Ukraine-Krieg
"Ich mochte Trump schon immer": Russlands Propagandisten feiern Diesel-Deal mit Putin
Veröffentlicht:
von Max Strumberger:newstime
Trump und Putin schmieden Diesel-Deal
Videoclip • 01:56 Min • Ab 12
Der Diesel-Deal zwischen Donald Trump und Wladimir Putin sorgt international für Empörung. Russlands Staatsfernsehen hingegen feiert die Vereinbarung als politischen Triumph.
Das Wichtigste in Kürze
Russlands Propaganda feiert Donald Trump.
Das geplante Dieselgeschäft zwischen Moskau und Washington soll Russland Sanktionserleichterungen bringen.
Die Ukraine hingegen befürchtet, dass dies den Krieg nur weiter verlängern werde.
Der geplante Diesel-Deal zwischen US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin sorgt für heftige Reaktionen. Russland soll große Mengen Treibstoff in die Vereinigten Staaten liefern – zunächst mehr als 300.000 Tonnen, im November 500.000 Tonnen und anschließend bis zu einer Million Tonnen. Im Gegenzug steht eine Lockerung des Sanktionsdrucks gegen Moskau im Raum. Trump begründet die Vereinbarung mit den hohen Energiepreisen in den USA und dem Ziel, die Kosten an den Zapfsäulen zu senken.
Im russischen Staatsfernsehen wurde der Vorstoß mit unverhohlener Genugtuung aufgenommen. Der Putin-Vertraute und Moderator Wladimir Solowjow lobte das Telefonat zwischen Trump und Putin als Beispiel für "große Diplomatie" ohne öffentliches Aufsehen. Mit einem süffisanten Lächeln verwies er auf Trumps Dank für russisches Öl und sagte: "Ich mochte Trump schon immer." Der Deal, so die Botschaft der Sendung, sei nicht nur wirtschaftlich lukrativ, sondern auch ein politischer Schlag gegen Europa und die Ukraine.
Trump forderte neuen Präsidenten in der Ukraine
Besonders erfreut zeigten sich die russischen Kommentatoren über Trumps Angriffe auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Trump hatte auf dessen Kritik an der Vereinbarung reagiert und der Ukraine nahegelegt, sich eine neue Führung zu suchen. Damit greift er ein zentrales Narrativ des Kremls auf, der Selenskyjs politische Legitimität infrage stellt, weil in der Ukraine wegen des Kriegsrechts keine reguläre Wahl stattgefunden hat.
Kiew und westliche Kritiker warnen dagegen, der Deal könne Russlands Kriegsführung finanzieren und den Konflikt verlängern. Die zusätzlichen Einnahmen würden Moskau wirtschaftlichen Spielraum verschaffen, während russische Angriffe auf ukrainische Infrastruktur weitergingen. Selenskyj bezweifelt zudem, dass die angekündigten Liefermengen die globalen Energiepreise spürbar beeinflussen können. Er vermutet hinter der Vereinbarung daher vor allem politische Motive und schlug seinerseits einen möglichen Diesel-Deal mit der Ukraine vor.
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Auch Trumps parallel angekündigte Vereinbarung über eine Pause bei Angriffen auf die Energieinfrastruktur steht unter Druck. Selenskyj erklärte, Kiew sei über eine solche Feuerpause offenbar nicht informiert worden. Kurz nach Trumps Ankündigung meldete er einen russischen Angriff auf ein Wärmekraftwerk in Charkiw mit erheblichen Stromausfällen.
Dass russische Militärblogger die angebliche Waffenruhe ebenfalls infrage stellten, verstärkt den Eindruck: Der Diesel-Deal könnte zwar kurzfristig den Energiemarkt beruhigen, politisch droht er jedoch die Bemühungen um einen Waffenstillstand weiter zu untergraben.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Newsweek: "Russian State TV Celebrates Trump’s Russia Oil Plan: 'Always Liked Trump"
FR.de: "'Ich mochte Trump schon immer': Kreml-Propaganda jubelt über Öl-Pakt mit Putin"
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