Nach mehr als 60 Jahren
Bürstner stellt Produktion von Wohnwagen ein
Veröffentlicht:
von Michael ReimersWohnmobile auf der Tourismusmesse Caravan, Motor und Touristik im Januar 2026 in Stuttgart
Bild: Bernd Weißbrod/dpa
Obwohl Urlaub auf vier Rädern im Trend liegt, haben die deutschen Hersteller von Wohnwagen zuletzt weniger produziert. Die Traditionsmarke Bürstner aus Kehl verkündet nach mehr als sechs Jahrzehnten nun sogar das Aus für ihre Caravans.
Das Wichtigste in Kürze
Die Produktion von Wohnwagen der Marke Bürstner wird eingestellt.
Das Unternehmen aus Kehl stellt seit Ende der 1950er-Jahre Wohnwagen her.
1998 gehört die Firma zur Hymer -Gruppe, ebenfalls in Baden-Württemberg.
Nach einer Radikalkur bei den Wohnmobilen von Bürstner folgt nun das Aus für die Wohnwagen-Produktion. Wie "welt.de", meldet, stellt Bürstner ab der Saison 2027 keine Anhänger mehr her. Dem Bericht zufolge hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr bereits mit einer für die Branche einmaligen Kürzung bei seinen motorisierten Freizeitfahrzeugen für Aufsehen gesorgt.
"Unsere Entscheidung ist kein Abschied vom Caravan für immer, sondern eine bewusste Fokussierung der Marke Bürstner auf die konsequente Weiterentwicklung unseres Portfolios für Camper-Vans und Reisemobile", sagte Geschäftsführer Hubert Brandl. Er leitet seit rund eineinhalb Jahren die Geschicke bei Bürstner, fungiert aber auch weiterhin als Chef der Luxusmarke Niesmann+Bischoff.
Bürstner setzt verstärkt auf Wohnmobile
Wie es weiter heißt, sieht Brandl die Zukunft der Traditionsmarke in erster Linie im Reisemobil-Sektor. Beim Caravan-Salon 2025 hatte Brandl seine Strategie "Bürstner reloaded" ausgerollt. Dazu gehörte, sämtliche Baureihen einzustampfen und die Modellpalette auf ein neues Trio von Fahrzeugen reduzieren: den Budget Camper-Van Papillon, den Sechs-Meter-Sprinter Habiton mit und ohne Allradantrieb sowie den Teilintegrierten Signature.
Das Nutzungsverhalten der Kundschaft und die veränderten Bedürfnisse sind Brandl zufolge ausschlaggebend für die aktuelle Entscheidung gewesen, die Caravan-Produktion auszusetzen. Während Reisemobile nach der Corona-Zeit wieder an den Wachstumskurs vor der Pandemie anknüpfen konnten, sinken die Zulassungzahlen für Wohnwagen nach wie vor. Ersatzteile sowie sämtliche Serviceleistungen für Bürstner Wohnwagen bleiben vollumfänglich bestehen, versichert das Unternehmen. Die Hymer-Gruppe ist im Caravan-Segment mit den Marken LMC, Dethleffs und Eriba auch weiterhin stark vertreten.
Deutschland Caravaning-Industrie ist führend in Europa
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sind deutsche Unternehmen die wichtigsten Produzenten und Exporteure von Freizeitfahrzeugen in Europa. Bekannte Marken sind neben Bürstner und Dethleffs auch Fendt Caravan, Hymer und Knaus Tabbert. Auch der heimische Markt ist groß: Fast die Hälfte aller neuen Reisemobile und Wohnwagen in Europa wurden im vergangenen Jahr in Deutschland angemeldet.
Bundesweit wurden 2025 gut 94.100 Reisemobile und Caravans neu zugelassen. Das ist nach Angaben des Caravaning Industrie Verbands (CIVD) zwar ein leichtes Minus im Vergleich zum Vorjahr. Das Niveau sei aber generell hoch. Auch der Gebrauchtfahrzeugmarkt habe sich positiv entwickelt. Mit mehr als 192.000 Besitzumschreibungen erreichte er 2025 einen Rekord.
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
welt.de: "Bürstner stellt Wohnwagen-Produktion ein"
Nachrichtenagentur dpa
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Deutsche Traditionsfirma
Thermomix und Kobold: Die Erfolgsgeschichte von Vorwerk

Rheda-Wiedenbrück
Möbelhersteller Interlübke meldet Insolvenz an – das ist der Grund

Kabinettsbeschluss am Mittwoch
Streit um Gesundheitsreform: Werden sich Union und SPD einig?

Eine Sache der Einstellung
Microsoft-Outlook-Störung macht bei iPhones weiter Ärger

Schüsse bei Gala
Trump fordert Rauswurf Kimmels – Witwen-Witz über Melania kränkt ihn

Beliebtheitsskala
Merz-Knall: Kanzler fällt in Politiker-Ranking auf letzten Platz


