Ticketpreis ab 2027
Deutschlandticket könnte 2027 erneut deutlich teurer werden
Aktualisiert:
von Claudia Scheele:newstime
Deutschlandticket spart Tonnen von CO2
Videoclip • 29 Sek • Ab 12
Ab 2027 soll der Preis des Deutschlandtickets automatisch berechnet werden. Neue Prognosen rechnen mit 66,40 bis 66,80 Euro im Monat.
Das Wichtigste in Kürze
Prognosen von DUH und WDR rechnen ab 2027 mit einem Deutschlandticket-Preis zwischen 66,40 und 66,80 Euro im Monat.
Höhere Personal- und Dieselkosten treiben den Preis, während niedrigere Stromkosten nur einen kleinen Teil ausgleichen.
Auch Zuschüsse von Bund und Ländern sowie die Zahl verkaufter Tickets beeinflussen den künftigen Preis.
Das Deutschlandticket könnte ab 2027 deutlich teurer werden. Eine Berechnung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) kommt auf einen möglichen Preis von 66,40 Euro im Monat. Der WDR rechnete mit aktuelleren Daten und landet bei 66,80 Euro. Derzeit kostet das bundesweite Nahverkehrsticket 63 Euro.
Sicher ist dieser Preis noch nicht. Ab 2027 soll aber ein automatisches Verfahren gelten, das die jährliche Preisentwicklung stärker an Kosten und Einnahmen im Nahverkehr koppelt. Anders als bisher sollen die Verkehrsminister:innen der Länder den Betrag also nicht mehr direkt festlegen.
Personal und Diesel treiben den Preis
Ein wichtiger Teil der neuen Berechnung ist die Kostenentwicklung bei den Verkehrsunternehmen. Berücksichtigt werden unter anderem Ausgaben für Personal, Energie und allgemeine Betriebskosten. Steigen diese Kosten, kann auch das Deutschlandticket im Folgejahr teurer werden.
In der vorliegenden Rechnung machen vor allem höhere Diesel- und Personalkosten den Unterschied. Die gestiegenen Kosten bei Buspersonal, Schienenpersonal und Straßenbahnen würden zusammen rund 1,74 Euro mehr pro Ticket ausmachen. Der teurere Diesel schlägt mit weiteren 1,08 Euro zu Buche. Sinkende Stromkosten könnten den Preis dagegen nur leicht um rund 22 Cent drücken. Insgesamt ergibt sich daraus ein Kostenanstieg von 2,82 Euro.
Zuschüsse und Verkaufszahlen zählen ebenfalls
Zusätzlich gibt es den sogenannten Wertindex. Dabei geht es um die Zuschüsse von Bund und Ländern sowie die Zahl der verkauften Deutschlandtickets. Bund und Länder geben zusammen jährlich rund drei Milliarden Euro für das Ticket aus.
Je mehr Abos verkauft werden, desto mehr Einnahmen fließen in das System. Das kann den Preis im Folgejahr stabilisieren oder dämpfen. Sinken die Verkaufszahlen, fehlt Geld – und der Druck auf eine Preiserhöhung steigt. Offizielle Zahlen für die Ticketverkäufe 2025 und 2026 liegen bislang nicht vor. Zum Vergleich: 2024 wurden im Jahresdurchschnitt rund 12,9 Millionen Deutschlandtickets pro Monat verkauft.
Auch in den News:
Preis könnte jedes Jahr neu steigen
Für Fahrgäste bedeutet die neue Regelung vor allem weniger Planungssicherheit. Künftig kann der Preis jährlich angepasst werden, wenn Personal-, Energie- oder Betriebskosten steigen. Zugleich hängt viel davon ab, ob Bund und Länder ihre Zuschüsse weiter in gleicher Höhe zahlen oder erhöhen.
Die Diskussion zeigt auch ein Grundproblem des Deutschlandtickets: Es soll einfach, bundesweit gültig und bezahlbar bleiben. Gleichzeitig müssen Verkehrsunternehmen höhere Kosten tragen und ihr Angebot ausbauen. Ob der Preis 2027 tatsächlich bei knapp 67 Euro liegt, entscheidet sich erst mit den finalen Daten und der konkreten Umsetzung des neuen Berechnungsverfahrens.
Verwendete Quellen:
Bild: "So teuer wird das Deutschlandticket ab 2027"
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