Welthandel

Zollkonflikt: Washington und Taipeh erzielen Einigung

Veröffentlicht:

von dpa

US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Jahr höhere Zölle gegen Taiwan angekündigt. (Archivbild)

Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa


US-Präsident Donald Trump belegte auch Taiwan mit Strafzöllen. Nach intensiven Gesprächen haben sich Washington und Taipeh nun verständigt. Welche Folgen die Einigung für die Hightech-Nation hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach monatelangen Verhandlungen haben Taiwan und die USA ein Handelsabkommen geschlossen, das laut Präsident Lai Ching-te "ein neues Kapitel für Taiwans Außenhandel" einläutet.

  • Das Abkommen soll die wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit beider Länder vertiefen, muss jedoch noch vom taiwanischen Parlament bestätigt werden.

  • Vor dem geplanten China-Besuch von US-Präsident Donald Trump im April soll die Vereinbarung dazu beitragen, Handelsungleichgewichte zu reduzieren, Lieferketten unabhängiger von China zu machen und die Partnerschaft im indopazifischen Raum zu stärken.

Nach monatelangen Zollverhandlungen hat Taiwan mit seinem wichtigen Verbündeten USA ein Handelsabkommen besiegelt. "Dies ist ein neues Kapitel für Taiwans Außenhandel", sagte Präsident Lai Ching-te in Taipeh. Das Abkommen werde die wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit zwischen Taiwan und den USA vertiefen, erklärte er. Die Vereinbarung muss noch durch das taiwanische Parlament.

Vor dem von US-Präsident Donald Trump avisierten China-Besuch im April soll das Abkommen den USA helfen, Handelsungleichgewichte zu beseitigen, zuverlässige Lieferketten außerhalb Chinas sicherzustellen und die wirtschaftlichen Beziehungen zu einem wichtigen Partner im indopazifischen Raum zu stärken.

Auf was sich beide Seiten vereinbart haben

Das Abkommen sieht eine Obergrenze von US-Zöllen auf taiwanische Produkte von bis zu 15 Prozent vor und gewährt den USA bevorzugten Zugang, um Industrie- und Agrarwaren wie Autos oder Rindfleisch nach Taiwan zu exportieren. Der ostasiatische Inselstaat, dessen Energieversorgung maßgeblich von Importen abhängt, soll den USA außerdem Flüssigerdgas und Rohöl im Wert von 44,4 Milliarden US-Dollar (etwa 37 Milliarden Euro) abkaufen.

Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer erklärte, das Abkommen werde die Widerstandsfähigkeit der US-Lieferketten, vor allem im Hightech-Bereich, "erheblich verbessern". Lai kündigte an, sein Land werde ein "Taiwan-Modell" für die technologische Zusammenarbeit in den USA etablieren, indem es seine Halbleiter- sowie Informations- und Kommunikationstechnik-Branche mit dem KI-Sektor in den USA integriere. Taiwanische Halbleiter und verwandte Produkte erhalten mit dem Deal eine "bevorzugte Behandlung", erklärte das Büro des US-Handelsbeauftragten.

Auch in den News:


Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Mehr entdecken