Über 40 Prozent
Umfrage-Knaller in Sachsen-Anhalt: AfD baut Vorsprung zur CDU aus
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von dpa:newstime
AfD führt auch bei Kanzlerfrage (6. Mai)
Videoclip • 01:09 Min • Ab 12
Die AfD dominiert Sachsen-Anhalt wie nie zuvor. Eine aktuelle Umfrage offenbart ein Desaster für die Regierung: Die Mehrheit der Wähler ist unzufrieden, der Staat verliert dramatisch an Vertrauen.
Das Wichtigste in Kürze
Die AfD liegt in einer Umfrage zur Sachsen-Anhalt-Landtagswahl mit 41 Prozent weit vor der CDU (26 Prozent).
Eine Mehrheit der Befragten ist unzufrieden mit der Landesregierung und hat wenig Vertrauen in den Staat.
Bei der direkten Wahl des Ministerpräsidenten liegen CDU-Kandidat Schulze und AfD-Kandidat Siegmund eng beieinander.
Vier Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gewinnt die AfD laut einer Umfrage an Zustimmung und bleibt mit Abstand stärkste Kraft. Im aktuellen "Sachsen-AnhaltTREND" des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag von "Magdeburger Volksstimme", "Mitteldeutsche Zeitung" und Mitteldeutschem Rundfunk (MDR) liegt die Partei mit 41 Prozent weit vor der CDU mit 26 Prozent. In Sachsen-Anhalt wird die AfD vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.
Im Vergleich zur letzten Infratest-Umfrage im vergangenen September legte die AfD um 2 Prozentpunkte zu. Hinter der zweitplatzierten CDU (minus 1 Prozent) folgen Linke (12 Prozent) und SPD (7). Grüne und BSW liegen bei jeweils 4 Prozent. Sie würden wie die noch mitregierende FDP den Einzug in den Landtag verpassen. Die FDP wird wegen niedriger Werte in der Umfrage nicht einzeln ausgewiesen. Alle sonstigen Parteien kommen auf 6 Prozent.
Damit verändert sich der Trend aus den letzten Umfragen des Instituts Insa für das Nachrichtenportal "Nius". Dort sank die AfD von einem Hoch im Oktober von 40 Prozent leicht ab auf zunächst 39 Prozent im Januar und schließlich 38 Prozent im März.
Auch in den News:
Überraschendes Umfrageergebnis zur Landesregierung
Bei der Frage, wer die nächste Landesregierung anführen sollte, liegen AfD (43 Prozent) und CDU (44 Prozent) nahezu gleichauf. 13 Prozent der Befragten machen keine Angabe oder wissen es nicht. Würde der Ministerpräsident direkt gewählt werden, läge Amtsinhaber Sven Schulze (CDU) mit 36 Prozent vor AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (32 Prozent). Während Schulze dabei auch Zustimmung von Anhänger:innen anderer Parteien erhält, wählen Siegmund vor allem die AfD-Anhänger. Nahezu 32 Prozent wissen es nicht oder machen keine Angabe.
Besonders wichtig ist den befragten Menschen als politisches Problem der Komplex Einwanderung, Flüchtlinge, Asylpolitik und Integration (14 Prozent) - danach folgen Bildung, Schule, Ausbildung (12 Prozent) und Wirtschaft (10 Prozent). Die meisten Befragten trauen der AfD am ehesten zu, die größten politischen Probleme Sachsen-Anhalts zu lösen (31 Prozent) - zwei Prozentpunkte mehr als bei der letzten Infratest-Umfrage im September. Die CDU kommt auf 18 Prozent und verliert zur letzten Umfrage zwei Prozentpunkte. Jeder Fünfte traut keiner Partei die abgefragte Problemlösungskompetenz zu.
Große Unzufriedenheit mit der Regierung
Eine Mehrheit ist unzufrieden mit der Arbeit der Landesregierung. 62 Prozent der Befragten geben weniger oder gar nicht zufrieden an, während ein Drittel (33 Prozent) sich als sehr zufrieden oder zufrieden mit der Arbeit äußert. Damit liegt der Wert etwas höher als zuletzt in Umfragen zur Arbeit der Bundesregierung: Laut einer Insa-Umfrage für die "Bild am Sonntag" waren im vergangenen Oktober rund 28 Prozent der Befragten zufrieden mit der Arbeit des Kabinetts von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Zuvor lag der Wert zwischenzeitlich noch niedriger.
Vertrauen darin, dass der Staat seine Aufgaben insgesamt erfüllt, besteht bei 82 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt der aktuellen Umfrage zufolge wenig oder gar nicht. 16 Prozent geben ein großes oder sehr großes Staatsvertrauen an.
Die gegenwärtige wirtschaftliche Lage in Sachsen-Anhalt schätzt eine deutliche Mehrheit (82 Prozent) als weniger gut oder schlecht ein. 14 Prozent geben bei der Frage sehr gut oder gut an und 4 Prozent machen keine Angabe oder wissen es nicht.
Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf etwaige Wahlausgänge.
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