Gefahr auf der Straße

Aquaplaning im Herbst: Was tun, wenn das Auto die Haftung verliert?

Aktualisiert:

von Joachim Vonderthann

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5 Fakten zum Autofahren im Herbst: Das rät der ADAC

Videoclip • 01:23 Min • Ab 12


Starker Regen, Pfützen und Spurrillen können für Autofahrer:innen gefährlich werden. Beim Aquaplaning schwimmen Reifen auf einem Wasserfilm – Lenken und Bremsen wirken dann kaum noch. Was man im Ernstfall tun kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aquaplaning entsteht, wenn Reifen Wasser nicht mehr verdrängen können und das Auto den Kontakt zur Fahrbahn verliert.

  • Bei Wasserglätte gilt: Tempo reduzieren, Fuß vorsichtig vom Gas nehmen, geradeaus lenken und abrupte Bremsmanöver vermeiden.

  • Autofahrer:innen sollten bei ihren Reifen einige Dinge beachten, um das Risiko von Aquaplaning zu verringern.

Auto schwimmt auf: So reagierst du bei Aquaplaning richtig

Aquaplaning wird auch Wasserglätte genannt. Es entsteht, wenn die Reifen das Wasser auf der Fahrbahn nicht mehr schnell genug verdrängen können. Dann bildet sich zwischen Reifen und Straße ein Wasserkeil. Das Auto verliert den direkten Kontakt zur Fahrbahn und kann auf dem Wasserfilm aufschwimmen.

In dieser Situation lassen sich Lenk-, Brems- und Antriebskräfte kaum noch übertragen. Der ADAC warnt: Aquaplaning kann überall dort auftreten, wo sich Wasser sammelt – etwa in Senken, Unterführungen, Kurven oder Spurrillen. Besonders auf Autobahnen und mehrspurigen Bundesstraßen steigt das Risiko, weil dort häufig schneller gefahren wird.

Bei Aquaplaning sollte das Auto nicht abrupt gelenkt, gebremst oder beschleunigt werden. Das sollten Autofahrer:innen zudem beachten.

Bild: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn


Tempo, Wasser und Reifen entscheiden

Wie schnell Aquaplaning entsteht, hängt von mehreren Faktoren ab. Je höher das Wasser auf der Straße steht, desto früher können Reifen die Haftung verlieren. Auch die Geschwindigkeit ist entscheidend: Mit zunehmendem Tempo steigt das Risiko deutlich. Der ADAC weist darauf hin, dass es ab etwa 80 km/h besonders hoch ist – möglich ist Aquaplaning aber auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten.

Der TÜV-Verband warnt, Wasserglätte könne bereits ab rund 50 km/h auftreten. "Wenn das Oberflächenwasser auf der Fahrbahn durch die Reifen nicht mehr ausreichend verdrängt werden kann, bildet sich zwischen den Reifen und der Straße eine Wasserschicht", heißt es in einer Pressemitteilung des TÜV-Verbands. Das Fahrzeug reagiere dann nicht mehr auf "Lenken, Bremsen oder Beschleunigen".

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Warnzeichen für Aquaplaning ernst nehmen

Laut ADAC können lauter werdende Wassergeräusche unter dem Fahrzeug ein Warnzeichen sein. Auch wenn die Lenkung plötzlich leichter wirkt oder der Motor anders klingt, sollten Fahrer:innen vorsichtig werden. Der TÜV-Verband nennt ebenfalls eine leichter werdende Lenkung als mögliches Zeichen dafür, dass die Reifen beginnen, aufzuschwimmen.

Entscheidend ist deshalb, bei starkem oder längerem Regen rechtzeitig das Tempo zu senken. Wer Spurrillen erkennt, sollte möglichst versetzt dazu fahren, sofern die Verkehrssituation dies sicher zulässt. Zusätzlich empfiehlt der TÜV-Verband einen größeren Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug, weil sich auf nasser Fahrbahn der Bremsweg verlängert.

Nicht bremsen, nicht hektisch lenken

Wenn das Auto tatsächlich aufschwimmt, raten die ADAC-Expert:innen: Fuß behutsam vom Gas nehmen, das Lenkrad gerade halten und keine hektischen Manöver machen. Nicht beschleunigen, nicht abrupt lenken und möglichst nicht bremsen. Bei Schaltwagen kann es helfen, auszukuppeln und das Fahrzeug rollen zu lassen, bis die Reifen wieder Kontakt zur Fahrbahn haben. Bei Automatikautos sollte die Fahrstufe nicht gewechselt werden.


Profiltiefe und Reifendruck prüfen

Ein guter Reifenzustand senkt das Risiko. Das Profil nimmt Wasser auf und leitet es über die Rillen ab. Der ADAC empfiehlt, abgefahrene Sommerreifen frühzeitig zu ersetzen; kritisch könne es bereits bei weniger als 3,5 Millimetern Profiltiefe werden. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt nur bei 1,6 Millimetern. Hier liest du, welche Winterreifen im aktuellen AVD-Test am besten abgeschnitten haben.

Auch der Reifendruck sollte regelmäßig kontrolliert und nach Herstellervorgabe eingestellt werden. Sowohl ein zu niedriger als auch ein zu hoher Druck kann Aquaplaning begünstigen. Elektronische Systeme wie ABS, ESP oder Allradantrieb können das Aufschwimmen selbst nicht verhindern: Das Problem entsteht direkt zwischen Reifen und nasser Fahrbahn.


Verwendete Quellen:

ADAC: "Aquaplaning: So verhalten Sie sich richtig"

TÜV-Verband: "Aquaplaning erkennen und richtig reagieren"


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