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"Bewertungen entfernt" bei Google: Neue Transparenz sorgt für Unsicherheit

Aktualisiert:

von Claudia Scheele

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Google-Bewertungen mittlerweile zweifelhaft

Videoclip • 01:09 Min • Ab 12


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Seit Ende April blendet Google einen Hinweis zu gelöschten Bewertungen ein. Für Hotels und Gastronomie wird der Umgang mit Kritik damit noch wichtiger – und sichtbarer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Google zeigt in Deutschland an, wie viele Bewertungen in den letzten zwölf Monaten nach Diffamierungsbeschwerden gelöscht wurden – als grobe Zahlenspanne im Profil.

  • Der Hinweis sagt nichts über die Gründe: Auch berechtigte Löschungen von Fake- oder Hassbewertungen können dadurch wie "Problemfälle" wirken.

  • Hotels und Gastronomie sollten weiter gegen rechtswidrige Bewertungen vorgehen, parallel aber mehr echte Rezensionen sammeln und Kritik sichtbar professionell beantworten.

Google Maps zeigt in Deutschland neuerdings an, wenn in den vergangenen zwölf Monaten Bewertungen wegen Diffamierungsbeschwerden gelöscht wurden. Der Hinweis steht gut sichtbar im Unternehmensprofil und nennt grobe Bereiche wie "2 bis 5" oder "21 bis 50 entfernte Bewertungen".

Laut Google wirken sich diese Zahlen nicht direkt auf Sternedurchschnitt oder Ranking aus. Trotzdem ändern sie den Blick von Gästen: Zum ersten Mal sehen Nutzer:innen, dass ein Betrieb aktiv gegen Rezensionen vorgegangen ist – egal aus welchem Grund.


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Warum Deutschland als Testfeld gilt

Die Funktion startet zunächst nur in Deutschland. Hier nutzen Unternehmen besonders häufig den Rechtsweg, um Bewertungen löschen zu lassen, etwa wenn sie von Nicht-Gästen stammen oder falsche Tatsachen enthalten. Deutsche Gerichte haben diesen Weg in den vergangenen Jahren klar geordnet.

Für viele Hotels und Restaurants ist das ein wichtiger Schutz. Denn falsche oder beleidigende Rezensionen können Buchungen kosten und dem Ruf dauerhaft schaden. Gerade im Hotelbereich wirkt eine einzelne ungerechte Bewertung oft lange nach.

Was der Hinweis nicht erklärt

Problematisch ist, dass die neue Anzeige nicht nach Gründen unterscheidet. Sie erfasst nur Löschungen nach Diffamierungsbeschwerde – nicht etwa Spam oder Bewertungen, die Google selbst wegen klarer Regelverstöße entfernt. Von außen bleibt deshalb nur der Eindruck: Hier wurde etwas gelöscht.

Ob es sich um offensichtliche Fake-Bewertungen, üble Beleidigungen oder um schwierige Grenzfälle handelte, ist für Gäste nicht zu erkennen. Das kann Betriebe in ein schiefes Licht rücken, die ihre Rechte völlig zu Recht genutzt haben.

Auch in den News:

Wie Betriebe klug reagieren können

Am Grundsatz ändert sich nichts: Gegen rechtswidrige Bewertungen sollten Hotels und Gastronom:innen weiterhin konsequent vorgehen. Neu ist nur, dass ihre Aktivitäten sichtbar werden und ein Jahr lang im Profil stehen. Die Außenwirkung muss also mitgedacht werden.

Noch wichtiger wird daher eine breite Basis an echten, freiwilligen Bewertungen. Wer viele authentische Stimmen sammelt und auf Kritik ruhig und persönlich antwortet, wirkt glaubwürdig – selbst dann, wenn der Hinweis "Bewertungen entfernt" im Profil auftaucht. Ein stimmiges Gesamtbild über Google, Buchungsportale und die eigene Website hilft, Missverständnisse zu vermeiden.


Verwendete Quellen:

Gastgewerbe Magazin: "Google Maps zeigt gelöschte Bewertungen: Was Hotels und Gastronomie wissen müssen"

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