Süße Getränke
Vorbild für Zuckersteuer: Hat die Abgabe in Großbritannien wirklich funktioniert?
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Was eine Zuckersteuer für die Limo-Preise bedeuten könnte (14. Oktober)
Videoclip • 01:09 Min • Ab 12
Das Bundeskabinett hat der Zuckersteuer grünes Licht gegeben. Als Vorbild gilt Großbritannien. Doch was hat die Steuer dort bewirkt?
Das Wichtigste in Kürze
In Großbritannien gilt bereits seit April 2018 eine Zuckersteuer.
Infolge der "Soft Drinks Industry Levy" haben die Hersteller reagiert.
Welche Auswirkungen hatte die Zuckersteuer auf die britische Industrie und die Bevölkerung?
Die Einigung innerhalb des Kabinetts war eine schwere Geburt – nun soll die Zuckersteuer aber wirklich kommen. Lars Klingbeils Herzensprojekt, das mehr Geld in die klammen Staatskassen spülen und zugleich die Gesundheit der Bevölkerung fördern soll, muss noch durch den Bundestag.
Als Vorbild gilt Großbritannien, wo bereits seit April 2018 eine Zuckersteuer auf Softdrinks erhoben wird, die offiziell "Soft Drinks Industry Levy" heißt. Zurecht? Wie funktioniert die Zuckersteuer im Vereinigten Königreich und was wurde dort wirklich erreicht?
Auch in den News:
Gestaffelte Steuer nach Zuckergehalt
Die Einnahmen aus der britischen Zuckersteuer sind nicht zweckgebunden.
Nach dem Zuckergehalt der Getränke ist die Steuer gestaffelt – so ist es auch in Deutschland geplant. Auch die Schwellen pro 100 Milliliter sollen hierzulande ebenso festgelegt werden, wie die in Großbritannien. Dort wird die Steuer folgendermaßen beim Hersteller erhoben:
Unter 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter: keine Steuer
5 bis unter 8 Gramm pro 100 Milliliter: 20,8 Pence (24,3 Cent) pro Liter (Stand ab 1. April 2026)
8 Gramm oder mehr pro 100 Milliliter: höherer Steuersatz
Die Auswirkungen der Zuckersteuer auf die britische Industrie
Die Ernährungsexpertin Mhairi Brown, Sprecherin von "Action on Sugar", erklärte im Jahr 2024 gegenüber der "Tagesschau", die Zuckersteuer "stellt für die Getränkehersteller einen großen Anreiz dar, den Zuckergehalt zu reduzieren, um die Steuer zu vermeiden". Dies geschah sogar in vorauseilendem Gehorsam.
Denn viele Hersteller haben ihre Rezepturen bereits nach der Ankündigung der Steuer – also noch vor ihrem Inkrafttreten – angepasst. Der Zuckergehalt in Softdrinks sank laut britischen Regierungsangaben von 2015 bis 2024 insgesamt um 47 Prozent. Auf 89 Prozent der im Land verkauften Softdrinks fällt die Steuer daher gar nicht an.
Wie hat sich die Zuckersteuer auf die Bevölkerung ausgewirkt?
Laut Forschungsergebnissen führte die Abgabe zu sinkendem Zuckerkonsum. Bei Softdrinks ging dieser nach der Ankündigung der Steuer deutlich zurück – bei Kindern um etwa die Hälfte, bei Erwachsenen um ein Drittel.
Eine im Fachmagazin "BMJ Nutrition, Prevention & Health" veröffentlichte Studie ergab zudem, dass die Zahl der unter 18-Jährigen, die wegen Karies einen Zahn gezogen bekamen, binnen zwei Jahren nach Einführung der Steuer um zwölf Prozent sank.
Studien legen nahe, dass durch die Steuer Übergewicht seltener werden könnte. Demnach ist jedoch noch kein Kausalzusammenhang belegt.
Wie geht es mit der Zuckersteuer weiter?
Ab dem 1. Januar 2028 soll die Steuer auch für milchbasierte Getränke gelten – etwa Milchshakes, Kaffeegetränke und Milchersatzgetränke. Zudem wird diskutiert, die Schwelle, ab der die Steuer greift, von 5 auf 4 Gramm Zucker pro 100 Milliliter zu senken.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Tagesschau: "Der Zuckergehalt sinkt - das Übergewicht auch"
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