Kampf gegen Giftpflanze
Gefahr für Tiere: Weyhe sammelt giftiges Jakobskreuzkraut
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Gartentipps für trockene Sommertage
Videoclip • 01:37 Min • Ab 12
Die Gemeinde Weyhe bietet wieder eine kostenlose Entsorgung für das giftige Jakobskreuzkraut an. Die Pflanze ist besonders für Weidetiere eine tödliche Gefahr.
Das Wichtigste in Kürze
Die Gemeinde Weyhe stellt kostenlose Sammeltonnen zur Entsorgung des giftigen Jakobskreuzkrauts zur Verfügung.
Besonders für Weidetiere ist die Pflanze lebensgefährlich, wenn sie getrocknet in das Heu oder die Silage gelangt.
Zur natürlichen Bekämpfung der Pflanze setzt die Gemeinde auf die Raupen des Schmetterlings Blutbär.
Die Gemeinde Weyhe bei Bremen bietet ihren Einwohner:innen erneut eine kostenlose Möglichkeit, haushaltsübliche Mengen des Jakobskreuzkrauts (JKK) sicher zu entsorgen. Dafür wurden zwei spezielle Sammeltonnen auf dem Baubetriebshof sowie der örtlichen Grünabfallsammelstelle aufgestellt. Die heimische Pflanze, die im Sommer durch ihre auffällig gelben Blüten besticht, breitet sich durch den Klimawandel und lückigen Bewuchs auf Naturschutzflächen immer weiter aus. Eine einzige Pflanze kann bis zu 100.000 Samen produzieren, die jahrzehntelang im Boden überdauern.
Für Menschen und Haustiere stellt das Gewächs bei bloßem Kontakt keine direkte Lebensgefahr dar, jedoch ist es für landwirtschaftliche Nutztiere hochgradig toxisch. Die Verwaltung der Gemeinde Weyhe warnt in diesem Zusammenhang eindringlich vor den Folgen für die Landwirtschaft: "Gelangen allerdings getrocknete Pflanzenteile ins Tierfutter, als Heu oder Silage, kann das tödlich für die Weidetiere enden." Im getrockneten Zustand verliert die Pflanze nämlich ihre warnenden Bitterstoffe. Die giftigen Alkaloide bleiben jedoch vollständig erhalten und reichern sich in der Leber der Tiere an, was letztlich zum Tod führt.
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Natürliche Feinde und richtige Entsorgung
Um eine weitere unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern, müssen vor allem die blühenden Pflanzenteile zwingend über den Restmüll entsorgt werden, um ein erneutes Aussamen zu stoppen. Nichtblühende Teile können hingegen auf den Kompost. Wer die Pflanzen im eigenen Garten händisch entfernt, sollte laut den Expert:innen der Gemeinde Weyhe vorsichtig sein: "Bei Berührung der Pflanze sollten Handschuhe getragen werden, da es zu Hautreizungen kommen kann."
Bei der großflächigen Bekämpfung der Giftpflanze setzt die Verwaltung zudem auf einen natürlichen Feind: den Schmetterling Blutbär. Dessen kleine Raupen fressen das Jakobskreuzkraut komplett ab, sodass es abstirbt. Bürger:innen werden daher gebeten, beim Ausreißen der Pflanzen genau auf diese nützlichen Raupen zu achten. Sind die Insekten auf den Blättern vorhanden, soll das Gewächs unbedingt stehen bleiben, damit die Raupen ihre Arbeit ungestört verrichten können.
Um die Einwohner:innen umfassend zu informieren und für das Thema zu sensibilisieren, hat die Gemeinde Weyhe einen detaillierten Flyer herausgegeben. Dieser liegt im örtlichen Rathaus aus und klärt anschaulich darüber auf, wie man die Pflanze sicher erkennt, richtig entsorgt und welche konkreten Gefahren von ihr ausgehen.
Verwendete Quellen:
Gemeinde Weyhe: "JKK-Tonnen stehen wieder bereit"
Gemeinde Weyhe: "Hinweise zum Umgang mit dem Jakobskreuzkraut"
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