Kaufrecht nicht gesichert

Commerzbank-Aktie im Fokus: Unicredit möchte Übernahme durch Tauschgeschäft

Aktualisiert:

von Jacqueline Bittl

:newstime

Unicredit will Commerzbank übernehmen (16. März)

Videoclip • 01:16 Min • Ab 12


- Anzeige -
- Anzeige -

Die Unicredit will mehr Kontrolle über die Commerzbank – trotz der Widerstände in Frankfurt und Berlin. Ist eine "feindliche" Übernahme des Dax-Konzerns noch abzuwenden?

Die Unicredit will ihren Einfluss auf die Commerzbank ausbauen. Die italienische Großbank hat wie angekündigt ihr Kaufangebot für sämtliche Anteile des Dax-Konzerns offiziell gemacht. Bis zum Ablauf des 16. Juni will sich die Unicredit, die bereits knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile kontrolliert, weitere Anteile sichern, wie die paneuropäische Geschäftsbank in Mailand mitteilte. Die Offerte kann bis zum 3. Juli verlängert werden.

Bereits vor zwei Wochen warf die Unicredit der Commerzbank vor, sie sei zu stark auf kurzfristige Erfolge fixiert und unzureichend auf kommende Herausforderungen vorbereitet.

Nun bieten die Italiener kein Bargeld, sondern für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue Unicredit-Aktien. Das hatte die Unicredit bereits Mitte März angekündigt. Das entspreche einem Preis von 30,80 Euro pro Commerzbank-Anteil oder einem Aufschlag von vier Prozent zum Schlusskurs vom 13. März. Auf dieser Basis bewertet die Unicredit die Commerzbank mit knapp 35 Milliarden Euro. Die Bank rechnete vor, die neuen Anteile seien auf Grundlage eines Drei-Monats-Durchschnittskurses 34,35 Euro wert.

Auch in den News:

Commerzbank kann wahrscheinlich nicht von dem Angebot überzeugt werden

Die Unicredit erwartet nicht, mit ihrem Tauschangebot die Kontrollmehrheit bei dem Frankfurter Institut zu erlangen. Denn eine Commerzbank-Aktie kostet an der Börse derzeit um die 35 Euro. Daher gilt es als unwahrscheinlich, dass die Italiener viele Commerzbank-Aktionär:innen überzeugen werden. Der deutsche Staat will seine restlichen gut zwölf Prozent nicht verkaufen und tritt für eine eigenständige Commerzbank ein.

Unicredit-Chef Andrea Orcel präsentierte kürzlich einen Umbauplan für den Fall einer Übernahme, in dem rund 7.000 Vollzeitstellen in Deutschland wegfallen könnten. Die Großbank aus Mailand verspricht sich bei einer Übernahme der Commerzbank Vorteile im Geschäft mit Privat- und Mittelstandskunden in Deutschland. Hierzulande ist die Unicredit schon mit ihrer Tochter Hypovereinsbank (HVB) vertreten, was Einsparungen ermöglichen würde. Bereits im Sommer letzten Jahres steuerte die Unicredit bei der Commerzbank auf ein Übernahmeangebot zu.

- Anzeige -
- Anzeige -

Unicredit hat bereits knapp 30 Prozent der Anteile

Management, Betriebsrat und Belegschaft der Commerzbank wehren sich seit Monaten gegen das aus ihrer Sicht "feindliche" Taktieren Orcels. Die Unicredit hatte im September 2024 einen Aktienverkauf des Bundes zum Einstieg bei der Commerzbank genutzt. Inzwischen kontrolliert die italienische Großbank direkt über Aktien und indirekt über Finanzinstrumente 29,99 Prozent der Commerzbank-Anteile. Für weitere 2,65 Prozent hat sich die Unicredit den Kaufpreis der Papiere gesichert, aber nicht das Kaufrecht selbst.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken