Mehrkosten für Sprit
Diesel knackt neuen Preisrekord: Deshalb ist Tanken gerade so teuer
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Drohen bald 3 Euro für Diesel und 2,50 Euro für Benzin? (14. September)
Videoclip • 01:26 Min • Ab 12
Tanken kostet so viel wie nie: Nach Rekordwerten bei Benzin erreicht nun auch der Dieselpreis ein historisches Hoch. Wer viel Auto fährt, zahlt inzwischen deutlich drauf – vor allem mittags.
Die Benzinpreise halten sich seit Tagen auf einem Rekordniveau. Nun trifft Autofahrer:innen der nächste Schock: Auch Diesel ist aktuell so teuer wie nie zuvor – mit einem bundesweiten Tagesdurchschnitt von 2,453 Euro am Mittwoch (16. September). Der Liter Benzin landete am selben Tag sein fünftes Hoch in Folge, mit 2,314 Euro pro Liter. Für Verbraucher:innen können sich diese Mehrkosten erheblich summieren.
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Wer regelmäßig mit dem Auto unterwegs ist, musste angesichts der aktuellen Entwicklungen mit ordentlichen Aufschlägen seit Beginn des Iran-Kriegs rechnen. Bei einem Benziner mit einer Fahrleistung von etwa 800 Kilometern pro Monat und einem Durchschnittsverbrauch von acht Litern auf 100 Kilometer ergeben sich bei derzeitigen Preisen monatlich 34 Euro Mehrkosten im Vergleich zu vor dem Kriegsbeginn. Bei einem typischen Diesel mit 1.400 Kilometern und einem Verbrauch von sieben Litern auf 100 Kilometer kommt man auf 69 Euro pro Monat.
Auch im Tagesverlauf kommt es zu starken Preisschwankungen an den Tankstellen. Während der Preis für teures Premiumbenzin kurz nach 12 Uhr an Zapfsäulen an Autobahnen teilweise über drei Euro pro Liter kostete, lag die günstige Sorte E10 am Mittwochnachmittag noch bei etwa 2,10 Euro.
Doch wie ergeben sich diese starken Unterschiede?
Der Preis für Rohöl: Das ist üblicherweise der wichtigste Faktor für die Preisänderungen.
Dazu kommen andere Faktoren wie Transport- und Raffineriekapazitäten.
Diesel etwa wird zwar niedriger besteuert als Benzin, ist aber deutlich krisenanfälliger.
Vor allem nach dem Preissprung um 12 Uhr kosten Kraftstoffe oft über 20 Cent mehr als noch unmittelbar zuvor – am Nachmittag fallen sie typischerweise wieder, bis sie am späten Vormittag des nächsten Tages meist ihr Tagestief erreichen.
Große Spannbreite und vereinzelt mehr als drei Euro
Infolge des im Februar ausgebrochenen Iran-Kriegs und der Blockade der Straße von Hormus kann wesentlich weniger Rohöl transportiert werden. Zeitweise drohte der Schiffsverkehr sogar nahezu zum Erliegen zu kommen. Seitdem sind die Spritpreise generell stark angestiegen, Ende August schießen sie regelmäßig sogar in Rekordhöhe.
Zum Vergleich: Diesel ist derzeit knapp 71 Cent teurer als am letzten Tag vor Kriegsausbruch, E10 um knapp 54 Cent. Inflationsbereinigt waren die Kraftstoffe in der Vergangenheit allerdings bereits teurer, wie den Daten des ADAC zu entnehmen ist.
Angesichts des Höhenflugs der Kraftstoffpreise ist auch in der Politik eine neue Debatte um weitere Entlastungen entbrannt. Sowohl Union als auch SPD lieferten kürzlich Vorschläge – strittig bleibt allerdings, welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
ADAC: "Spritpreis-Entwicklung: Benzin- und Dieselpreise seit 1950"
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