Zahlreiche Händler dabei
Einkaufen per KI-Assistent: Googles Gemini soll Online-Shopping revolutionieren
Veröffentlicht:
von Jana WejkumKI-Assistenten wie Gemini könnten das Einkaufserlebnis im Internet drastisch verändern.
Bild: Philip Dulian/dpa
Zum Shoppen auf der Händlerwebseite durch tausende Produkte scrollen: Wenn es nach KI-Unternehmen geht, soll das bald Vergangenheit sein.
Das Wichtigste in Kürze
Google plant mit seinem KI-Assistenten Gemini in den USA mit großen Handelsunternehmen zu kooperieren.
Kund:innen sollen dann in der Interaktion mit dem KI-Chatbot Produkte vorgeschlagen bekommen, die sie anschließend direkt kaufen können.
KI wirkt sich schon heute auf das Shopping-Verhalten der Nutzer:innen aus – in Zukunft könnten traditionelle Suchmaschinen weiter an Bedeutung verlieren.
"Jede Interaktion personalisieren und jede Entscheidung vereinfachen" – das möchte Google mit seinem KI-Assistenten Gemini im Online-Shopping erreichen. So drückt es Kevin Vasconi, Chief Digital and Technology Officer der Pizzakette Papa John's aus. Sie gehört laut "Stern" zu den Unternehmen, die künftig eng mit Gemini zusammenarbeiten wollen.
Anlässlich der Jahreskonferenz des Einzelhandelsverbands National Retail Federation gaben Google und seine Partner am Sonntag (11. Januar) ihre Pläne bekannt. Mit dabei sind laut ABC News US-Handelsriesen wie Walmart, Wayfair und Shopify.
Aus für traditionelle Web-Suche?
Wie ABC News weiterhin erklärt, soll mit Gemini eine Instant-Checkout-Funktion dafür sorgen, dass Nutzer:innen Produkte kaufen können, ohne den Chat des KI-Assistenten zu verlassen. Wenn Kund:innen beispielweise nach Ausrüstung für einen Skiurlaub fragen, schlägt Gemini daraufhin Produkte aus dem Angebot teilnehmender Händler vor.
Walmart-Kund:innen, die ihre Konten verlinken, bekommen Vorschläge, die auf ihrer bisherigen Kaufhistorie basieren. Walmart's CEO, John Furner, bezeichnete die Neuerung als "nächste große Evolution im Handel".
Bereits im Oktober hatten der Google-Konkurrent OpenAI und Walmart einen ähnlichen Deal abgeschlossen, der Kund:innen erlaubt, via ChatGPT einzukaufen.
KI-Shopping in Deutschland auf dem Vormarsch
In Deutschland nutzten laut einer Studie von Capgemini bereits 2024 knapp 60 Prozent der Verbraucher:innen KI-Chatbots statt herkömmlicher Suche zum Einkaufen. Vor allem jüngere Nutzer:innen wünschen sich demnach hochgradig personalisierte Inhalte und Produktempfehlungen durch KI.
Eine Studie des Marktforschungsinstituts Norstat kam 2025 laut dem Magazin "Absatzwirtschaft" zu ähnlichen Ergebnissen: Etwa die Hälfte aller KI-Nutzer:innen nutzen Chatbots zumindest gelegentlich als Kaufratgeber.
Eine Entwicklung, die auch bei Händler:innen ein Umdenken erfordert: Immer seltener werden Konsument:innen auf traditionellem Weg auf ihre Produkte aufmerksam. Bewährte Werbekonzepte, die darauf abzielen, Kund:innen auf die eigene Webseite zu leiten, verlieren zunehmend an Bedeutung.
Verbraucherzentrale: Kund:innen befürchten Beeinflussung
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) weist auf mögliche Risiken von KI-Shopping hin. In einer vom vbzv in Auftrag gegebenen Befragung aus dem Dezember 2025 äußerten mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) die Sorge, dass sie künftig bei Kaufentscheidungen oder Vertragsabschlüssen von KI beeinflusst werden könnten. Die Verbraucherschützer:innen fordern deshalb klare Gesetzgebung für die Nutzung von KI-Diensten für Unternehmen.
Verwendete Quellen:
Stern: "Neue Gemini-Anwendung: Google setzt mit Partnerunternehmen auf KI-gestütztes Einkaufen"
ABC News: "Google teams up with Walmart and other retailers to enable shopping within Gemini AI chatbot"
Capgemini: "Consumer Trends Report 2025: 78 Prozent der deutschen Verbraucher wünschen sich Einkaufserlebnis mit generativer KI"
Absatzwirtschaft: "KI verdrängt Suchmaschinen als Shopping-Ratgeber"
Verbraucherzentrale: "KI: Gut die Hälfte sorgt sich um Beeinflussung"
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