Gewürzhändler
Ohne Nestlé: Ankerkraut-Gründer holen sich ihre Marke zurück
Veröffentlicht:
von Marie-Finn BrukerDie Ankerkraut-Gründer Anne und Stefan Lemcke haben ihr Unternehmen vom Lebensmittelkonzern Nestlé zurückgekauft.
Bild: Nela König/Ankerkraut/dpa
Ärger bei vielen Fans: 2022 hatte der Gewürzhändler Ankerkraut den Großteil der Firma an Nestlé verkauft. Jetzt holen sich die Hamburger:innen ihr Unternehmen zurück.
Das Wichtigste in Kürze
Mit dem Erfolg in einer TV-Sendung wurde das ursprüngliche Start-up zum Millionengeschäft.
Der mehrheitliche Verkauf an Nestlé vor vier Jahren sorgte in der Öffentlichkeit für starke Kritik.
Ankerkraut strebt nun wieder mehr unternehmerische Freiheit an und verlässt Nestlé.
Ankerkraut geht wieder eigene Wege: Nach vier Jahren verlässt der Gewürzhändler den weltgrößten Lebensmittelkonzern Nestlé.
2013 hatten Anne und Stefan Lemcke das Hamburger Unternehmen gegründet, drei Jahre später folgte in der TV-Sendung "Die Höhle der Löwen" der Durchbruch. Später verkauften sie einen Großteil ihrer Anteile an Nestlé. Nun holen sie sich Ankerkraut wieder zurück, teilt die Deutsche Presse-Agentur (dpa) mit. Zu den finanziellen Details sei Stillschweigen vereinbart worden.
Auch in den News:
Ankerkraut zwischen Ursprung und Neuanfang
"Ankerkraut ist für uns mehr als ein Unternehmen – es ist unser Lebenswerk", erklären Anne und Stefan Lemcke. Mit dem Verkauf wollen die Unternehmer:innen ihre Marke künftig unabhängiger weiterentwickeln. Ankerkraut soll wieder zurück zu seiner ursprünglichen Identität und den unternehmerischen Wurzeln.
Der Vorstandsvorsitzende von Nestlé Deutschland, Alexander von Maillot, betonte, die bisherige Zusammenarbeit sei konstruktiv, vertrauensvoll und von gemeinsamen Zielen geprägt. Dennoch seien beide Seiten von der Entscheidung überzeugt.
Der Abschied von Nestlé verschaffe mehr unternehmerischen Spielraum: In Anbetracht einer veränderten Marktlage könne man so künftige Entwicklungen von Ankerkraut noch flexibler und schneller vorantreiben. "Wir unterstützen den Wunsch der Gründer nach größerer unternehmerischer Eigenständigkeit", so Maillot.
Shitstorm wegen Verkauf an Nestlé
Der Verkauf an Nestlé 2022 löste in den sozialen Medien Wut aus: Die Mehrheit der Follower:innen auf Instagram, Facebook und Co. verurteilte den Deal mit dem Großkonzern. Viele der Nutzer:innen warfen dem Lemcke-Paar moralischen Verrat vor. Auch Influencer:innen wandten sich von dem Unternehmen ab.
Vor allem die Wahl des neuen Partners Nestlé sorgte für einen Shitstorm. Seit Jahren wird dem Konzern vorgehalten, mit seinen Produkten Gewinne zulasten der Ärmsten zu erzielen. Die Kritik reicht weiter: von der Rodung des Regenwalds und der Ausbeutung von Wasserressourcen bis zu Geschäften mit Russland während des Ukraine-Kriegs.
Zuvor Umsätze im Millionenbereich
Vor dem großteiligen Verkauf der Ankerkraut GmbH habe das Unternehmen nach eigenen Angaben Umsätze im mittleren zweistelligen Millionenbereich erzielt und mehr als 230 Menschen beschäftigt. Inzwischen liege die Zahl der Mitarbeitenden bei rund 160. Zum Sortiment zählten über 500 Gewürze und Gewürzmischungen, Tees sowie ergänzendes Zubehör.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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