Deutliche Worte
US-Milliardär Ray Dalio kritisiert Trump und warnt vor autokratischen Zügen in den USA
Veröffentlicht:
von Benedict HottnerRay Dalio, Gründer des weltgrößten Hedgefonds Bridgewater Associates, findet ungewöhnlich scharfe Worte zur Wirtschafts- und Finanzpolitik von Donald Trump.
Bild: REUTERS/Andrew Kelly
Der Finanzexperte Ray Dalio kritisiert US-Präsident Donald Trump ungewöhnlich scharf. Er warnt vor einer gefährlichen politischen und wirtschaftlichen Entwicklung.
Ray Dalio, einer der bekanntesten Hedgefonds-Manager der Welt, kritisiert die Politik von US-Präsident Donald Trump scharf. Gegenüber der "Financial Times" sagte der Gründer von Bridgewater Associates, die Entwicklungen in den USA erinnerten ihn an die Zeit der 1930er- und 1940er-Jahre: "Ich denke, dass das, was jetzt politisch und sozial passiert, vergleichbar ist mit dem, was weltweit in den 1930-40er Jahren geschah."
Als Gründe nennt Dalio die wachsenden Unterschiede in Wohlstand und Werten sowie das bröckelnde Vertrauen in Politik und Institutionen. Das führe zu "immer extremeren" politischen Maßnahmen.
Kritik an Trumps Eingriffen in die Wirtschaft
Ein Beispiel für diese Entwicklung sieht Dalio im staatlichen Einstieg bei Intel. Die US-Regierung hatte sich zuletzt mit zehn Prozent an dem Chiphersteller beteiligt. Für den Starinvestor hat dieser Schritt "autokratische Züge". Trump hatte Intel-Chef Lip-Bu Tan zuvor öffentlich kritisiert, bevor der Staat Anteile übernahm.
Dalio warnte: "Regierungen nehmen zunehmend Kontrolle über das, was Zentralbanken und Unternehmen tun." Für ihn ein Hinweis auf einen wachsenden Drang zur staatlichen Steuerung von Wirtschaft und Märkten – ähnlich wie in autoritären Systemen.
Angst vor Vergeltung unter Investor:innen
Dass Dalio sich so klar äußert, ist ungewöhnlich. Viele Investor:innen an der Wall Street sehen Trumps Kurs ebenfalls kritisch, äußern sich aber nicht öffentlich. "In solchen Zeiten schweigen die meisten Menschen, weil sie Vergeltung fürchten, wenn sie Kritik üben", sagte Dalio.
Damit positioniert sich einer der einflussreichsten Finanzmanager des Landes offen gegen den Präsidenten – ein Schritt, den bislang nur wenige gegangen sind.
Finanzexperte warnt vor massiver Schuldenkrise
Neben der politischen Entwicklung sieht Dalio auch die Finanzpolitik der USA kritisch. Washington gebe rund sieben Billionen Dollar im Jahr aus, nehme aber nur fünf Billionen an Einnahmen ein. Das führe zwangsläufig zu immer höheren Schulden. "Die große Exzesse, die nun durch das neue Budget erwartet werden, werden wahrscheinlich eine schuldenbedingte Herzattacke in naher Zukunft auslösen", warnte Dalio. Er rechne mit einer solchen Krise in drei bis fünf Jahren.
Besonders problematisch sei der Druck auf die US-Notenbank Fed. Trump habe bereits versucht, Mitglieder der Federal Reserve auszutauschen und enge Vertraute im Zentralbankrat zu platzieren. Eine politisch geschwächte Fed könnte gezwungen werden, die Zinsen künstlich niedrig zu halten. "Das würde das Vertrauen in die Verteidigung des Geldwertes untergraben", so Dalio. Investor:innen könnten sich dann verstärkt vom Dollar abwenden und etwa in Gold flüchten.
Verwendete Quellen:
Financial Times: "US sliding towards 1930s-style autocracy, warns Ray Dalio"
Handelsblatt: "Hedgefonds-Milliardär warnt vor autokratischer Entwicklung der USA"
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