Ukraine-Krieg
Kaum einsatzbereit: Putins Starlink-Kopie ist für Moskau bislang eine Enttäuschung
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von Max Strumberger:newstime
Kein Starlink-Zugang mehr: Musk dreht Russland den Hahn zu
Videoclip • 01:13 Min • Ab 12
Russland will mit Rassvet sein eigenes Starlink schaffen – doch das Projekt gerät schon in der Startphase ins Taumeln. Mit diesen Problemen hat Moskau derzeit zu kämpfen.
Das Wichtigste in Kürze
Ein russisches Satellitennetz soll die Armee unabhängiger von ausländischer Technik machen.
Rassvet liefert jedoch bislang nur kurze Verbindungsfenster.
Doch selbst die lückenhafte Verbindung könnte Russland Angriffe im Ukraine-Krieg aus der Ferne verbessern.
Russlands Versuch, mit dem Satellitennetz Rassvet eine eigene Alternative zu Starlink aufzubauen, gerät zunehmend ins Wanken. Bei einem Start am 19. Juli erreichte nach Angaben des Institute for the Study of War (ISW) offenbar keiner der 16 Satelliten die für den Betrieb vorgesehene Umlaufbahn. Die meisten kreisen demnach lediglich in 300 bis 400 Kilometern Höhe – deutlich unter den geplanten rund 870 Kilometern.
Mindestens ein Satellit ist bereits wieder in die Erdatmosphäre eingetreten, zwei weitere könnten ihm folgen. Trackingdaten zufolge bewegen sich die Raumfahrzeuge teils nur rund 290 Kilometer über der Erde. Dort bremst die Restatmosphäre die Satelliten besonders stark ab. Ohne Korrekturmanöver sinken ihre Bahnen weiter, der Treibstoffverbrauch steigt und die Lebensdauer verkürzt sich. Warum die Betreiber des Raumfahrtunternehmens Bureau 1440 die Bahnen bislang nicht ausreichend angehoben haben, ist offen.
Russlands Armee kann Satellitennetz nur begrenzt nutzen
Auch die erste Rassvet-Gruppe, die im März gestartet wurde, ist nicht vollständig erfolgreich. Von 16 Satelliten sollen zwölf eine Umlaufbahn in 550 Kilometern Höhe erreicht haben, während vier offenbar scheiterten. Die funktionsfähigen Geräte ermöglichen russischen Einheiten bislang nur begrenzte Verbindungszeiten: Nach Einschätzung des ISW gibt es über der Ukraine zweimal täglich Empfangsfenster von jeweils bis zu 90 Minuten. Ein durchgängiges Breitbandnetz an der Front ist damit nicht erreicht.
Dennoch bleibt das System militärisch relevant. Satellitenkommunikation wird genutzt, um Drohnen zu steuern, Aufklärung zu übertragen, Artillerieeinsätze zu koordinieren und die Kommunikation in zerstörten Regionen aufrechtzuerhalten. Selbst ein teilweise funktionierendes Rassvet-Netz könnte Russland nach Einschätzung des ISW präzisere Angriffe mit ferngesteuerten Drohnen und anderen unbemannten Systemen ermöglichen. Die Bedeutung ist angesichts der hohen Opferzahlen in der Ukraine besonders brisant: Die UN-Menschenrechtsmission verifizierte bis Ende Juli mindestens 16.874 getötete und 51.173 verletzte Zivilisten.
Mehr zu dem Thema:
Ukraine könnte Raumfahrtzentrum ins Visier nehmen
Für Moskau wächst damit der Zeitdruck. Bis Ende 2027 sollen laut den vorliegenden Berichten rund 292 Satelliten einsatzbereit sein. Ukrainische Angaben gehen für eine dauerhafte Versorgung der Front sogar von 200 bis 250 Satelliten aus. Dafür wären zahlreiche weitere Starts nötig. Zugleich könnte ein ukrainischer Angriff auf das Progress-Raumfahrtzentrum im russischen Samara die Produktion von Sojus-Trägerraketen beeinträchtigen.
Verwendete Quellen:
ISW
Tagesspiegel: Putins Soldaten haben höchstens drei Stunden lang Internet: Russische Starlink-Alternative ist bisher ein Flop
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