Nahost-Krieg
Weitere Hilfslieferungen für Gaza – Hunger, Chaos und Plünderungen erwarten den Konvoi
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von dpaLastwagen mit humanitären Hilfsgütern warten im Gazastreifen auf Einlass.
Bild: Mohammed Arafat/AP/dpa
Lastwagen mit Lebensmitteln treffen auf eine ausgehungerte und verzweifelte Bevölkerung. Nach Monaten der Hungerblockade herrscht viel Chaos.
Nach israelischen Angaben haben den dritten Tag in Folge Transporte mit Hilfsgütern für die notleidende Bevölkerung den Gazastreifen erreicht. 260 Lastwagen seien in den abgeriegelten Küstenstreifen eingefahren und warteten derzeit auf ihre Abholung und die Verteilung der Güter, teilte die israelische Militärbehörde Cogat auf X mit.
Am Montag (28. Juli) seien mehr als 200 Lastwagenladungen in den Gazastreifen gelangt. Sie seien von UN und anderen Organisationen übernommen worden, um die humanitäre Hilfe zu verteilen.
Israel hatte am Sonntag (27. Juli) erstmals seit Monaten die Einfuhr von Hilfslieferungen in größerem Stil zugelassen. 120 Lastwagen fuhren in den Gazastreifen. Sie trafen auf eine ausgehungerte und verzweifelte Bevölkerung. Augenzeug:innen und Helfer:innen vor Ort berichteten von chaotischen Szenen.
Auch in den News:
Chaos und Plünderungen nach langer Blockade
Viele Lastwagen seien von Menschenmengen geplündert worden, bevor sie die Lagerhäuser erreichen konnten. Manche der Waren seien zum Verkauf auf den Straßenmärkten gelangt. Beobachter:innen führen diese Zustände auch auf den Zusammenbruch jeglicher sozialer Ordnung im kriegszerstörten Gazastreifen zurück, den die israelische Blockadepolitik noch verschärft habe.
Im März hatte Israel eine Totalblockade über das Gebiet verhängt. Ab Mai ließ es nur kleine Mengen an Hilfslieferungen durch. Im Gazastreifen führte dies zu einem dramatischen Mangel an Lebensmitteln und anderen lebensnotwendigen Gütern. Internationale Helfer warten zuletzt vor einer drohenden Hungersnot.
Israel lenkt nach Kritik von Verbündeten ein
Israel bestritt, dass die Menschen im Gazastreifen hungern würden, lenkte aber bedingt durch die weltweite Kritik an seiner Vorgangsweise ein. Zuletzt hatten diese sogar enge Verbündete wie die USA oder Deutschland beanstandet.
Der jüdische Staat führt im Gazastreifen einen Krieg gegen die islamistische Hamas. Ausgelöst hatte diesen der Überfall der Hamas und anderer palästinensischer Terrororganisationen am 7. Oktober 2023. Bei dem beispiellosen Massaker töteten die Aggressoren mehr als 1.200 Menschen und verschleppten weitere 250 als Geiseln in den Gazastreifen.
Die Zahl der Toten im Gazastreifen seit Beginn des Kriegs liegt dem von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministerium zufolge bei fast 60.000, unterscheidet aber nicht zwischen Kämpfer:innen und Zivilist:innen. Sie lässt sich nicht unabhängig prüfen, gilt nach Angaben von UN-Organisationen aber als relativ zuverlässig.
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