Startkapital für private Altersvorsorge
Bundestag beschließt Frühstartrente: 10 Euro monatlich für Kinder
Veröffentlicht:
von Jacqueline Bittl:newstime
Bericht: Rente belastet Bundeshaushalt
Videoclip • 01:08 Min • Ab 12
Sechs Jahre alt und schon auf dem Weg zur eigenen Altersvorsorge: Der Bundestag hat grünes Licht für die Frühstartrente gegeben. Aus zehn Euro im Monat könnten bis zur Rente Zehntausende Euro werden. Was die Opposition kritisiert.
Das Wichtigste in Kürze
Der Bundestag hat die Frühstartrente beschlossen, die Kindern von 6 bis 18 Jahren monatlich 10 Euro vom Staat für die private Altersvorsorge bringen soll.
Eltern und Großeltern dürfen die staatliche Förderung freiwillig mit bis zu 6.840 Euro pro Jahr aufstocken.
Kritik kommt von der Opposition: Kinder, die in der "Elternlotterie" Glück haben, können deutlich mehr aus der Frühstartrente machen.
Der Bundestag hat die Frühstartrente beschlossen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, bekommen Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren künftig jeden Monat 10 Euro vom Staat. Das Geld soll als Startkapital für die private Altersvorsorge dienen. Damit das Gesetz in Kraft treten kann, muss aber noch der Bundesrat zustimmen.
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Wie funktioniert die Frühstartrente?
Die 10 Euro fließen in einen Altersvorsorgedepot-Vertrag. Eltern können dafür ein Depot auswählen. Tun sie das nicht, fließt das Geld automatisch in eine kollektive Anlage, verwaltet von der Bundesbank. Nach Angaben des Finanzministeriums gegenüber der dpa sind die Erträge bis zur Auszahlungsphase steuerfrei. Ausgezahlt werden soll das geförderte Kapital grundsätzlich nicht vor dem 65. Geburtstag.
Gefördert wird nur ein Standarddepot mit einem Kostendeckel von einem Prozent. Bis zur Volljährigkeit dürfen Anbieter keine Abschluss- und Vertriebskosten verlangen. Der Finanzausschuss des Bundestags legte fest, dass das Geld ausschließlich in breit gestreute globale Aktien oder Aktienfonds fließen darf. Mit der Volljährigkeit endet die staatliche Zahlung. Das Depot geht dann in die steuerlich geförderte private Altersvorsorge über.
Koalition spricht von "historischer Entscheidung"
Vertreter:innen der schwarz-roten Koalition feierten den Beschluss laut dpa als historisch. SPD-Finanzpolitiker Michael Thews sagte, die Frühstartrente werde lange wirken. "Das wird vielen helfen, eine vernünftige Altersvorsorge aufzubauen." Fritz Güntzler, finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, nutzte die Abstimmung für ein Signal an die Bundesregierung: "Diese Koalition funktioniert und wir lassen uns nichts anderes einreden. Wir liefern und das zeigen wir auch heute."
Auch Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) äußerte sich positiv. Er nannte die Frühstartrente eine gute Nachricht für Familien und Kinder in Deutschland. Außerdem werde die finanzielle Bildung gestärkt. "Alle Kinder lernen künftig schon viel früher etwas darüber, wie sie für ihre eigene Zukunft sparen können."
Kritik von der Opposition: "Elternlotterie" und fehlende Chancengleichheit
Aus der Opposition kommt dagegen deutlicher Widerspruch, denn Eltern oder Großeltern dürfen die Einzahlung laut dpa freiwillig um bis zu 6.840 Euro pro Jahr aufstocken. Der Grünen-Abgeordnete Stefan Schmidt sprach deshalb von einem Zweiklassensystem. Wer in der "Elternlotterie" Glück habe, könne aus der Frühstartrente deutlich mehr machen als eine kleine Starthilfe für die Altersvorsorge. Auch die Linke-Abgeordnete Sarah Vollath bemängelte, das Gesetz schaffe keine Chancengleichheit.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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