze ungebrochen, weshalb die Bundesbank nun vor einer schwindenden Wahlfreiheit im Alltag warnt.
Nach Jahrzehnten als Bargeld-Hochburg Europas haben die Menschen in Deutschland 2025 einen Meilenstein erreicht: Mehr als die Hälfte aller Zahlungen erfolgt mittlerweile bargeldlos. Die Bundesbank verzeichnete in ihrer aktuellen Studie einen Anteil von 55 Prozent bei digitalen Bezahlmethoden – ein historischer Wendepunkt seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2008.
Die Girocard dominiert dabei das Geschehen an den Kassen: In 26 Prozent aller Fälle greifen Verbraucher:innen zur Debitkarte, die vielen noch als EC-Karte bekannt ist. Besonders rasant entwickelt sich das mobile Bezahlen per Smartphone oder Smartwatch, das innerhalb von zwei Jahren um vier Prozentpunkte auf zehn Prozent zulegte.
Deutsche greifen häufig zur Girocard - als Karte oder mobil
Doch Totgesagte leben länger: Bargeld bleibt mit 45 Prozent aller Transaktionen weiterhin das meistgenutzte einzelne Zahlungsmittel – ein im europäischen Vergleich außergewöhnlich hoher Wert. Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz konstatiert: "Der Trend hin zu bargeldlosen Zahlungen setzt sich fort." Gleichzeitig betonen 80 Prozent der Befragten, wie wichtig ihnen die Möglichkeit zur Barzahlung bleibt.
Die Kehrseite der Medaille: Weder Bargeld noch digitale Bezahlmethoden sind flächendeckend verfügbar. Etwa ein Viertel der Befragten konnte mindestens einmal nicht wie gewünscht bargeldlos zahlen. Umgekehrt wird Bargeld im öffentlichen Nahverkehr und an Selbstbedienungskassen zunehmend seltener akzeptiert. "Eine vollständige Wahlfreiheit ist aktuell nicht gegeben", mahnt Balz.
Verbraucherzentralen warnen indes bereits seit längerem vor einem Bargeld-Aus. Was die einzelnen Gründe für ihre Forderung für mehr Cash statt Karte sind, liest du hier!
Auch in den News:
Bundesbank: Wahlfreiheit beim Bezahlen gewährleisten
Besonders ältere Menschen, Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder niedrigem Einkommen setzen weiterhin auf Scheine und Münzen. Zwölf Prozent der Befragten gaben an, ohne Bargeld große Schwierigkeiten im Alltag zu haben. Die Bundesbank und die EU-Kommission treten Befürchtungen einer Bargeld-Abschaffung entschieden entgegen – der geplante digitale Euro soll Schein und Münze ergänzen, nicht ersetzen.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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