Schutz im Auto

ADAC testet Kindersitze: Zwei Modelle fallen glatt durch

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von Joachim Vonderthann

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Videoclip • 01:23 Min • Ab 12


Der ADAC hat 16 neue Kindersitze getestet – von der Babyschale bis zur Sitzerhöhung. Sieben Modelle schneiden gut ab, zwei Sitze erhalten wegen schwerer Mängel im Frontalcrash jedoch die Note "mangelhaft".

Das Wichtigste in Kürze

  • Im ADAC-Kindersitztest 2026 erhielten sieben von 16 getesteten Modellen die Gesamtnote "gut".

  • Die Babyschale von Maxi-Cosi erzielte die beste Note.

  • Wegen schwerer Sicherheitsmängel rauschten zwei Produkte durch den Test.

Alarm im ADAC-Test: Diese Kindersitze überzeugen – und diese nicht

Die Auswahl an Kindersitzen ist groß, doch nicht jedes Modell bietet im Ernstfall ausreichend Schutz. Der ADAC hat in seinem aktuellen Kindersitztest 16 neue Sitze für Kinder verschiedener Altersgruppen geprüft. Die Preise der getesteten Produkte lagen zwischen 65 und 570 Euro. Bewertet wurden Sicherheit, Bedienung, Ergonomie sowie Schadstoffe und Umweltschadstoffe in den Materialien.

Das Ergebnis: Sieben Sitze erhielten das Gesamturteil "gut", fünf wurden mit "befriedigend" bewertet. Zwei Modelle erreichten nur ein "ausreichend", zwei weitere fielen mit "mangelhaft" durch. Die mit "gut" oder "befriedigend" bewerteten Sitze übertreffen laut ADAC teils deutlich die gesetzlichen Mindestvorgaben. Gerade beim simulierten Frontalaufprall setzt der Club nach eigenen Angaben auf höhere Belastungen als bei der Zulassung nach der UN-Regelung 129.

Beim Kindersitz-Test des ADAC gab es viele "gute" Urteile. Zwei Sitze holten sich jedoch ein "mangelhaft".

Bild: Christin Klose/dpa-tmn


Babyschale von Maxi-Cosi erzielt das beste Ergebnis

Am besten schnitt im aktuellen Vergleich die Babyschale Maxi-Cosi Coral Slide Pro mit FamilyFix Slide Pro ab. Sie erhielt die Note 2,1 und ist für Kinder mit einer Körpergröße von 40 bis 87 Zentimetern zugelassen. Das Modell besteht aus Babyschale und Isofix-Basis, kostet aber mit 570 Euro auch am meisten im Test.

Gute Bewertungen erhielten auch die Babyschalen Cybex Cloud G3 mit Base G3 und Joie i-Gemm 3 mit i-Base Encore – beide bekamen die Note 2,2. Bei den Sitzen für Kleinkinder überzeugte etwa der Recaro Toron 1 mit der Note 2,3. Er ist von Geburt an bis zu einer Körpergröße von 105 Zentimetern nutzbar. Eltern sollten dem ADAC zufolge jedoch beachten: Ein gutes Testergebnis ersetzt nicht den Praxistest im eigenen Auto. Sitz, Kind und Fahrzeug müssen zusammenpassen.

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Besonders kritisch bewertet der ADAC die Babyschale Britax Römer Baby-Safe Pro mit Vario Base 5Z. Sie fiel im Frontalcrash in Liegeposition durch: Das Gurtschloss öffnete sich, der Dummy wurde aus der Schale geschleudert. Dieses Testergebnis des Kindersitzes hatte der ADAC schon vor einiger Zeit veröffentlicht. Inzwischen hat der Hersteller für bestimmte, zwischen Ende Dezember 2025 und Ende September 2026 produzierte Modelle einen freiwilligen Rückruf angekündigt. Eltern sollen den Sitz laut ADAC nur aufrecht verwenden oder die Babyschale ohne Basis direkt mit dem Dreipunktgurt anschnallen.

Auch der Axkid Minikid Core erhielt mit der Note 5,5 ein "mangelhaft". Im Frontalcrash in Liegeposition löste sich laut ADAC der Stützfuß, zudem brach die Sitzschale im Bereich des Gurtschlosses. Zusätzlich wurden im Bezugsstoff Flammschutzmittel nachgewiesen, die im Verdacht stehen, Krebs zu begünstigen. Auch hier hat das Unternehmen reagiert: Axkid hat den Verkauf des Modells eingestellt und bietet Besitzer:innen einen kostenlosen Austausch gegen den Minikid 4 Pro an.

Darauf sollten Eltern beim Kindersitz-Kauf achten

Der Kauf im Fachhandel sollte mit Kind und Fahrzeug erfolgen, rät der Automobil-Club. Der Sitz sollte fest und standsicher eingebaut werden können, ohne mit der Kopfstütze oder anderen Teilen des Autos zu kollidieren. Bei Isofix-Modellen ist außerdem wichtig, dass Sitz und Basis tatsächlich miteinander kompatibel sind.

Kinder unter 15 Monaten müssen entgegen der Fahrtrichtung gesichert werden. Auch später bietet ein rückwärtsgerichteter Sitz bei einem Frontalunfall oft einen besseren Schutz. Gurte sollten eng am Körper anliegen – dicke Winterjacken gehören deshalb während der Fahrt besser aus. Vorsicht ist zudem bei sehr günstigen Modellen von Onlineplattformen geboten: In einem zusätzlichen ADAC-Crashtest erfüllte keines von drei außerhalb Europas angebotenen Produkten die Anforderungen.


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